Rückentraining im Fitnessstudio

Rückentraining im Fitnessstudio

Ausgaben steuerlich absetzbar?


„Isch hab Rücken!“ Nicht nur Horst Schlämmer kennt diese Pein. Die meisten Deutschen können ein Lied von Rücken-, Schulter- und Nackenschmerzen singen. Das beste Mittel dagegen: Training. Beispielsweise ein Rückentraining im Fitness­studio, um damit die Rückenmuskulatur zu stärken. Wenn die Krankenkasse schon nicht zahlt, hilft dann wenigstens das Finanzamt?

Rückentraining als Heilung

Die sportliche Betätigung dient der allgemeinen Gesunderhaltung. Daher kön­nen die Beiträge für das Fitnessstudio grundsätzlich steuerlich nicht anerkannt werden. Das gilt auch, wenn Sport als Ausgleich für eine sitzende Berufstätigkeit ausgeübt wird.

Sport kann aber auch betrieben werden, um eine Krankheit oder ein Gebrechen zu heilen oder zu seiner Besserung und Linderung beizutragen. Dann handelt es sich um Krankheitskosten. Und diese können als außergewöhnliche Belastungen abgezogen werden.

Voraussetzungen für den steuerlichen Abzug

Allerdings legen die Finanzämter hier strenge Maßstäbe an: Die medizinische Notwendigkeit der Sportausübung muss nachgewiesen werden und zwar:

  • bei anerkannten Krankheiten oder auch Unfällen durch eine Verordnung eines Arztes oder Heilpraktikers;
  • bei nicht anerkannten Behandlungsmethoden durch ein Attest des Amtsarztes oder eine Bescheinigung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung.

Der Sport muss nach den Anweisungen und unter der Leitung eines Arztes oder Heilpraktikers durchgeführt werden. Anstelle der ärztlichen Leitung genügt auch die Leitung und Beaufsichtigung durch eine andere zur Heilkunde zugelassene Person, z. B. eine Krankengymnastin. Die Leitung durch einen Sportlehrer oder Fitnesstrainer ist nicht ausreichend.

Auch genügt es nicht, dass der behandelnde Orthopäde sich gelegentlich bei der Behandlung davon überzeugt, wie sich das Rückentraining auf das Rückenleiden auswirkt und möglicherweise hin und wieder Ratschläge und Tipps gibt.

Hierzu hat kürzlich das Finanzgericht Köln entschieden: Aufwendungen für den Besuch eines Fitness- und Gesundheitsclubs sind selbst dann nicht abziehbar, wenn ein Arzt die Erforderlichkeit eines Aufbautrainings für die Muskulatur aufgrund eines schweren körperlichen Leidens pauschal bescheinigt. Die Anerkennung der entsprechenden Kosten bedürfe der Verschreibung einer konkreten und individuellen Therapiemaßnahme (Urteil vom 30.01.2019, Az.: 7 K 2297/17).

Tipp

Außer ans Finanzamt sollten Sie auch an Ihren Arbeitgeber denken: Fragen Sie ihn nach einer Kostenerstattung. Zuwendungen des Arbeitgebers für gesundheitsför­dernde Maßnahmen sind nämlich bis zu 500 Euro im Jahr steuer- und

sozialabgabenfrei. Begünstigt sind nicht nur betriebliche Programme, sondern auch Zuschüsse des Arbeitgebers an die Mitarbeiter, die diese für extern durchgeführte Maßnahmen aufwenden. Leider ist die Übernahme bzw. Bezuschussung von Mitgliedsbeiträgen an Sportvereine und Fitnessstudios nicht begünstigt. 

Fordern Sie einen Gutschein fürs Fitnessstudio: Und doch bietet sich hier eine Möglichkeit für einen Steuerbonus: Der Arbeitgeber kann den Mitarbeitern einen Gutschein bis 44 Euro zum Besuch eines Sportver­eins oder Fitnessstudios steuer- und sozialversicherungsfrei gewähren.

 

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