Die zehn besten Steuertipps für Rentner

Die zehn besten Steuertipps für Rentner

Diese Tipps sollten Sie kennen


Viele Ruheständler sind steuerpflichtig – und müssen eine Einkommensteuererklärung abgeben. Doch das heißt nicht automatisch, dass sie auch Steuern zahlen müssen. Wir haben die zehn wichtigsten Steuerspar-Möglichkeiten für Sie zusammengestellt.

1. Spenden

Zuwendungen an Kirche, Wohlfahrtsverbände oder Parteien mindern Ihre Steuer. Bei Spenden bis 200 Euro genügt der Nachweis der Zahlung anhand einer Kopie des Kontoauszugs. Bei höheren Spenden muss die Spendenbescheinigung im Original der Erklärung beigelegt werden.

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2. Krankheitskosten

Ausgaben für Ihre Gesundheit können Sie als außergewöhnliche Belastungen abziehen – soweit die Kosten die so genannte zumutbare Eigenbelastung übersteigen. Dazu gehören zum Beispiel Kosten für Medikamente, Zahnersatz, Hilfsmittel wie Prothesen oder Krankenhausaufenthalte. Erstattungen der Krankenkasse müssen Sie hier abziehen.

3. Werbungskosten

Das Finanzamt zieht von Ihrer Rente automatisch eine Pauschale von 102 Euro ab. Können Sie höhere Ausgaben wie Kosten für Rentenberater nachweisen, so erkennt das Finanzamt auch diese Ausgaben an.

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4. Haushaltshilfe

Haben Sie eine Haushaltshilfe im regulären Dienstverhältnis engagiert? Oder kommt täglich ein ambulanter Pflegedienst zu Ihnen und reinigt die Wohnung? Dann können Sie 20 Prozent der Gehaltszahlungen, max. 4.000 Euro steuermindernd ansetzen.

Bei Anstellung auf 400-Euro-Basis beträgt die Anrechnung ebenfalls 20 Prozent, maximal jedoch 510 Euro. Ausgaben für Essen auf Rädern können nicht als haushaltsnahe Dienstleistung, jedoch als außergewöhnliche Belastungen angesetzt werden. (Urteil des Finanzgerichts Münster, Aktenzeichen 14 K 1226/10 ).

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5. Kur

Haben Sie vor, aus gesundheitlichen Gründen auf Kur zu gehen und müssen einen Großteil der Kosten selbst bezahlen? Auch dies zählt zu den absetzbaren Krankheitskosten. Lassen Sie sich aber vor Kurantritt unbedingt ein amtsärztliches Attest ausstellen, welches bescheinigt, dass dieser Aufenthalt medizinisch notwendig ist.

6. Pflegeheim

Bewohner eines Pflegeheims, Altenheims oder einer Seniorenresidenz können die Ausgaben für die Unterbringung steuerlich geltend machen. Voraussetzung dafür ist, dass Sie aus krankheitsbedingten Gründen in einem Pflegeheim untergebracht sind. Dafür muss mindestens ein Schweregrad der Pflegebedürftigkeit bestehen (Pflegestufe I, II oder III).

Für Bewohner eines Heimes gilt nach Abschluss eines Heimvertrages Folgendes: Aufwendungen für Dienstleistungen, die innerhalb des Appartements erbracht werden, können auch haushaltsnahe Dienstleistungen abgesetzt werden. So auch die Reinigung des Appartements. Aufwendungen für Dienstleistungen, die außerhalb des Appartements erbracht werden, sind nur dann begünstigt, wenn im Heim ein eigenständiger und abgeschlossener Haushalt geführt wird.

7. Versicherungsbeträge

Rentner, die eine gesetzliche Rente beziehen, sollten dem Finanzamt in der Steuererklärung jeden Cent für Versicherungsbeiträge auflisten. Dabei sind folgende Arten zu unterscheiden:

  • Kranken- und Pflegeversicherung: Die Beitragszahlungen sind in Höhe der Grundversorgung voll als Sonderausgaben abziehbar.
  • Sonstige Versicherungsbeiträge: Beiträge (Kfz-Haftpflicht, Privathaftpflicht, etc.) wirken sich steuerlich nur aus, wenn die Beitragszahlungen zur Kranken- und Pflegeversicherung 1.900 Euro bei Ledigen (bei Ehepaare 3.800 Euro) pro Jahr nicht übersteigen.

8. Seniorenstudium

Bilden Sie sich auch noch im Alter fort? Dann können Sie die Ausgaben für Ihr Seniorenstudium bei der Steuer ansetzen – mit bis zu 4.000 Euro im Jahr. Voraussetzung für den Abzug ist, dass Sie nach Abschluss eine studiumsbezogene Berufstätigkeit anstreben. Dafür reicht es aus, wenn Sie sich für eine Teilzeitbeschäftigung bewerben -auch wenn Sie wegen Ihres Alters nur geringe Chance haben, die Stelle zu erhalten. Weisen Sie dies anhand der Bewerbungsunterlagen nach.

9. Pauschale Fahrtkosten bei Behinderung

Neben dem Behinderten-Pauschbetrag können Rentner auch Fahrtkosten steuerlich abziehen. Dafür muss ein Grad der Behinderung von mindestens 80 Prozent oder mindestens 70 Prozent mit Merkzeichen G oder aG vorliegen. Dann können Sie pauschal 900 Euro absetzen. Hier rechnet das Finanzamt 3.000 km je 0,30 Euro.

Bei Merkzeichen „aG“, „Bl“ oder „H“ können Sie für alle Privatfahrten bis zu insgesamt 15.000 Kilometer je 30 Cent geltend machen. Dem Finanzamt müssen Sie dafür ein Fahrtenbuch vorlegen. Sind beide Ehepartner behindert, können Sie die Kosten doppelt abziehen, selbst wenn Sie nur ein gemeinsames Auto benutzen.

Darüber hinaus können Fahrten zum Arzt mit 0,30 Euro Kilometer als Krankheitskosten angesetzt werden.

10. Unterhaltsleistungen

Unterstützen Sie Ihr Kind finanziell? Dann können Sie bis zu 8.472 Euro steuermindernd ansetzen. Voraussetzung ist, dass Sie für das Kind kein Kindergeld mehr erhalten und es kein eigenes Vermögen über 15.500 Euro hat. Hatte es im Jahr eigene Einkünfte über 624 Euro, werden diese vom absetzbaren Höchstbetrag abgezogen. Weisen Sie die von Ihnen getragenen Kosten durch Kontoauszüge nach.

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Noch mehr Tipps für Ihren Ruhestand

Neu! steuer:Ratgeber für Rentner

Dieser Ratgeber beantwortet Ihre Fragen zur Steuerpflicht im Ruhestand. Und hilft Ihnen mit praktischen Tipps dabei, dass Sie nicht mehr Steuern zahlen, als Sie müssen.

Damit der Finanzminister nur die Steuern erhält, die ihm auch wirklich zustehen: Kein Euro zu viel, ist unsere Devise.

 

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8 Comments

eigener Kommentar
  1. 1
    Kamienski

    Ich finde Ihre Tipps sehr gut,jedoch meine Frage kann ich nicht beantwortet sehen.
    Ich bin gerichtlich bestellter Betreuer ohne Bezahlung, also ehrenamtlich.
    Kann ich hier auch einen Pauschbetrag für meine Unkosten und mein Amt einsetzen ??

    Für eine schnelle Antwort bin ich Ihnen dankbar
    U. Kamienski

  2. 2
    Julius

    Hallo,
    super Artikel! Meine Großeltern und ich kennen uns nicht so gut mit Steuerrecht bzw. im Wirtschaftsbereich aus. Daher ist Ihr Blog eine immense Hilfe!

  3. 3
    Dolly

    Leider habe ich nichts gefunden zu Rechtsanwaltskosten die durch Probleme bei dem Rentenanfang angefallen sind.
    Kann ich diese Kosten auch absetzen?

  4. 4
    Christiane Meyer

    Hallo,
    ich bin jetzt in Rente und habe eine Zusatz-Krankenversicherung für z.B. Krankenhausbehandlung und Heilpraktiker von ca. 65,– € monatlich. Wie und wo kann ich die als Ausgabe eintragen ?

  5. 6
    Julius

    Vielen Dank für Ihre Tipps bzgl. der Einsparung von Steuern für Rentner. Meine Eltern sind nun seit 2 Jahren Rentner und hatten mich kürzlich dies bezüglich gefragt, ob und wie Sie Steuern sparen können. Da ich mich nicht so gut auskenne, kommt Ihr Artikel sehr gelegen, da sie genau beschreiben, welche Sachen man mit in die Steuererklärung mit einfließen lassen kann, wie z.B. die Höhe der Spenden etc.

  6. 7
    Reisch

    Frage: kann ich als Rentner auch haushaltsnahe Dienstleistungen(Maler, Handwerker etc.) geltend machen und wo muß das eingetragen werden? Danke

  7. 8
    Schröder rudi-schroederqgmx.de

    Es tut mir leid eine Steuererklärung zu machen , wo sind dennn Grenzen für Otto-Normalrentener ?.
    Lieber Sozialstaat , behalte doch die prozentuale jährliche Rentenerhöhung , dann zahlt man nur noch die Hälfte an den Fiskus !
    Für mich ist die mit viel Trara gelobte Rentenerhöhung ein politischer Wahlkampfgag.
    Na vielen Dank !

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