So erhalten Sie schneller Ihren Steuerbescheid

So erhalten Sie schneller Ihren Steuerbescheid

Mit Tricks zur schnelleren Erstattung


Dieses Jahr waren Sie ganz früh dran! Schon vor Wochen lag Ihre Steuererklärung im Briefkasten des Finanzamts. Doch seitdem: nichts. Kein Mucks mehr vom Fiskus – und Sie warten sehnlichst auf die Erstattung. Was können Sie tun?

Erziehungsmaßnahmen des Finanzamtes

Das Finanzamt hat so einige Methoden im Petto, um Steuerzahler zu erziehen: Verspätungszuschläge beim verspäteten Einreichen der Steuererklärung, Säumniszuschläge beim verspäteten Zahlen der Steuern, Zwangsgelder bei Nichteinreichen von Fragebögen usw..

Gegen den Verstoß von staatlichen Fristen kennen Beamte meist keine Gnade. Doch was, wenn Sie selbst auf die Bearbeitung der Steuererklärung warten und einfach kein Steuerbescheid kommen will?

Steuerbescheid kommt meist nach 6 bis 8 Wochen

Um eines direkt klarzustellen: Die Mehrzahl der eingereichten Steuererklärungen wird innerhalb von sechs bis acht Wochen nach Eingang bearbeitet. Und bevor der Bescheid in Ihrem Briefkasten landet ist auch meist schon die Erstattung auf dem Konto.

Doch wie überall gibt es auch im Finanzamt langsame Bearbeiter. An offizielle Bearbeitungsfristen sind sie nicht gebunden. Verwaltungsakte müssen lediglich „in angemessener Zeit“ erledigt werden. Entsprechend dieser schwammigen Aussage haben Sie somit kein Recht auf sofortiges Handeln Ihres Sachbearbeiters.

Was Sie tun können

Sie warten bereits seit mehr als einen Monat auf die Bearbeitung Ihrer Steuererklärung? Scheuen Sie sich nicht: Rufen Sie Ihren persönlichen Bearbeiter an und fragen ganz freundlich nach dem Bearbeitungsstand.

Ihr Sachbearbeiter kann Ihnen keinen triftigen Grund für die Verzögerung nennen? Vielleicht hilft ein Brief an seinen Vorgesetzten, dem Sachgebietsleiter, etwas. Doch Vorsicht: Wer findet es schon toll, bei seinem Chef angeschwärzt zu werden? Genauere Nachfragen zu bestimmten Eintragungen in Ihrer Erklärung sollten Sie daraufhin nicht verwundern.

Sollten Sie auch noch nach einem halben Jahr keinen Steuerbescheid erhalten haben, können Sie eine Untätigkeitsklage beim Finanzgericht einreichen. Dies ist jedoch als das allerletzte Mittel zu verstehen, um beim Finanzamt etwas zu bewegen. Ihr Sachbearbeiter hat nämlich bei all seinen Entscheidungen einen Ermessensspielraum. Dass er in den folgenden Jahren bei einer 50:50-Frage dann eher gegen Sie entscheidet, dürfte klar sein.

Sie haben noch etwas Zeit?

Wenn Sie nicht auf die Erstattung angewiesen sind, lassen Sie Ihrem Sachbearbeiter einfach weiterhin Zeit. Denn für jeden verbummelten Monat erhalten Sie 0,5 Prozent des Erstattungsbetrages verzinst – so viel wie bei keiner Bank!

Die Zinsfrist beginnt 15 Monate nach Ende des Veranlagungszeitraums. Für Ihre Steuererklärung 2017 bedeutet das: Ab April 2019 erhalten Sie den Erstattungsbetrag verzinst. Wer sich also nun noch ein paar Monate geduldet, kann einen sagenhaften Rekordzins auf seinem Konto verbuchen.

2 Comments

eigener Kommentar
  1. 1
    Haxha

    Wieso kann das Finanzamt sofort einen Tag nach Fristablauf schon Säumniszuschläge nehmen – und ich als Steuerzahler muss auf die Gnade des Sachbearbeiters warten, der sich Monate Zeit läßt und dann, wie bei mir nach 6 Monaten noch Unterlagen anfordert und nochmals eine Wartezeit entsteht.
    Pünktlich abgeben sollen wir die Erklärungen, dann können wir auch eine schnelle Bearbeitung erwarten oder?
    Wenn Steuererklärungen pünktlich abgegeben werden, dann sollten auch hier nach 3 Monaten spätestens Zinsen vom Finanzamt gezahlt werden und nicht erst nach einem Jahr. Ich soll ja auch bezahlen, wenn ich nur einen Tag zu spät abgebe.

  2. 2
    Helmut

    Beim Finanzamt arbeiten auch nur Menschen und manchmal kann auch etwas schief gehen. Wenn nach 6 Monaten noch Unterlagen angefordert werden ist das nicht in Ordnung. Aber wie gesagt, es arbeiten überall nur Menschen.

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