Pokergewinn steuerpflichtig

Preisgeld unterliegt Umsatzsteuer


Professionelle Pokerspieler müssen nun bangen: Das Finanzgericht Münster entschied, dass auf Turnier-Gewinne Umsatzsteuer zu zahlen ist. Doch das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Umsatzsteuer auf Royal Flush

Kein Glück hatte ein professioneller Pokerspieler nun vor dem Finanzgericht Münster: Er muss seine Spielgewinne der letzten Jahre versteuern – mit Umsatzsteuer.

Der Spieler war seit Jahren von seiner Angestelltentätigkeit beurlaubt. Jährlich nahm er an fünf bis acht Pokerturnieren teil. Zudem flossen noch Gewinne aus Internetveranstaltungen und Cash-Games auf sein Konto. Und dies über einen Zeitraum von neun Jahren.

Einnahmen laut Steuererklärung: Null Euro

In seiner Steuererklärung gab der Kartenspieler die Gewinne nicht an. Das Finanzamt wurde erst nach einem Interview auf den Spieler aufmerksam – führte prompt eine Betriebsprüfung bei ihm durch und schätzte seine Gewinne. Für 2006 setzte es Umsätze in Höhe von über 26.000 Euro an, für 2007 gar 61.000 Euro und verlangte auf diese Einnahmen Umsatzsteuer. Der Spieler beklagte dies, schließlich sei er kein Berufsspieler, und die Gewinne somit nicht steuerbare Spielgewinne.

Doch das Gericht wies seine Klage ab. Begründung: Er sei kein Freizeitspieler mehr, sondern bereits ein Profi-Pokerspieler – er habe ja schließlich seine Berufstätigkeit vorübergehend für das Spielen aufgegeben. Auch habe er andere Spieler an seinen Gewinnen beteiligt, um seine Chancen zu erhöhen. Zudem sei er viel und lange gereist, um an den verschiedenen Turnieren teilzunehmen.

“All-in” für den Fiskus?

Der Spieler habe eine sonstige Leistung mit der Teilnahme an den Turnieren erbracht. Auch wollte er mit den Teilnahmen Einnahmen erzielen. Nach den Gesamtumständen sei er somit als Unternehmer anzusehen. Mit seinem Betrieb unterliege er der Umsatzsteuer – auch mit den im Ausland erzielten Gewinnen. Seinen Aufzeichnungs-und Erklärungspflichten sei er hingegen nicht nachgekommen – daher die Schätzung.

Ein abschließendes Urteil wird noch erwartet – die Revision vor dem Bundesfinanzhof wurde zugelassen. Das aktuelle Urteil ist ziemlich brisant, schließlich war Umsatzsteuer bei Pokerspielern bisher noch nie ein Thema. Auch steht die Entscheidung des obersten Finanzgerichtes aus, unter welchen Voraussetzungen ein Kartenspieler überhaupt als Unternehmer zu qualifizieren ist.

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