Ein Weihnachtsbaum im Steuerwald

Ein Weihnachtsbaum im Steuerwald

Steuerlicher Irrweg zwischen Umsatzsteuer und Christbaum


Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, wie hoch ist dein Steuersatz? 25 Millionen Christbäume schmücken jedes Jahr die Wohnzimmer der Republik. Doch haben Sie sich schon mal Gedanken über die wirklich wichtigen Fragen rund um den Tannenbaum gemacht?

Fichte? Edeltanne? Oder gar eine stattliche Nordmanntanne? Nicht doch! Worüber bereits in der Vorweihnachtszeit gerne ein familiärer Streit entbrannt, ist dem Fiskus relativ schnuppe. Auch, ob früher mehr Lametta war. Das Finanzamt interessiert nur eine Frage: Wie hoch ist der Steuersatz?

 

weihnachtsbaum Steuerrecht

Steuersatz ist nicht gleich Steuersatz. Denn dieser hängt natürlich – wie könnte es im deutschen Steuerrecht auch anders sein- von schier unzähligen Faktoren ab. Zu allererst die Grundsatzfrage: Plastik oder Natur?

Ist die Tanne nur grüne Naturatrappe aus Plastik, müssen Sie blechen: Ganze 19 Prozent Mehrwertsteuer fallen beim Kauf an. Damit hat das Kunstbäumchen den Spitzenreiter unter den Steuersätzen bei Weihnachtsbäumen inne.

Ist das Bäumchen hingegen ein echter Baum aus Holz und Nadeln, sprich natürlich gewachsen? Gut. Dann wird es spaßig, weil erst richtig kompliziert: Denn hier verzweigt sich das staatliche Abkassieren in den Tiefen des Umsatzsteuerrechts.

Jetzt kommt es nicht mehr darauf an, was der Weihnachtsbaum ist. Nein, nun ist plötzlich der Verkäufer wichtig! Steht die Tanne im Baumarkt, Supermarkt oder bei sonstigen Gewerbetreibenden und wird von Ihnen eingepackt, müssen Sie sieben Prozent Umsatzsteuer zahlen. Soweit, so gut.

Kaufen Sie den Baum jedoch direkt beim Förster, tun sich fast schon steuerliche Abgründe auf. Denn hier kommt es darauf an, ob der Förster pauschalierender Landwirt ist. Unterliegt er der Regelbesteuerung, werden auf den Kaufpreis nochmal sieben Prozent Steuer draufgeschlagen.

Zahlt der Förster hingegen die Umsatzsteuer pauschal ans Finanzamt, erreicht der steuerliche Irrsinn endgültig seinen Höhepunkt: Hier hat der Fiskus seine Argusaugen darüber, wo der Tannenbaum denn seine Wurzeln geschlagen hatte. Es ist nämlich extrem wichtig, an welchem Ort die Tanne aufgewachsen ist: im Wald oder der Baumschule. Für den Wald-Wuchs kassiert der Fiskus nämlich 5,5 Prozent, für den Baumschulen-Baum nur 10,7 Prozent Umsatzsteuer.

Besinnliches Weihnachtsfest? Wie Sie sehen: Nicht für den Fiskus! Aber hoffentlich für Sie. In diesem Sinne:

Wir wünschen Ihnen ein frohes und ruhiges Weihnachtsfest.

Ihr Team von steuernsparen.de

 

 

3 Comments

eigener Kommentar
  1. 1
    Christian49

    Unser Weihnachtsbaum ist im Wald aufgelaufen, dann im Alter von einem Jahr
    in unserem Garten als Steckling mit Artgenossen aufgewachsen und hat
    eine artgerechte Betreuung mit viel Pflege ohne Pestizide genossen.
    Einziger Nachteil: Er piekst ein wenig – dafür STEUERFREI!

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