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Energetische Sanierung & Steuern

So profitieren Eigentümer vom Steuerbonus


Wer in eine energieeffiziente Heizungsanlage oder Wärmedämmung investiert, kann den Energieverbrauch deutlich reduzieren und damit das Klima schonen. Und das wird belohnt: Die Sanierungskosten können Sie von der Steuer absetzen. Wie Sie sich den Steuerbonus von bis zu 40.000 Euro für energetische Sanierung Ihrer Immobilie sichern, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Kurz & knapp

  • Den Steuerbonus erhalten Sie gestaffelt über 3 Jahre
  • Auch Kosten für Energieberater sind absetzbar
  • Alternativ gibt es die Bundesförderung als verbilligter Kredit oder Investitionszuschuss

Steuerliche Förderung – was bedeutet das?

Seit dem 01.01.2020 gewährt der Staat für die energetische Gebäudesanierung eigener selbstgenutzter Immobilien einen Steuerbonus. Damit können Eigentümer pro Haus oder Wohnung 20 Prozent der Kosten von der Steuer absetzen. Die Besonderheit dabei ist: Geld zurück gibt es neben Lohn- und Fahrtkosten auch für Anschaffungskosten für das Material.

Blitz IconFür den Steuerbonus für die energetische Sanierung gibt es eine Ablauffrist: Gefördert werden nur Maßnahmen, die zwischen 01.01.2020 und 31.12.2029 begonnen und abgeschlossen werden.

Wer kann die steuerliche Förderung erhalten?

Die steuerliche Förderung gibt es für alle, die Ihr selbstgenutztes Eigenheim energetisch sanieren möchten. Und da der Förderbetrag von der individuellen Steuerschuld abgezogen wird, können viele Eigentümer davon profitieren.

Wie funktioniert der Steuerbonus?

Die Investitionsobergrenze liegt bei 200.000 Euro – davon können Sie bis zu 20 Prozent von der Steuer absetzen – und zwar verteilt über 3 Jahre. Somit ergibt sich ein Steuervorteil von insgesamt bis zu 40.000 Euro. Dabei handelt es sich um eine sogenannte „Tarifermäßigung“. Das bedeutet, die Beträge werden direkt von Ihrer Einkommensteuer abgezogen. Das lohnt sich vor allem für diejenigen, die viel Einkommensteuer zahlen.

Jahr der Veranlagung/MaßnahmeMaximale Ermäßigung in ProzentMaximale Ermäßigung in Euro
1. Jahr714.000
2. Jahr714.000
3. Jahr612.000

Dieser maximale Steuerbonus von 40.000 Euro gilt pro Haus oder Wohnung. Sie können im Förderzeitraum mehrere Maßnahmen durchführen lassen und die Kosten von der Steuer abziehen, bis Sie den Höchstbetrag der Erstattung erreichen. Haben Sie mehrere Immobilien – etwa eine Zweitwohnung, die Sie selbst bewohnen und nicht vermieten – können Sie für jedes der Objekte jeweils bis zu 40.000 Euro absetzen.

Info Icon GrafikSie können die Sanierungskosten nur einmal steuerlich absetzen. Wurden energetische Maßnahmen bereits als Werbungskosten, Betriebsausgaben, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastung berücksichtigt, können Sie für dieselben Maßnahmen keine steuerliche Förderung mehr bekommen.

Zudem gibt es die steuerliche Förderung auch für die energetische Baubegleitung und Fachplanung.

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Beispiel: Energetische Sanierung Steuern Beispiel Grafik

Stefanie möchte ihr Haus auf Vordermann bringen und lässt neue Fenster einsetzen. Die Kosten für die energetische Sanierung belaufen sich auf 30.000 Euro. Und so kann Sie mit dieser Sanierungsmaßnahme über einen Zeitraum von 3 Jahren Steuern sparen:

Jahr der Maßnahme Absetzbare Ermäßigung Steuerersparnis Höchstbetrag
1.       Jahr 7 % 2.100 Euro 14.000 Euro
2.       Jahr 7 % 2.100 Euro 14.000 Euro
3.       Jahr 6 % 1.800 Euro 12.000 Euro
Gesamte Steuerersparnis   6.000 Euro 40.000 Euro

Von dem maximal möglichen Steuervorteil hat Stefanie insgesamt 6.000 Euro verbraucht. Die übrigen 34.000 Euro kann sie für andere Maßnahmen noch bis 2030 verwenden.

  • Das Haus auf Vordermann bringen und dabei Steuern sparen? Wie es geht lesen Sie in unsrem Beitrag zur Renovierung.

Was gilt bei mehreren Eigentümern?

Sie möchten eine Immobilie sanieren, die Sie zwar selbst bewohnen, bei der Sie aber nicht der alleinige Eigentümer sind? Sind Sie nicht verheiratet oder haben keine eingetragene Lebenspartnerschaft, wird die Steuermäßigung für die Aufwendungen berücksichtigt, die auf Ihren Miteigentumsanteil entfallen. Zudem gilt: Der Höchstbetrag der Steuerermäßigung für die begünstigte Immobilie kann insgesamt nur einmal in Anspruch genommen werden. Den Steuervorteil gibt es also nicht pro Miteigentümer.

 

Beispiel:

Das Paar Stefan und Stefanie haben 2018 gemeinsam ein Haus zu je 50 Prozent Miteigentumsanteil gekauft, das sie zusammen bewohnen. Im Jahr 2020 lassen sie das Haus mit den begünstigten Maßnahmen energetisch sanieren. Die Kosten belaufen sich auf 100.000 Euro. Dafür kommen beide je zur Hälfte auf. Da Stefan und Stefanie gemeinsam im Haus wohnen, steht beiden der Steuerbonus zu je 50 Prozent zu. Sie machen die Kosten wie folgt geltend:

In ihren Steuererklärungen 2020, 2021 und 2021 setzt das Paar die Kosten jeweils mit 50.000 Euro an. Für die ersten beiden Jahren werden ihnen jeweils 7 Prozent bwz. 3.500 Euro erstattet, für das dritte Jahr 6 Prozent bzw. 3.000 Euro. Insgesamt ergibt sich damit eine Steuerersparnis von 20.000 Euro. Damit ist der Förderbetrag zur Hälfte aufgebraucht. Bis Ende 2029 können Stefan und Stefanie die übrigen 20.000 Euro für weitere energetische Sanierungsmaßnahmen verwenden.

Hat die begünstigte Immobilie mehrere Mieteigentümer, die nicht alle darin privat wohnen, gilt Folgendes: Nur derjenige Mieteigentümer, der diese Immobilie zu privaten Wohnzwecken nutzt, kann in den Genuss der Förderung kommen. Und zwar in Höhe seines Mieteigentumsanteils.

energetische Sanierung Steuerbonus Beispiel Geschwister

Beispiel:

Die Geschwister Maria und Martin erben ein Haus und werden dadurch Miteigentümer. Aber nur Maria wohnt in dem Haus privat. Je nach Miteigentumsanteil steht nur Maria diese Förderung zu. Bei einem Anteil von 50 Prozent würde Maria also vom Steuervorteil in Höhe von 40.000 Euro profitieren.

Welche energetischen Maßnahmen werden gefördert?

Energetische Sanierung Infografik

Gefördert werden folgende Einzelmaßnahmen, die Ihr Eigenheim energieeffizienter machen:

  • Wärmedämmung von Wänden, Geschossdecken oder Dachflächen
  • Erneuerung von Fenstern, Außentüren
  • Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage
  • Einbau von digitalen Systemen, durch die Betrieb und Verbrauch optimiert werden
  • Erneuerung alter Heizungsanlagen oder Optimierung bestehender Heizungsanlagen, die älter als 2 Jahre alt sind
Blitz IconAchtung: Die Steuerermäßigung gilt für alle Maßnahmen, die auch von KfW oder BAFA als förderfähig klassifiziert sind. Bei der Erneuerung einer Heizungsanlage werden Öl-Heizungen nicht steuerlich gefördert. Einen Steuervorteil für Gasheizungen gibt es nur in Kombination mit einer erneuerbaren Wärmequelle.

Damit nicht einfach mal saniert wird, um Steuervorteile einzustreichen, gibt es für die einzelnen begünstigten Sanierungsmaßnahmen klare technische Vorgaben. Details dazu finden Sie in der Verordnung zur Bestimmung von Mindestanforderungen.

50 Prozent der Beraterkosten sparen

Haben Sie einen Berater engagiert, der die Planungen oder die Baumaßnahmen bei Ihrer energetischen Snairung fachlich begleitet, gibt es auch hier Sparpotenzial: Bis zu 50 Prozent der Kosten für den Energieberater können Sie abziehen. Diese Kosten werden in der Steuererklärung nicht auf 3 Jahre verteilt, sondern vollständig im ersten Jahr der Sanierungsmaßnahme berücksichtigt.

Voraussetzung: Der Berater ist vom BAFA als Energieberater oder als Energieeffizienz-Experte der KfW zugelassen.

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Welche Voraussetzungen gelten?

Damit Sie das Geld für die energetische Sanierung vom Finanzamt zurückholen können, müssen Sie bestimmte Voraussetzungen beachten:

Selbstgenutztes Eigenheim
Die Immobilie müssen Sie selbst bewohnen. Wenn Sie die Immobilie verkaufen oder vermieten, verpufft der Steuerbonus für das jeweilige Jahr.
Immobilie ist älter als 10 Jahre
Zum Beginn der Sanierung muss das Gebäude älter als 10 Jahre sein. Dafür ist der Tag wichtig, an dem der Bauantrag gestellt wurde oder die Bauunterlagen eingereicht wurden. Ist der Tag nicht bekannt, gilt der 1. Januar des Baujahres als Beginn der Herstellung.
Zeitraum der Sanierung
Die Baumaßnahmen werden im Zeitraum vom 01.01.2020 bis zum 31.12.2029 durchgeführt.
Umsetzung durch Fachunternehmen
Die Baumaßnahmen müssen anerkannte Fachunternehmen durchführen. Diese müssen auch bescheinigen, dass die energetischen Mindestanforderungen für die Steueranrechnung nach § 35c EStG erfüllt sind. Dafür muss das amtlich vorgeschriebene Muster verwendet werden.
Rechnung
Die Fachfirma muss Ihnen eine Rechnung in deutscher Sprache ausstellen. Darin muss folgendes enthalten sein: die Maßnahmen, die Arbeitsleistung und die Adresse des Objekts.
Bezahlung
Bezahlen sollten Sie unbedingt per Überweisung. Barzahlungen erkennt das Finanzamt nicht an.

Alternative zum Steuerbonus: Förderprogramme des Bundes

Klimaneutral bis 2045 – so lautet das erklärte Ziel der Politik. Um die Sanierungslaune anzukurbeln, werden Sanierungen nicht nur steuerlich, sondern auch mit der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) unterstützt. Zum 01.07.2021 ist die Bundes­förderung für effiziente Gebäude (BEG) bei der KfW gestartet. Die BEG EM ist im Januar 2021 in der Zuschussvariante beim BAFA angelaufen.

Mit den staatlichen Förderungen können Sie vergünstigte Kredite von bis zu 150.000 Euro sowie einen Zuschuss zu den förderfähigen Kosten von 75.000 Euro erhalten.

Blitz IconDiese Fördergelder können Eigentümer alternativ zum Steuerbonus in Anspruch nehmen – aber nicht zusätzlich.

Die BEG teilt sich in 3 Teilprogramme auf und beinhaltet:

  • Förderdarlehen mit günstigen Zinsen und Tilgungszuschuss für die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohngebäude (BEG WG) und für die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM)
  • Investitionszuschüsse für die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM)
Info GlühbirneMit der BEG werden die bisherigen Förderungen von KfW und BAFA für die Energieeffizienz von Gebäuden und die Nutzung erneuerbarer Wärme neu geordnet. Mehr Informationen finden Sie bei bei der KfW und dem BAFA.

Wie erhalte ich den Steuerbonus für energetische Sanierung?

  1.  Entscheiden Sie sich für eine Förderung  Möchten Sie den Steuervorteil nutzen, dürfen für die Maßnahmen nicht zusätzlich andere Förderungen in Anspruch nehmen.
  2.  Prüfen Sie die Voraussetzungen  Als erstes müssen Sie prüfen, ob Ihre Sanierungsmaßnahmen die Voraussetzungen für die steuerliche Förderung erfüllen.
  3.  Füllen Sie die Steuererklärung aus  Einen Antrag vorab müssen Sie nicht stellen. Sie erhalten den Steuerbonus einfach, indem Sie Ihre Steuererklärung abgeben.Zudem müssen Sie dem Finanzamt eine spezielle amtliche Bescheinigung des Fachunternehmens vorlegen. Dadurch bestätigt die Fachfirma, dass die Maßnahmen die technischen Mindestanforderungen der neuen Verordnung für energetische Sanierungsmaßnahmen erfüllen und dass alle Arbeiten von einem Fachbetrieb ausgeführt wurden.
  4.  Denken Sie an die Folgejahre  Da es den Steuerbonus gestaffelt über 3 Jahre gibt, müssen Sie dann auch jedes Jahr die Steuererklärung machen. Um die volle Förderung zu bekommen, müssen Sie Ihre Ausgaben also dreimal in der Steuererklärung angeben.

Steuererklärung einfach mit WISO Steuer

Unser Tipp: Machen Sie es sich einfach – mit WISO Steuer. Um Formulare müssen Sie sich dabei keinen Kopf machen. Einfach Fragen beantworten und schon sehen Sie direkt, wie hoch Ihre Erstattung ausfällt. Dann nur noch mit dem Steuer-Versand papierlos abgeben – fertig!

So geht’s: Unter Thema hinzufügen -> sonstige Angaben -> Förderung von Wohneigentum machen Sie einfach Ihre Angaben zu den energetischen Sanierungsmaßnahmen.

Energetische Sanierung WISO Steuer Screenshot

Steuererklärung machen Geräte BannerQuelle: BMF, BAFA

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  1. 1
    D.Zoch

    Hinweis: Bekommt man für eine Pellettsheizung Förderung von der BAFA, so kann man keinerlei Kosten in der Steuererklärung geltend machen,
    zum Beispiel; Förderung durch BAFA 6000,- Euro , Handwerkerkosten = 7200,- Euro. Den Differenzbetrag kann man nicht geltend machen!
    BEGRÜNDUNG fINANZAMT,. MAN HAT BEREITS fÖRDERUNG ERHALTEN . So holt sich der Staat einen Teil seiner Förderung ??? zurück.
    Vielen Dank dafür.

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