Sauna & Steuer

Teurer schwitzen dank Steuererhöhung


Bislang werden Saunabäder als Heilbäder angesehen und deshalb ermäßigt besteuert. Nun hat der Fiskus seine Meinung geändert – und langt seit 2015 kräftig zu. Alles zum Thema Sauna-Steuer erfahren Sie hier:

Volkssport Saunieren jetzt höher besteuert

Mehr als 16 Millionen Deutsche haben 2013 öffentliche Saunabäder besucht. Schwitzen in der Sauna macht nicht nur Spaß, sondern schützt vor allerlei Krankheiten und führt zu Entspannung und Wohlbefinden.

Zahlreiche gesundheitliche Beeinträchtigungen können durch den Gang in die Sauna vermieden werden. Was aber kaum jemand weiß: Das Eintrittsticket ist nur mit dem ermäßigten Umsatzsteuersatz von sieben Prozent belastet.

Schwitzen als Heilbehandlung

Im Jahr 2005 urteilte der Bundesfinanzhof, für Saunieren solle der ermäßigte Steuersatz nur dann gelten, wenn dies im Rahmen einer medizinischen Heilbehandlung erfolge. Er sei nicht mehr für das Schwitzen im Wellnessbereich anzuwenden, denn dort diene es dem allgemeinen Wohlbefinden (Aktenzeichen V R 54/02).

Die Finanzverwaltung hat erfreulicherweise das verkomplizierende BFH-Urteil mit einem Nichtanwendungserlass belegt. Begründung: “Entgegen der Auffassung des Bundesfinanzhofs sei nicht auszuschließen, dass eine Sauna allgemeinen Heilzwecken diene.” Aha! (BMF-Schreiben vom 20.3.2007).

19 Prozent Steuer auf Saunabesuche seit 2015

Nun haben die Finanzbehörden beschlossen, das Steuerprivileg nun doch zum Jahresbeginn 2015 zu beenden und Saunaleistungen künftig mit dem allgemeinen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent zu belasten. Allerdings konnten die Lobbyisten noch einen Aufschub erreichen: Jetzt kommt der Steuerschreck erst zum 01.07.2015.

In die Sauna gehen ist jetzt Wellness

Nun also soll die Schwitzerei plötzlich nicht mehr als Gesundheitsprophylaxe, sondern als Wellness-Vergnügen gelten. Damit müssen entweder die Sauna-Betreiber auf viel Geld verzichten, oder der Eintritt für die Gäste wird deutlich teurer. Statt beispielsweise 20 Euro sind dann 22,25 Euro zu zahlen. Betroffen sind auch Wellness-Hotels in Deutschland.

Die Branche ist empört und befürchtet einen dreistelligen Millionenschaden. Der Deutsche Sauna-Bund schimpft: “Einem nackten Mann greift man nicht so schamlos in die Taschen!”.

Weiterhin werden Sauna-Besuche ermäßigt mit sieben Prozent besteuert, wenn sie ärztlich verordnet werden. Eine Möglichkeit zum Schutz vor der erhöhten Mehrwertsteuer ist also ein Rezept vom Arzt, der aus gesundheitlichen Gründen einen Saunabesuch verordnet.

Die Frage nur ist, wie dies in der Praxis gehandhabt werden soll. Gibt es dann zwei Eintrittspreise – einen für die Kurenden und einen für die Wellnessenden?

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