Unterstützung für Alleinerziehende

Unterstützung für Alleinerziehende

Wie Sie für Ihr zweites Kind einen Zusatzfreibetrag erhalten


2015 gab es gute Nachrichten für Alleinerziehende: Der Entlastungsbetrag wurde von 1.308 Euro auf 1.908 Euro angehoben. Zusätzlich oben drauf kamen erstmals für das zweite und jedes weitere Kind im Haushalt 240 Euro.

Diese Beiträge können bei Arbeitnehmern bereits während des Jahres beim monatlichen Lohnsteuerabzug steuermindernd berücksichtigt werden – und führen so zu einem niedrigeren Abzug von Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. Doch was müssen Sie dafür tun? Wir zeigen es Ihnen.

1. Entlastungsbetrag: Steuerklasse II beantragen

Der (Grund-)Entlastungsbetrag von 1.908 Euro wird berücksichtigt, indem Sie beim Finanzamt ganz einfach die Steuerklasse II beantragen. Der Entlastungsbetrag ist in die Lohnsteuertabelle eingearbeitet. Allerdings wird dabei nur ein Kind berücksichtigt.

Beim Antrag verlangt das Finanzamt eine Erklärung über Ihren Stand, die mit dem Vordruck Erklärung für den Antrag auf Steuerklasse II (PDF) abgeben können. Diesen können Sie hier  herunterladen.

2. Erhöhungsbetrag: Lohnsteuerfreibetrag beantragen

Für den neuen Erhöhungsbetrag von 240 Euro ab dem zweiten Kind müssen Sie etwas mehr tun: Sie müssen sich beim Finanzamt einen Lohnsteuerfreibetrag bei den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM) eintragen lassen.

Dieser Freibetrag wird ab dem Antragsmonat auf die verbleibenden Monate des Jahres verteilt. Er muss bis spätestens 30.11. des betreffenden Steuerjahres beantragt werden. Der Arbeitgeber greift auf die Datenbank zu, berücksichtigt den monatlichen Freibetrag und behält entsprechend weniger Lohnsteuer vom Arbeitslohn ein. Für die Beantragung des Freibetrages ist die sonst übliche Antragsgrenze von 600 Euro nicht maßgeblich.

Für den Antrag auf Berücksichtigung des Erhöhungsbetrages verwenden Sie das Formular Vereinfachter Antrag auf Lohnsteuerermäßigung 2016. Diesen können Sie auf steuernsparen.de hier herunterladen.

Wichtig: Ab 2016 gilt der beantragte Lohnsteuerfreibetrag für einen Zeitraum von zwei Kalenderjahren. Wenn sich innerhalb der zwei Jahre die Verhältnisse zu Ihren Ungunsten ändern, sind Sie verpflichtet, den Freibetrag ändern zu lassen. Dies kommt in Betracht, wenn Sie heiraten oder mit einem Lebensgefährten zusammenziehen.

Falls Sie einen Lohnsteuerfreibetrag beantragen, sind Sie verpflichtet, nach Ablauf des Steuerjahres eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Falls der Entlastungs- und Erhöhungsbetrag beim Lohnsteuerabzug nicht berücksichtigt wurde, können beide Beträge auch erst mit der Einkommensteuererklärung beantragt werden (in der „Anlage Kind“).

Wichtig

Liegen die Voraussetzungen für Entlastungsbetrag und den neuen Erhöhungsbetrag nicht vor, wird gekürzt: Um ein Zwölftel für jeden vollen Kalendermonat, in dem die Voraussetzungen dafür nicht vorliegen.

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