Welche Steuerklasse ist die Beste?

Welche Steuerklasse ist die Beste?

Was Ehepaare beachten sollten


Wieviel Geld Sie monatlich auf Ihr Konto erhalten, hängt vor allem von der Steuerklasse ab. Eheleute und Lebenspartner haben hierbei die Qual der Wahl: Je nach gewählter Lohnsteuerklasse können Sie Ihre Steuerlast unterschiedlich verteilen.

Wer kann die Steuerklasse wechseln?

Nicht jeder kann seine Steuerklasse wechseln. Diese Möglichkeit haben grundsätzlich nur Ehepartner, die beide Arbeitslohn beziehen, unbeschränkt steuerpflichtig sind und nicht dauernd getrennt leben. Sie können jedes Jahr aufs Neue zwischen verschiedenen Kombinationen Ihrer Steuerklassen wählen:

  • III und V
  • IV und IV
  • Faktorverfahren

Welchen Vorteil bringt ein Steuerklassenwechsel?

Die Höhe der jährlichen Steuerschuld ändert sich durch unterschiedliche Steuerklassen zwar nicht. Doch bei einer geschickten Wahl der Steuerklassen haben Sie Monat für Monat mehr Geld übrig – besser, als auf die Steuererstattung nach Jahresende vom Finanzamt zu warten.

Mit der richtigen Steuerklassenkombination erreichen Sie, dass die monatlich einbehaltene Lohnsteuer möglichst nahe an die gemeinsame Jahressteuerschuld von Ihnen und Ihrem Partner herankommt.

Wann können Sie die Steuerklasse wechseln?

Der Wechsel ist grundsätzlich nur einmal im Jahr möglich. Ausnahmen: Sie oder Ihr Partner beziehen keinen Arbeitslohn mehr, einer von Ihnen beginnt einen neuen Job oder Sie trennen sich. Auch wenn Sie Nachwuchs erwarten und Elterngeld beantragen wollen, dürfen Sie unterjährig wechseln.

Welche Steuerklassen-Kombination ist die Beste?

Dies lässt sich pauschal leider nicht sagen. Welche der Kombinationen für Sie und Ihren Partner am günstigsten ist, hängt von der Höhe der monatlichen Arbeitslöhne sowie der eingetragenen Freibeträge ab.

Steuerklassen III und V

Die Kombination der Steuerklassen III und V ist dann am günstigsten, wenn Sie und Ihr Ehepartner stark unterschiedlich hohe Einkommen haben. Dies ist der Fall, sobald der höhere Arbeitslohn mindestens 60 Prozent Ihres gesamten Ehepaar-Einkommens ausmacht. Der Ehepartner mit dem größeren Einkommen wählt die Steuerklasse III, der andere dann die Steuerklasse V.

Arbeitet nur einer von Ihnen beiden, bekommt dieser automatisch die Steuerklasse III.

Bei dieser Kombination haben Sie einen verhältnismäßig niedrigen Lohnsteuerabzug. Daher kann es mit Abgabe der Steuererklärung, zu der Sie dann verpflichtet sind, zu Steuernachzahlungen kommen.

Sie und Ihr Ehepartner haben monatliche Arbeitslöhne von 3.500 Euro und 1.800 Euro. Hier ist die Kombination der Steuerklassen III und V am günstigsten:

€ 671,31 € 734,80
Lohnsteuer und Soli bei III / VLohnsteuer bei IV / IV
Arbeitslohn € 1.800 € 372,05 € 149,28
Arbeitslohn € 3.500 € 299,26 € 585,52

Steuerklassen IV und IV

Sie und Ihr Ehepartner verdienen ungefähr gleich viel? Dann ist die Kombination aus den Steuerklassen IV und IV am günstigsten.
Die Arbeitslöhne von Ihnen und Ihrem Ehepartner gleichen Sich ungefähr; der Geringere liegt bei 2.500 Euro. Hier ist nun die Wahl der Steuerklassen IV und IV steuerlich besser:

€ 784,59 € 760,65
Lohnsteuer und Soli bei III / VLohnsteuer bei IV / IV
Arbeitslohn € 2.500 € 600,99 € 315,18
Arbeitslohn € 3.000 € 183,60 € 445,47

Faktorverfahren

Das Faktorverfahren bietet sich an, wenn es zwischen Ihnen und Ihrem Partner einen großen Gehaltsunterschied gibt. Dabei erhalten Sie beide jeweils die Steuerklasse IV. Durch einen Faktor, der vom Finanzamt mathematisch ermittelt wird, wird außerdem die steuermindernde Wirkung des Splittingverfahrens beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt.

Durch diese Berechnung gleicht der Lohnsteuerabzug ziemlich genau der voraussichtlichen Steuerschuld zum Jahresende. Dadurch ergibt sich, im Gegensatz zur Steuerklassenkombination III und V, kaum die Gefahr von Steuernachzahlungen. Allerdings sind Sie bei Wahl dieser Kombination auch wieder verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben.

2 Comments

eigener Kommentar
  1. 1
    René

    Das hört sich immer gut an mit dem mehr Geld bei unterschiedlichen Steuerklassen. Wir hatten das nach unserer Hochzeit auch gemacht, promt hat uns das Finanzamt zur vierteljährlichen Vorsteuer verdonnert. Da hat mir das mehr auf dem Konto auch nichts gebracht.

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