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Energiepreispauschale: 300 Euro Bonus vom Staat

Was bedeutet das für die Steuererklärung?

Wegen der gestiegenen Energiepreise greift der Staat mit einer Energiepreispauschale von 300 Euro unter die Arme. Aber wer bekommt sie? Wann wird die Pauschale ausbezahlt? Und was muss man eigentlich bei der Steuer beachten? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Kurz & knapp

  • Die Energiepreispauschale soll die steigenden Energiepreise abfedern
  • Die Pauschale von 300 Euro können alle Berufstätigen erhalten – auch Minijobber
  • Stichtag für die Auszahlung: 01.09.2022
  • Wer die Pauschale nicht ausbezahlt bekommt, kann sie über die Steuererklärung 2022 erhalten

Was ist die Energiepreispauschale?

Erst die Corona-Pandemie und dann auch der Ukraine-Konflikt haben für vieles die Preise in die Höhe getrieben. Aufgrund der stark gestiegenen Energiepreise fürchten viele nun auch eine saftige Rechnung vom Energieversorger. Um die Bürger zu entlasten, hat die Bundesregierung diverse Entlastungspakete geschnürt – eine Maßnahme davon ist die Energiepreispauschale (EPP) von 300 Euro. Diese Einmalzahlung erhalten alle, die im Jahr 2022 aktiv erwerbstätig sind. Nur bei der Auszahlung kann es zu unterschiedlichem Vorgehen kommen.

Energiepreispauschale Infografik

Das sind die Maßnahmen aus dem Energie-Entlastungspaket 2022

Energie-Entlastungspaket 2022
EnergiepreispauschaleErwerbstätige erhalten einmalig 300 Euro
9-Euro-TicketBundesweit gültiges Monatsticket für den Nahverkehr von 9 Euro, erhältlich seit 1. Juni jeweils für die Monate Juni, Juli und August
KinderbonusEltern erhalten einmalig 100 Euro pro Kind von der Familienkasse ausgezahlt
Bonus für Empfänger von Sozialleistungen Bezieher von Sozialleistungen erhalten einmalig 100 Euro
TankrabattEnergiesteuer auf Kraftstoffe gesenkt: für Benzin um 30 Cent je Liter, für Diesel um 14 Cent je Liter
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Wer bekommt die 300 Euro Energiepreispauschale?

Die Energiekostenpauschale in Höhe von 300 Euro bekommt jeder, der zum 01.09.2022 berufstätig ist und die Lohnsteuerklasse 1 bis 5 hat. Damit sind Beschäftigte in Voll- aber auch Teilzeit gemeint.  Anspruch haben auch Auszubildende, bezahlte Werkstudenten, Beamte, Richter und Soldaten.
Bei Verheirateten erhält jeder Ehepartner die 300 Euro, vorausgesetzt beide sind erwerbstätig.

Erhalten Empfänger von Lohnersatzleistungen die Energiepreispauschale?

Bekommst du einen Lohnersatz, wenn du zum Beispiel in Kurzarbeit warst, hast du auch Anspruch auf die Energiepauschale. Das gilt auch für Kranken-, Mutterschafts- oder Elterngeld.

Bekommen Minijobber die Energiepreispauschale?

Die Energiepreispauschale erhalten grundsätzlich auch alle, die im Jahr 2022 geringfügig beschäftigt sind oder waren. Beim 450-Euro-Job (520 Euro ab Oktober 2022) darf der Arbeitgeber ebenfalls die 300 Euro auszahlen. Dabei gilt aber, dass es der einzige Job sein muss. Wer neben dem Hauptberuf noch einen Minijob ausübt, darf nicht doppelt kassieren. Dein Arbeitgeber kann dazu eine Bestätigung verlangen, dass der Minijob dein Hauptberuf ist.

Ist der Arbeitgeber nicht verpflichtet, die EPP direkt auszuzahlen, kannst du die Pauschale über die Steuererklärung für das Jahr 2022 holen.

Erhalten Rentner die Energiepreispauschale?

Wer schon sein Altersruhegehalt bekommt und keinen Nebenverdienst hat, hat keinen Anspruch auf die Auszahlung der Pauschale. Die Regierung begründet das damit, dass für Juli 2022 die Rentenerhöhung beschlossen wurde: um 5,35 Prozent in Westdeutschland und um 6,12 Prozent in Ostdeutschland.

Willst du als Rentner von der Energiepreispauschale profitieren, müsstest du wieder arbeiten. Von Tipps, sich schnell noch etwa als Babysitter für die Enkelkinder anstellen zu lassen, solltest du allerdings Abstand nehmen. Denn nimmst du einen Job an, nur um die Pauschale zu bekommen, wird das Finanzamt diese Vorgehensweise nicht akzeptieren.

Bekommen Studierende die Energiepreispauschale?

Grundsätzlich steht die Energiepreispauschale Studenten wie auch Rentnern nicht zu. Doch auch hier gilt: Studierst du und verdienst im Jahr 2022 nebenher etwas mit deinem Minijob, zählst du zu den geringfügig Beschäftigten. Das bedeutet, du bekommst ebenso die Pauschale.

Erhalten Selbstständige die Energiepreispauschale?

Von der Energiepreispauschale profitieren sollen auch Selbstständige, also Land- und Forstwirte, Gewerbetreibende und Freiberufler. Für sie gilt, dass die Vorauszahlungen im Jahr auf die Einkommensteuer beim nächsten Termin um 300 Euro gekürzt werden darf. Teilweise verschicken die Bundesländer auch neue Vorauszahlungsbescheide, in denen die 300 Euro bereits abgezogen sind. Zahlen Selbstständige keine Vorauszahlungen oder weniger als 300 Euro, kann die Energiepauschale über die Steuererklärung 2022 geltend gemacht werden.

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Wie bekomme ich die Pauschale ausbezahlt?

Hast du Anspruch auf die Energiepauschale, kannst du sie auf 2 Wegen bekommen:

  • vom Arbeitgeber ausbezahlt
  • über die Steuererklärung

Die gute Nachricht ist, dass die meisten Arbeitnehmer nichts machen müssen, um an die 300 Euro zu kommen. Voraussetzung: Es besteht ein Arbeitsvertrag am 01.09.2022. Wer an diesem Datum also in einem Dienstverhältnis steht, bekommt die Energiekostenpauschale automatisch direkt vom Arbeitgeber mit dem Gehalt ausbezahlt. Das gilt auch, wenn man gerade Eltern- oder Krankengeld bekommt. Alle anderen im Jahr 2022 aktiv Erwerbstätigen müssen den Umweg über die Steuererklärung gehen.

Ich habe am 01.09.2022 neben der Hauptbeschäftigung auch einen Minijob. Kann ich wählen, wer die EPP auszahlt?

Nein, die Energiekostenpauschale ist in diesen Fällen nur vom Hauptarbeitgeber auszuzahlen.

Ich befinde mich am 01.09.2022 in Elternzeit. Bekomme ich trotzdem die EPP?

Ja. Beschäftige in Elternzeit erhalten die EPP, wenn sie im Jahr 2022 auch Elterngeld bekommen. Die Pauschale zahlt in der Regel dein Arbeitgeber. Falls nicht, können Elterngeldbezieher auch die EPP über die Steuererklärung 2022 erhalten.

Das aktive Dienstverhältnis endet vor dem 01.09.2022 und die Rente beginnt. Bekomme ich die EPP über den Arbeitgeber ausbezahlt?

Nein. Die Energiekostenpauschale bekommst du, wenn du die Steuererklärung für das Jahr 2022 abgibst.

Ich wurde vor dem 01.09.2022 arbeitslos – erhalte ich die EPP?

Ja. Aber da es zum 01.09.2022 kein aktives Beschäftigungsverhältnis gibt, kannst du die 300 Euro nur über die Steuererklärung für das Jahr 2022 erhalten.

Was müssen Arbeitgeber beachten?

Die Auszahlung der Energiepreispauschale an Arbeitnehmer zählt als Betriebsausgabe. Finanziert wird sie über eine Absenkung – oder sogar einem Minusbetrag – bei der Lohnsteuer. Diese Refinanzierung über die Lohnsteuer-Anmeldung zählt als Betriebseinnahme. Im Ergebnis sind die Zahlungsvorgänge somit beim Arbeitgeber ohne Gewinnauswirkung.
Übersteigt die insgesamt zu zahlende Energiepauschale den Betrag, der insgesamt an Lohnsteuer an das Finanzamt abzuführen ist, wird der übersteigende Betrag dem Arbeitgeber vom Finanzamt erstattet.

Experten Tipp

Bestätigung über erstes Dienstverhältnis einholen

Möchten Arbeitgeber die EPP an geringfügig Beschäftige auszahlen, sollen sie sich eine Bestätigung ausstellen lassen, dass es sich dabei um das „Erste Dienstverhältnis“ handelt. So soll eine doppelte Auszahlung bei mehreren Jobs vermieden werden. Die Bestätigung kann formlos ausfallen. Als Formulierungshilfe kannst du unsere Muster-Vorlage nutzen: Muster-Vorlage – Bestätigung des ersten Dienstverhältnisses

Wann kommt das Geld?

Alle Arbeitnehmer erhalten das Geld automatisch im September 2022 mit ihrem Gehalt vom Arbeitgeber ausgezahlt.

Wer die Pauschale über die Steuererklärung holen muss, muss diese zunächst für das Steuerjahr 2022 abgeben. Die Pauschale kommt dann als Rückerstattung.

Muss ich die Energiepreispauschale versteuern?

Ja, die Energiepreispauschale ist steuerpflichtig. Der Betrag wird vom Arbeitgeber zusätzlich zum Bruttolohn ausbezahlt und anschließend über die Lohnsteuer versteuert. Das Vorgehen ist also genauso wie bei einem zusätzlichen Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.

Je höher das Gehalt, desto weniger bleibt von der Energiekostenpauschale

Für Spitzenverdiener mit einem hohen Steuersatz bleibt von der Energiekostenpauschale weniger übrig als bei denjenigen, die einen niedrigeren Steuersatz haben. Nur wer mit seinem zu versteuernden Einkommen unter dem steuerlichen Grundfreibetrag von 10.347 Euro liegt, profitiert von dem vollen Betrag der Pauschale.

Wie trage ich die Energiekostenpauschale in der Steuererklärung ein?

Die Regierung hat festgelegt, dass die Energiepreispauschale von 300 Euro nur dann vom Arbeitgeber direkt ausbezahlt wird, wenn man am 01.09.2022 berufstätig ist. Die Auszahlung wird dann in deiner Lohnsteuerbescheinigung unter Zeile 3 im Bruttolohn vermerkt. Diese Zahlen übernimmst du einfach in deine Steuererklärung.

Unser Tipp: Mit dem Steuer-Abruf kannst du auf das Tippen verzichten: Die Lohnsteuerbescheinigung übermittelt der Arbeitgeber an das Finanzamt. Diese Daten ruft WISO Steuer direkt beim Finanzamt ab und trägt sie an die richtige Stelle in der Steuererklärung ein.

Bist du zum 01.09.2022 nicht beschäftigt, auch nicht als Minijobber, erhältst du die 300 Euro Energiepreispauschale nicht vom Arbeitgeber ausbezahlt. In diesen Fällen solltest du unbedingt eine Steuererklärung für das Jahr 2022 abgeben. Denn so kannst du dir die Pauschale vom Finanzamt noch holen.

Wo in der Steuererklärung du die Angaben machen solltest, steht noch nicht endgültig fest. Wir halten dich aber auf dem Laufenden: Sobald die Finanzverwaltung dazu entscheiden hat, informieren wir dich hier.

Wichtig: Die Energiekostenpauschale gibt es nur einmal. Hat dein Arbeitgeber dir die Pauschale also ausbezahlt, kannst du sie natürlich nicht noch einmal in der Steuererklärung berücksichtigen.

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