Überbrückungshilfe

Unterstützung für Selbstständige und kleine Unternehmen


Die Überbrückungshilfe geht in die zweite Phase und schon bald können Anträge gestellt werden. Doch was genau ist das eigentlich und wer wird dadurch gefördert? Erfahren Sie in diesem Beitrag alles rund um Antragstellung, Voraussetzung und Höhe der Corona-Förderung.

***AKTUELL***

Am 28.10.2020 hat die Bundesregierung angekündigt, die Überbrückungshilfe auch ins Jahr 2021 hinein zu verlängern.   Damit ginge die Hilfe dann in die dritte Phase. Zudem soll es eine Neustarthilfe für Soloselbständige geben. Wir halten Sie über alle relevanten Änderungen auf dem neusten Stand.

Überbrückungshilfe in 3 Phasen

Die Überbrückungshilfe erstreckt sich bisher über zwei Phasen. Eine Dritte hat die Regierung bereits angekündigt. Der Antrag wird immer für die entsprechende Phase gestellt und die Hilfe für diese Monate ausgezahlt:

Phase 1

Ausgezahlt wird die Überbrückungshilfe der ersten Phase für die Fördermonate Juni bis August 2020 bis zum 30.11.2020. Die Antragsfrist für die Überbrückungshilfe “Phase 1” endete am 09.10.2020.

Blitz IconNach Ablauf der First können keine Anträge mehr für die Monate Juni bis August 2020 gestellt werden. Sie haben aber die Möglichkeit, die Hilfe in der zweiten Phase zu beantragen.

Phase 2

Aktuell geht die Überbrückungshilfe in die zweite Phase für die Fördermonate September bis Dezember 2020. Anträge hierfür können ab Mitte Oktober 2020 bis zum 31.12.2020 gestellt werden. Damit einher geht eine Absenkung der Zugangsvoraussetzungen sowie eine Aufstockung der Fördermittel. Die nachfolgenden erläuterten Voraussetzungen und Regelungen beziehen sich auf die “Überbrückungshilfe II”.

Phase 3

Da uns die Pandemie und ihre Folgen voraussichtlich auch noch ins nächste Jahr hinein begleiten werden, ist eine weitere Verlängerung der finanziellen Hilfen geboten. Auch für die Zeit bis zum 30.06.2021 soll der Antrag auf eine Überbrückungshilfe möglich sein. Für diese dritte Phase sind weitere Erleichterungen und Anpassungen bei den Voraussetzungen und Anträgen vorgesehen. Unter anderem soll das höchstmögliche Fördervolumen von 50.000 Euro auf 200.000 Euro angehoben werden. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Wer kann Überbrückungshilfe beantragen?

Mit der Überbrückungshilfe sollen Selbständige unterstützt werden, die durch die Corona-Krise erhebliche Verluste erleiden. Antragsberechtigt sind:

  • Soloselbstständige und Freiberufler (ausgenommen nebenberuflich Selbstständige)
  • Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU)
  • Gemeinnützige Unternehmen und Organisationen, die dauerhaft am Markt sind (unabhängig von ihrer Rechtsform)
Achtung Steuer Hinweis IconAchtung! Den Antrag können Sie nicht selbst stellen. Das kann nur ein Wirtschaftsprüfer, Steuerberater oder vereidigter Buchprüfer für Sie tun. Dieser prüft zunächst Ihre Umsätze. Wenn er den Umsatzeinbruch bestätigen kann, stellt er für Sie den Antrag. Das Gute: Immerhin dürfen Sie die Kosten für Steuerberater und Co. von der Überbrückungshilfe bezahlen.

Welche Voraussetzungen gibt es?

Die Überbrückungshilfe erhalten nur diejenigen, die durch die Corona-Pandemie nachweislich unter hohen Umsatzeinbußen leiden.

Dabei werden die Monate April bis August 2019 mit den Monaten April und August 2020 verglichen. Nur wenn Ihr Umsatz in zwei zusammenhängenden Monaten  um mindestens 50 Prozent zurückging, erhalten Sie die Hilfe. Zusätzlich muss der Umsatzeinbruch im Durchschnitt der 5 Monate im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mindestens 30 Prozent betragen. Wichtig dabei ist, dass der Umsatz tatsächlich durch die Corona-Pandemie gesunken ist.

Eine Freistellung von diesen Voraussetzungen gibt es für Unternehmen, die vor dem 1. April 2019 gegründet wurden. Und zwar dann, wenn im Zeitraum April bis August 2019 weniger als 15 Prozent des Jahresumsatzes 2019 erwirtschaftet wurde.

Info Icon GrafikHaben Sie Ihr Unternehmen bzw. Ihre Selbstständigkeit erst nach Juni 2019 gegründet, werden die Monate November und Dezember 2019 herangezogen. Auch für saisonale Unternehmen gelten andere Regelungen. Mehr dazu erfahren Sie im FAQ-Katalog zur Überbrückungshilfe.

Wie läuft die Antragstellung ab?

Wie bereits erwähnt kann der Antrag nur von einem Wirtschaftsprüfer, Steuerberater oder vereidigten Buchführer gestellt werden. Sie müssen sich zunächst also zum Beispiel an einen Steuerberater wenden. Dieser prüft, wie stark Ihre Umsätze zurückgegangen sind. Darüber hinaus erstellt er eine Prognose, wie hoch der Umsatzrückgang in den nächsten Monaten voraussichtlich ist und wie hoch Ihre Fixkosten dabei ausfallen. Ergibt die Prüfung, dass Sie Anspruch auf die Hilfe haben, kann er den Antrag für Sie stellen. Das geht online auf der Seite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Nach Ablauf des Bewilligungszeitraums werden Ihre Zahlen erneut geprüft. Dabei wird verglichen, ob die tatsächlichen Zahlen der anfänglichen Prognose Ihres Steuerberaters entsprechen. War Ihr Ergebnis unter Berücksichtigung von Umsätzen und Kosten besser als angenommen, müssen Sie einen Teil der Hilfe zurückzahlen. Ergibt sich aus der Schlussbetrachtung ein höherer Anspruch, wird Ihre Hilfe nachträglich aufgestockt.

Wie hoch ist die Überbrückungshilfe?

Die Überbrückungshilfe wird für die Monate der jeweiligen Phase gewährt (Juni-August bzw. September-Dezember). Die Höhe der Hilfe richtet sich nach der Höhe des Umsatzeinbruchs:

Umsatzrückgang gegenüber dem VorjahresmonatHöhe der Überbrückungshilfe 2. Phase
40 bis 50 Prozent50 Prozent der Fixkosten
50 bis 70 Prozent60 Prozent der Fixkosten
Über 70 Prozent90 Prozent der Fixkosten

Für Unternehmen, die zwischen dem 1. September und 31. Oktober 2019 gegründet wurden, sind die Monate November 2019 bis Februar 2020 zum Vergleich heranzuziehen.

Zur Vereinfachung hier ein Beispiel:

In den Monaten Juli und August 2020 hatten Sie 50 Prozent weniger Umsatz als in den Monaten  2019. Im Durchschnitt der Monate April bis August 2020 hatten Sie im Schnitt einen Umsatzeinbruch von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das bedeutet, dass Sie Anspruch auf die Hilfe haben. Nun wird geklärt, wie hoch Ihr Anspruch ist. Dafür wird Ihre Prognose für die Fördermonate September bis Dezember betrachtet.

Erwarten Sie beispielsweise einen 60-prozentigen Rückgang Ihres Umsatzes in allen drei Monaten, wird Ihnen die Hilfe in Höhe von 60 Prozent Ihrer Fixkosten ausgezahlt (siehe Tabelle).

Info GlühbirneBei der Berechnung Ihrer Förderungssumme kommt es nicht mehr auf die 50 Prozent-Grenze an. Denn diese Zahl ist nur wichtig, um zu ermitteln, ob Sie grundsätzlich Anspruch haben. Für die Höhe der Förderung gilt eine Mindestgrenze von 30 Prozent. Das bedeutet, dass Sie für einen Monat nur dann die Hilfe erhalten, wenn Ihr Umsatz um mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat eingebrochen ist. Es kann also beispielsweise sein, dass Sie für September und Oktober Hilfe erhalten, für November und Dezember jedoch nicht, wenn da Ihr erwarteter Umsatzrückgang weniger als 30 Prozent beträgt.
 Die maximale Förderung liegt bei 200.000 Euro für 4 Monate.  Für einen Monat erhalten Sie also maximal 50.000 Euro. Die Anzahl der Beschäftigung hat für die Überbrückungshilfe der ersten Phase noch eine entscheidende Rolle im Hinblick auf den Förderhöchstbetrag gespielt. In der zweiten Phase kommt der Anzahl der Beschäftigten hierbei jedoch keine Bedeutung mehr zu.

Wofür kann die Förderung verwendet werden?

Die Hilfe erhalten Sie leider nicht zur freien Verfügung. Denn es ist genau festgeschrieben, für welche Zwecke das Geld ausgegeben werden darf. Bei Verstößen muss die Förderung im schlimmsten Fall zurückerstattet werden.

Fixkosten

Betriebliche Fixkosten, die um Förderzeitraum anfallen, können Sie mit der Überbrückungshilfe begleichen. Hierzu zählen unter anderem:

  • Miete oder Pacht von betrieblich genutzten Räumen oder Grundstücken (inklusive Mietnebenkosten und Kosten für das häusliche Arbeitszimmer)
  • Miete oder Leasing für betrieblich genutzte Maschinen oder Fahrzeuge
  • Zinsen für betriebliche Kredite und Darlehen
  • Wartung und Instandhaltung von Anlagevermögen
  • Nebenkosten wie Strom, Wasser Heizung, Reinigung und Hygienemaßnahmen
  • Grundsteuer
  • Betriebliche Lizenzgebühren
  • Abos, Versicherungen und weitere feste Ausgaben, wie Beiträge für Industrie- und Handelskammer, Kontoführungsgebühren etc.
  • Kosten, die für die Beantragung der Überbrückungshilfen anfallen, wie etwa Steuerberaterkosten

Kosten der privaten Lebensführung

Ihre privaten Kosten dürfen Sie grundsätzlich nicht von der Überbrückungshilfe bezahlen. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Miete oder Pacht für privat genutzte Räume oder Grundstücke
  • Tilgungsraten
  • Private Versicherungen
  • Gewerbesteuer und andere Steuern, die in variabler Höhe anfallen
Info GlühbirneUm Unternehmer und Soloselbständige auch in diesem Bereich zu unterstützen, wurde die Beantragung der Grundsicherung (SGB II) vereinfacht. Leistungen der Grundsicherung dürfen Sie zusätzlich zur Überbrückungshilfe beantragen.

Personalkosten

Angestellte, für die Sie Kurzarbeitergeld beantragen können, dürfen Sie nicht von Geldern der Überbrückungshilfe bezahlen. Sind die Voraussetzungen für das Kurzarbeitergeld jedoch nicht erfüllt, können Sie 10 Prozent der Personalkosten mit der Hilfe abdecken. Unternehmerlöhne und Geschäftsführergehälter dürfen ebenfalls nicht von der Überbrückungshilfe bezahlt werden.

Anders ist es bei Auszubildenden. Um zu vermeiden, dass Unternehmen Ausbildungsplätze reduzieren, können die Kosten hierfür vollständig von der Überbrückungshilfe abgedeckt werden.

Was ist der Unterschied zur Corona-Sofort-Hilfe?

Im Gegensatz zur Corona-Sofort-Hilfe fällt die Überbrückungshilfe deutlich höher aus. Dafür gelten jedoch auch strengere Voraussetzungen für die Antragstellung. Auf diese Weise sollen Betrugsversuche eingedämmt werden. Darüber hinaus können auch gemeinnützige Unternehmen und Organisationen die Überbrückungshilfe beantragen.

Was ist die Neustarthilfe?

Bei der Neustarthilfe handelt es sich um einen Bestandteil der Überbrückungshilfe III. Gefördert werden damit Soloselbstständige wie Künstler und Kulturschaffende. Die Neustarthilfe ist als Pauschale für die Betriebskosten der Selbstständigen zu sehen und wird als Vorschuss einmalig bezahlt. Sie muss nicht zurückbezahlt werden. Ebenso erfolgt keine Anrechnung auf die Grundsicherung. Förderzeitraum sind die Monate Dezember 2020 bis Juni 2021.

Die Antragstellung wird voraussichtlich am Anfang des Jahres 2021 möglich sein. Sobald uns hierzu weitere Informationen vorliegen, lassen wir Sie es wissen.

Wie hoch ist die Förderung?

Wer zum begünstigten Personenkreis zählt, soll künftig eine Betriebskostenpauschale in Höhe von 25 Prozent erhalten. Die 25 Prozent beziehen sich jeweils auf den Umsatz im Vergleichszeitraum. Die Auszahlung erfolgt einmalig in Höhe von bis zu 5.000 Euro. Damit sollen die Betriebskosten bis zum Juni 2021 abgedeckt sein.

Was ist der Vergleichszeitraum?

Als Vergleichszeitraum gilt jeweils der entsprechende Monat im Jahr 2019. Wer seine Selbstständigkeit erst nach dem 01.10.2019 begonnen hat, hat die Wahl. Als Referenz kann dann entweder der durchschnittliche Monatsumsatz der Vorkrisenmonate Januar und Februar 2020 gewählt werden. Oder aber der durchschnittliche Monatsumsatz der Monate Juli bis September 2020.

Wer darf einen Antrag stellen?

Antragsberechtigt sind Sie, wenn Sie folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie erhalten im Rahmen der Überbrückungshilfe III keinen weiteren Zuschuss.
  • Im Vergleichszeitraum stammen Ihre Einkünfte zu mindestens 51 Prozent aus selbstständiger Tätigkeit.
  • Ihr Umsatz ist im Vergleich zum Vergleichszeitraum um mehr als 50 Prozent zurückgegangen.

Wann muss ich die Neustarthilfe zurückzahlen?

Ist Ihr Umsatzeinbruch geringer als erwartet, müssen Sie den erhaltenen Zuschuss zurückzahlen. Und zwar …

  • bei einem Umsatz von 50 bis 70 Prozent zu einem Viertel,
  • bei einem Umsatz zwischen 70 und 80 Prozent zur Hälfte,
  • bei einem Umsatz zwischen 80 und 90 Prozent zu drei Viertel und
  • bei einem Umsatz oberhalb von 90 Prozent des Vergleichszeitraums vollständig.
Achtung Steuer Hinweis IconAm Ende des Förderzeitraums müssen Sie selbst die Endabrechnung erstellen. Dabei müssen Sie auch Einkünfte aus einer Anstellung den Umsätzen hinzurechnen. Kommen Sie zu dem Ergebnis, die Neustarthilfe (anteilig) zurückzahlen zu müssen, teilen Sie das unaufgefordert der Bewilligungsstelle mit. Zeit haben Sie dafür bis zum 31.12.2021. Darüber hinaus finden Nachprüfungen zur Bekämpfung von Subventionsbetrug statt.

 

Was gilt aus steuerlicher Sicht?

Hier verhält es sich genauso, wie bei der Sofort-Hilfe. Den Zuschuss müssen Sie als Betriebseinnahme angeben und versteuern. Im Gegenzug dürfen Sie eventuelle Rückzahlungen auch als Betriebsausgabe angeben. Als sogenannter echter Zuschuss ist die Überbrückungshilfe zudem nicht umsatzsteuerbar. Es fällt also keine Umsatzsteuer an.

Die Gesamthöhe der Zuschüsse müssen Sie in der Steuererklärung 2020 angeben. Hierfür wurde die Anlage Corona eingeführt.

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