Computer von der Steuer absetzen

Arbeitsmittel und Co.


Anschaffungskosten für Arbeitsmittel, die erfahrungsgemäß über einen Zeitraum von mehr als einem Jahr für die berufliche Tätigkeit verwendet werden, sind grundsätzlich auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer des Arbeitsmittels zu verteilen. Wie Sie den Computer von der Steuer absetzen erfahren Sie hier.

Nutzungsdauer des Computers

Ein Anhaltspunkt für die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer eines Wirtschaftsguts ist die amtliche AfA-Tabelle. Ihr kann zum Beispiel entnommen werden, dass die Nutzungsdauer einesComputers drei Jahre beträgt. Achtung: Bei Verteilung der Anschaffungskosten auf die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, ist im Jahr der Anschaffung der Jahresbetrag der Abschreibung um den Betrag zu kürzen, der auf den Zeitraum vor der Anschaffung entfällt.

Für Wirtschaftsgüter, die nach dem 31.12.2010 angeschafft werden, ist die Verteilung der Anschaffungskosten nur noch in gleichmäßigen Jahresbeträgen möglich (lineare Abschreibung). Die degressive Abschreibung wurde abgeschafft.

Beispiel: Ein Computer wird am 10.04.2011 für 1.785 EUR inklusive 285 EUR Umsatzsteuer von Frau Müller angeschafft. Sie nutzt dieses Arbeitsmittel ausschließlich für ihre Tätigkeit als Lehrerin. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer für den Computer beträgt 3 Jahre. Im Jahr 2011 kann Frau Müller nur die Abschreibung für 9 Monate (April bis Dezember) ansetzen. Ihre Werbungskosten für 2011 betragen 446,25 EUR (1.785 EUR /3 Jahre*9/12).

In den Jahren 2012 und 2013 betragen Frau Müllers Werbungskosten jeweils 595 EUR, im Jahr 2014 immerhin noch 148,75 EUR (Januar bis März).

Wann kann ich einen Laptop absetzen?

Grundvoraussetzung für den Abzug der Ausgaben als Werbungskosten bei der Steuererklärung ist, dass Sie den Gegenstand beruflich nutzen. Dies müssen Sie dem Finanzamt glaubhaft machen. Denn wenn nicht klar ersichtlich ist, ob ein Gegenstand beruflich oder privat genutzt wird, zückt das Finanzamt gerne den Rotstift. In der Folge verweigert es den Werbungskostenabzug und sieht die Ausgaben als Kosten der privaten Lebensführung an. Argumente zur beruflichen Nutzung können hier beispielsweise Weiterbildung oder berufliche Recherchen von zu Hause aus sein.

Was, wenn der Laptop auch privat genutzt wird?

Nutzen Sie den PC zu einem geringen Teil privat, drückt das Finanzamt beide Augen zu – sie können trotzdem den vollen Kaufpreis bei der Steuererklärung absetzen. Eine geringe Nutzung wird hier bei maximal zehn Prozent gesehen.

Nimmt Ihnen das Finanzamt die geringe private Nutzung nicht ab, sollten Sie zumindest einen anteiligen Kostenabzug durchsetzen. Sie können Ihre Kosten dann entsprechend der beruflichen und privaten Nutzung aufteilen. Meistens schätzen die Finanzämter den beruflichen Anteil in solchen Fällen auf 50 Prozent.

Sofortabzug bei geringem Kaufpreis

Haben Sie ein echtes Schnäppchen gemacht und ein Gerät für unter 410 Euro netto ergattert? So können Sie die Ausgaben direkt komplett im Jahr des Kaufes bei der Steuererklärung als Werbungskosten absetzen. Eine Abschreibung über mehrere Jahre ist dann nicht notwendig. Maßgebend ist der Nettobetrag ohne Umsatzsteuer, der Rechnungsbetrag darf somit höchstens 487,90 Euro bei 19 Prozent Mehrwertsteuer betragen.

WICHTIG: Ab 2018 steigt dieser Betrag für geringwertige Wirtschaftsgüter auf 800 Euro netto (brutto: 952 Euro).

Lineare Abschreibung auf mehrere Jahre

Anders bei höheren Beträgen: Hier müssen Sie die Kosten für die Steuer über die Nutzungsdauer verteilen. Der Fachmann spricht hier von abschreiben.

Die Nutzungsdauer von Computern, Tablett-PCs, Notebooks und Netbooks beträgt drei Jahre. Dies wurde in der amtlichen AfA-Tabelle festgelegt. Gleiches gilt für das Zubehör sowie sämtliche Peripheriegeräte, z. B. Drucker und Scanner. Im Erstjahr gilt eine streng zeitanteilige Ermittlung der Abschreibung.

Beispiel: Sie kaufen am 01.10.2016 ein Notebook für 900 Euro. Die Abschreibung beträgt auf drei Jahre verteilt 300 Euro im Jahr. Im Jahr 2016 beträgt die Abschreibung jedoch nur 75 Euro (3/12 von 300 Euro). In 2017 und 2018 sind jeweils 300 Euro abziehbar. Im Jahr 2019 beträgt die restliche Abschreibung dann 225 Euro (300 Euro abzgl. 75 Euro).

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Drucker, Scanner und Co.: Was gilt bei Peripheriegeräten?

Um den Kaufpreis für ein Gerät direkt im Jahr des Kaufes komplett absetzen zu können, muss es selbstständig nutzungsfähig sein. Die Aufwendungen für das einzelne Wirtschaftsgut dürfen hier maximal 410 Euro netto (Rechnungsbetrag: höchstens 487,90 € einschließlich Mehrwertsteuer) betragen.

Kann das Gerät nur zusammen mit anderen Geräten genutzt werden? Beispielweise ein Drucker, Scanner oder Bildschirm? Dann müssen diese Peripheriegeräte zusammen mit dem Computer abgeschrieben werden.

Anders ist es bei Kombinationsgeräten. Ein solches kann beispielsweise sowohl als Drucker zusammen mit dem PC, als auch unabhängig vom Rechner als Fax und Kopierer genutzt werden können. Gleiches gilt für externe Datenspeicher, die unabhängig vom Computer der Speicherung, dem Transport und der Sicherung von Daten dienen. Liegt der Kaufpreis eines solchen Kombigerätes unter 410 Euro, so sind die Kosten sofort im Jahr der Anschaffung als Werbungskosten in der Steuererklärung abziehbar.

Mit dem Computer einheitlich abgeschrieben werden

  • Monitor
  • Tastatur
  • Maus
  • Festplatte
  • Diskettenlaufwerk
  • CD-ROM-Laufwerk
  • CD-Brenner
  • internes Modem
  • Arbeitsspeicher
  • Graphikkarte
  • Soundkarte
  • ISDN-Karte
  • Netzwerkkarte
  • Monitor
  • Tastatur
  • Maus

Separat abgeschrieben werden

  • Drucker
  • Scanner
  • Plotter
  • Streamer
  • Beamer
  • ZIP-Laufwerk
  • Internet-Modem
  • externe Datenspeicher

Der Preis lag unter 410 Euro

Betrugen die Anschaffungskosten ohne Mehrwertsteuer weniger als 410 Euro (ab 2018: 800 Euro)? Dann können Sie diese sofort in voller Höhe als Werbungskosten in Ihrer Steuererklärung absetzen. Sie haben jedoch auch die Möglichkeit, die Kosten über die Nutzungsdauer zu verteilen.

Peripheriegeräte wie Drucker, Scanner, Plotter, Grafiktablett und Beamer müssen Sie eigenständig abzuschreiben, auch wenn die Anschaffungskosten weniger als 410 Euro betragen.

Eine Ausnahme gilt bei Multifunktionsgeräten, die beispielsweise nicht nur als Drucker, sondern unabhängig vom Rechner auch als Fax und Kopierer genutzt werden können. Hier können die Anschaffungskosten unter 410 Euro direkt im Jahr des Kaufes in voller Höhe abgesetzt werden. Dasselbe gilt für externe Datenspeicher, mit denen unabhängig vom Rechner Daten gespeichert, transportiert und gesichert werden können.

Der Preis lag über 410 Euro

Betragen die Anschaffungskosten mehr als 410 Euro ohne Mehrwertsteuer (ab 2018: 800 Euro)? Dann müssen Sie diese gleichmäßig über einen Zeitraum von 36 Monaten verteilen, im Steuersprech heißt dies „abschreiben“. In jedem Jahr ist die sogenannte „Absetzung für Abnutzung“ (AfA) als Werbungskosten absetzbar.

Diese Regeln zur Abschreibung gelten ebenfalls für Peripheriegeräte mit Anschaffungskosten unter 410 Euro, die

  • selbstständig bewertungsfähig, aber nicht selbstständig nutzungsfähig sind, z. B. Drucker, Scanner oder Beamer
  • selbstständig bewertungsfähig und selbstständig nutzungsfähig sind, falls statt der Sofortabschreibung wahlweise die Option zur dreijährigen Abschreibung gewählt wird, z. B. Multifunktionsgeräte, externe Datenspeicher.

Und wie lang ist die voraussichtliche Nutzungs- und Abschreibungsdauer für einen PC und für selbstständig bewertungsfähige Peripheriegeräte? Sie beträgt nach der amtlichen AfA-Tabelle für PCs, iPads, Workstations, Notebooks, Drucker, Scanner und andere Peripheriegeräte 3 Jahre.

Wie hoch ist die Abschreibung im Jahr des Kaufes?

Im Jahr der Anschaffung ist die Jahres-AfA nur zeitanteilig absetzbar, und zwar für jeden Monat mit einem Zwölftel der Jahres-AfA. Der verbleibende Rest aus dem Anschaffungsjahr kann im vierten Jahr abgesetzt werden. Stattdessen können Sie aber auch ganz einfach für jeden Monat der Nutzung 1/36 der Anschaffungskosten in der  Steuererklärung ansetzen.

Beispiel: Gerd kauft am 20.05.2018 einen Computer mit Drucker zum Preis von 1.800 Euro.

 
Anschaffungskosten des PC 2018 1.800 Euro
AfA 2018: 8/36 von 1.800 Euro 400 Euro
AfA 2019: 12/36 600 Euro
AfA 2020: 12/36 600 Euro
AfA 2021 (Rest aus 2018) 200 Euro

 

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