Grenzgänger in die Schweiz

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Krasse Einschränkung bei Firmenwagen


Eine neue EU-Verordnung bestimmt nun, dass deutsche Arbeitnehmer ihren Schweizer Firmenwagen nicht mehr für Privatfahrten in Deutschland nutzen dürfen.

Bisherige Regelung

Arbeitnehmer, die in Deutschland wohnen und in der Schweiz beschäftigt sind, müssen bei der Nutzung eines Firmenwagens beachten, dass darauf nicht Zoll und Einfuhrumsatzsteuer anfallen.

Bisher ist der Firmenwagen frei von Einfuhrabgaben, wenn der Pkw für dienstliche Zwecke und zum eigenen Gebrauch genutzt wird.

Einzige Einschränkung ist also, dass das Fahrzeug nicht von anderen Personen, z.B. Familienangehörigen, genutzt wird. Zudem muss die Privatnutzung im Arbeitsvertrag geregelt sein (Artikel 561 Absatz 2 der EU-Verordnung Nr. 2454/93).

Keine Privatfahrten mehr nach Deutschland

Nun regelt eine neue EU-Verordnung, dass ab Juni 2015 deutsche Arbeitnehmer ihren Schweizer Firmenwagen nicht mehr für Privatfahrten in Deutschland nutzen dürfen. Der Firmenwagen ist jetzt nur noch dann frei von Einfuhrabgaben, wenn die Privatnutzung ausschließlich für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte gestattet wird.

Außerdem ist die Nutzung für die Ausführung einer im Arbeitsvertrag vorgesehenen Aufgabe, z.B. für Dienstreisen oder Fahrten im Rahmen eines Kundendienstes in Deutschland oder in der EU, zulässig. Es bleibt dabei, dass ein Anstellungsverhältnis notwendig ist, Selbstständige also von der Zollbefreiungsmöglichkeit ausgeschlossen sind (Durchführungsverordnung EU 2015/234 vom 13.2.2015).

Vorsicht: Einfuhrumsatzsteuer

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass im Falle einer weitergehenden privaten Nutzung des Firmenfahrzeuges, z.B. zu Einkaufszwecken oder Urlaubsfahrten, keine Befreiung von den Einfuhrabgaben mehr möglich ist. Eine solche rein private Nutzung führt regelmäßig zur Entstehung der Zoll- und Einfuhrumsatzsteuerschuld. In Deutschland werden 10 Prozent Zoll und 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer erhoben.

Hinweis

Um die Einfuhrabgaben zu vermeiden, sollte der Arbeitsvertrag angepasst und die Privatnutzung nur auf die Fahrten zur Arbeit begrenzt werden. An diese Regelung sollte man sich strikt halten.

Ferner sollten im Arbeitsvertrag möglichst alle Aufgaben, die eine grenzüberschreitende Fahrt nach Deutschland bzw. in die EU erfordern könnten, aufgeführt sein. Eine Kopie des Arbeitsvertrages sollte im Fahrzeug stets mitgeführt werden.

Falls der Firmenwagen doch weiterhin privat genutzt werden soll, bleibt nur der Weg, das Schweizer Fahrzeug offiziell in Deutschland zum freien Verkehr anzumelden. Dies hat allerdings Konsequenzen, die im nachstehenden Beitrag näher erläutert werden.

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