Grenzgänger Schweiz

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Arbeitslohn möglichst günstig in Euro umrechnen!


Grundsätzlich gilt für Arbeitnehmer, die ihren Arbeitslohn in fremder Währung erhalten: Sie müssen ihn in der Steuererklärung in Euro umrechnen. Falls im Ausland Steuern einbehalten wurden, müssen Sie auch diese zwecks Anrechnung auf die Steuerschuld in Euro umrechnen.

Wie dies genau zu erfolgen hat, hatte der Bundesfinanzhof Ende 2009 geklärt (BFH-Urteil vom 3.12.2009, BStBl. 2010 II S. 698):

  • Die Umrechnung hat entsprechend dem Zu- und Abflussprinzip zum Zeitpunkt des Zuflusses zu erfolgen. Dies ist bei Arbeitslohn der Fall, wenn das Gehalt dem Konto bei der Bank gutgeschrieben wird.
  • Die Umrechnung hat lt. BFH mit dem Euro-Referenzkurs der Europäischen Zentralbank zu erfolgen. Und zwar mit den monatlichen Durchschnittskursen.

100 CHF = 81,00 EUR

Die Finanzverwaltung wendet das BFH-Urteil bei Grenzgängern, die in der Schweiz tätig sind, nicht an. Sie sollen in ihrer Steuererklärung in der „Anlage N“ sowohl ihren Arbeitslohn als auch die schweizerische Abzugsteuer in Schweizer Franken eintragen. Die Finanzämter wandeln diese Beträge dann jahresbezogen – nicht monatsbezogen! – in Euro um. Dabei verwenden sie einen Durchschnitts-Jahresbetrag, den die Finanzverwaltung vorgibt. Für das Jahr 2011 wurde der Umrechnungskurs wie folgt festgelegt: 100 CHF = 81,00 EUR (LfSt Bayern vom 1.2.2012).

Nach unserer Auffassung widerspricht diese jahresbezogene Umrechnung den Vorgaben des Bundesfinanzhofs, der ausdrücklich eine monatsbezogene Umrechnung gefordert hatte.

Monatlich umrechnen günstiger

Die Methode mit einem jahresbezogenen Durchschnittskurs ist natürlich praktisch und bequem. Doch bei starken Wechselkursschwankungen muss das für Arbeitnehmer nicht die günstigste Methode sein. Gerade im Jahre 2011 kam es zur erheblichen Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro. Deshalb sind monatliche Umrechnungskurse vorteilhafter, solange diese unter dem Jahres-Durchschnittskurs liegen. Und genau dies war in den Monaten Januar bis Mai 2011 der Fall war. In diesen Monaten gab es für 100 CHF weniger Euro als den Durchschnittskurs von 81 Euro – und somit ist auch der steuerpflichtige Arbeitslohn niedriger.

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