Laubfegen lassen & Steuern sparen

Kehrarbeiten von der Steuer absetzen


Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder … Das bedeutet auch:  Herbstputz! Das fallende Laub muss beseitigt werden und sorgt für viel Arbeit sowohl im Garten als auch auf den Straßen. Gern gibt der eine oder andere diese unliebsame Aufgabe an den Fachmann ab. Und es lohnt sich, denn bestimmte Kosten trägt das Finanzamt mit. Erfahren Sie hier, wie Sie mit Hilfe beim Laubfegen nicht nur Arbeit, sondern auch Geld sparen!

Laubfegen lassen und bis zu 4.000 Euro Steuern im Jahr sparen

Sie beauftragen einen externen Dienstleister zur Beseitigung und Entsorgung des Herbstlaubs? Dann können Sie sich einen Teil der Kosten nach Jahresende bei der Steuererklärung zurückholen. Das Stichwort lautet hier: Haushaltsnahe Dienstleistungen.

Darunter versteht man  Leistungen, die regelmäßig im und ums Haus anfallen. Üblicherweise werden sie von einem Familienmitglied erledigt (z. B. Kehren, Laubfegen, Gartenarbeiten, …). Das Finanzamt akzeptiert sogar den Abzug für Kosten, die nicht unbedingt in der Hauptwohnung, sondern zum Beispiel auch am Zweitwohnsitz oder der privaten Ferienwohnung anfallen. Ebenso zählt eine Wohnung, die Sie ihrem Kind für das Sie Kindergeld erhalten, zur unentgeltlichen Nutzung überlassen (BMF-Schreiben vom 9.11.2016).

Dabei dürfen Sie sich die Hilfe auch etwas kosten lassen: bis zu 20.000 Euro im Jahr dürfen Sie an Ausgaben für Lohnkosten, Maschinenkosten sowie zugehörige Fahrtkosten geltend machen. 20 Prozent davon können Sie direkt von der Steuerschuld abziehen. Das bedeutet: 4.000 Euro können Sie maximal an Steuern zurückholen.

Rechnung & Überweisung sind Pflicht

Doch nichts auf der Welt gibt’s für umsonst: Auch der Steuervorteil der haushaltsnahen Dienstleistungen ist an Bedingungen geknüpft. So müssen Sie dem Finanzamt unter anderem auf Nachfrage die Belege für die gezahlten Beträge vorlegen können. Apropos gezahlte Beträge: Bar auf die Hand geht leider nicht.Grünes Licht bekommen Sie vom Finanzamt nur, wenn Sie die Rechnung per Überweisung begleichen. Denn zur Vermeidung von Schwarzarbeit werden Barzahlungen steuerlich nicht gefördert.

Tipps für die Rechnung:

Damit Ihrer Steuerersparnis nichts im Wege steht, achten Sie unbedingt darauf, dass die Posten auf der Rechnung aufgeschlüsselt sind. Aus der Rechnung müssen unter anderem der enthaltene Lohnanteil und Materialkosten hervorgehen. Die schriftliche Rechnung sollte zudem folgende Angaben enthalten:

  • Auftraggeber
  • Auftragnehmer
  • Art und Inhalt der Leistung
  • Datum
  • Entgelt

Unser Tipp bei umfangreichen Leistungen:

Prüfen Sie, in wie weit Sie den geltenden Höchstbetrag bereits ausgeschöpft haben. Ist die Grenze überschritten, lohnt es sich, mit dem Dienstleister in Verhandlung zu treten. Da der Höchstbetrag für jedes Jahr neu gilt, können Sie versuchen, die Zahlung ins neue Jahr aufzuschieben. Denn für das Finanzamt ist das Datum der Überweisung entscheidend, nicht wann die Arbeiten tatsächlich ausgeführt wurden.

Was kann ich als Mieter ansetzen?

Auch als Mieter gehen Sie nicht leer aus, wenn Ihr Vermieter oder die Hausverwaltung die Fachkräfte engagieren. Denn die Kosten tragen Sie am Ende anteilig über die Nebenkostenabrechnung. Aus dieser können Sie den Anteil, der auf Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen entfällt, ebenfalls dem Finanzamt in Rechnung stellen.

Auch als Teil einer Wohnungseigentümergemeinschaft können Sie Ihren Anteil der Kosten geltend machen. Achten Sie darauf, dass die gesamten Kosten aufgeschlüsselt und Ihrer Wohneinheit zugeordnet sind.

Und als Vermieter? Haushaltsnahe Dienstleistungen können Sie nur für private Wohnräume absetzen. Vermietete Objekte zählen also nicht dazu. Dennoch gehen Sie nicht leer aus: Denn die Aufwendungen sind für Sie als Werbungskosten in der Anlage V der Einkommensteuererklärung abzugsfähig.

Haushaltsnah – was zählt dazu?

Auch ohne eigenes Grundstück kommen Arbeiten wie das Laubfegen regelmäßig auf Sie zu. Und zwar dann, wenn der Gehweg unter dem Laubteppich versteckt wird. Das kann nämlich schnell zur Gefahr für Passanten werden. Aber zählt der Gehweg vor der Haustür noch als „haushaltsnah“?

Auch wenn es nicht „Ihr“ Weg ist, bleiben Sie nicht auf den Kosten sitzen – so entschied es der Bundesfinanzhof bereits 2014. Diese Ausgaben fallen ebenfalls unter die haushaltsnahen Dienstleistungen, die Sie in der Steuererklärung angeben können(BFH, Az. VI R 56/12).

Der Begriff „haushaltsnah“ sorgt immer noch für Diskussionen. Die Finanzämter haben sich der Rechtsprechung inzwischen aber etwas angepasst. Sie beharren nun nicht länger steif und fest darauf, dass die Grenzen des Haushalts ausnahmslos durch die Grenzen des Grundstücks abgesteckt sein müssen. Großzügig können nun auch Leistungen begünstigt sein, die jenseits Ihrer Grundstücksgrenze auf fremdem, beispielsweise öffentlichem Grund erbracht werden. Voraussetzung ist aber, dass die Leistungen in unmittelbarem räumlichen Zusammenhang zu Ihrem Haushalt durchgeführt werden und diesem dienen.

Sollten Sie einen Korb kassieren, scheuen Sie sich nicht, Einspruch einzulegen. Einen Vordruck können Sie hier herunterladen:

Download: Einspruch

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