Mahlzeiten im Betrieb

Mahlzeiten im Betrieb

Statt Schecks auch Zuschüsse erlaubt


Um das Essen auf der Arbeit schmackhafter und preiswerter zu machen, gewähren viele Chefs ihren Mitarbeitern Essensgutscheine bzw. Menü- oder Restaurantschecks. Diese können dann in nahe gelegenen Gaststätten, Restaurants, Bäckereien, Metzgereien, und Lebensmittelgeschäften eingelöst werden.

558 Euro im Jahr steuerfrei

So viel Großzügigkeit seitens des Arbeitgebers wird auch vom Fiskus zusätzlich honoriert: Der Wert des Schecks darf um 3,10 Euro höher sein als der amtliche Sachbezugswert für das Mittagessen. In diesem Jahr sind das 6,20 Euro. Folge: Steuer- und sozialabgabepflichtig ist dann nur der Sachbezugswert von 3,10 Euro.

Mit Restaurantschecks kann der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern somit einen Vorteil von monatlich 46,50 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei zukommen lassen (3,10 Euro x 15 Tage). Das sind immerhin 558 Euro im Jahr!

Auch Zuschüsse möglich

Nun hat das Bundesfinanzministerium bekannt gegeben, dass Firmen ihren Mitarbeitern statt Essensgutscheinen in Papierform auch bloße Zuschüsse gewähren dürfen. Damit können sie gleichermaßen von der Steuervergünstigung profitieren:

Als Arbeitslohn ist nicht der Zuschuss, sondern die Mahlzeit mit dem amtlichen Sachbezugswert von 3,10 Euro steuerpflichtig, sofern der Zuschuss den Sachbezugswert um nicht mehr als 3,10 Euro und auch den tatsächlichen Preis der Mahlzeit nicht übersteigt (BMF-Schreiben vom 24.2.2016).

Folgende Bedingungen sind zu beachten:

  • Es wird tatsächlich eine Mahlzeit durch den Arbeitnehmer erworben. Lebensmittel sind nur dann als Mahlzeit anzuerkennen, wenn sie zum unmittelbaren Verzehr geeignet oder zum Verbrauch während der Essenpausen bestimmt sind.
  • Für jede Mahlzeit kann lediglich ein Zuschuss arbeitstäglich (ohne Krankheits- und Urlaubstage) beansprucht werden.
  • Der Zuschuss kann nicht von Arbeitnehmern in den ersten drei Monaten einer Auswärtstätigkeit beansprucht werden. In diesen Fällen gelten ausschließlich die Reisekostenregelungen, nach denen der Mitarbeiter Verpflegungspauschbeträge als Werbungskosten absetzen oder der Arbeitgeber ihm steuerfrei erstatten kann.

Die steuerliche Vorzugsregelung gilt auch dann, wenn keine vertraglichen Beziehungen zwischen Arbeitgeber und der Gaststätte oder vergleichbaren Einrichtung bestehen, die die bezuschusste Mahlzeit abgibt.

Wie muss der Nachweis erfolgen?

Die Voraussetzungen muss der Arbeitgeber nachweisen. Dafür hat er zwei Möglichkeiten: entweder er lässt sich die einzelnen Belege von seinem Arbeitnehmer vorgelegen. Oder aber er bedient sich eines elektronischen Verfahrens.

Zum Beispiel können die Belege vollautomatisch digitalisiert werden – und von einem Anbieter eine monatliche Abrechnung an den Arbeitgeber übermittelt werden. Der Arbeitgeber hat diese Belege bzw. die Abrechnung zum Lohnkonto aufzubewahren. Die Lohnsteuer kann pauschal erhoben werden, auch wenn keine vertraglichen Beziehungen zu dem Unternehmen bestehen, das die bezuschusste Mahlzeit abgibt.

1 comment

eigener Kommentar
  1. 1
    Uwe Liebsch

    Interessant wäre zu wissen, ob das auch möglich ist, wenn ich als Arbeitnehmer, die Kantine eines Fremdbetriebes, wo mein ständiger Arbeits- /Einsatzort ist, welche von einem externen Dienstleister betrieben wird nutze, oder mir das Essen von einem externen Dienstleister(z. B. Pizza Lieferant oder „Essen auf Räder“) bringen lasse, oder ob das nur für umliegende Gaststätten usw. gilt!

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