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Raclette zu Silvester ‚Äď das Finanzamt zu Gast

Wie viel Mehrwertsteuer fällt auf was an?


Zum Jahreswechsel ist es wieder soweit: Das allj√§hrliche, festliche Beisammensein rund um den heimischen Raclette-Grill. Die Pf√§nnchen zischen, der Sekt perlt. Auch das Finanzamt nimmt wie selbstverst√§ndlich an der Festtafel Platz — und bedient sich an Speisen, Getr√§nken und weiteren Gaben — in Form der Mehrwertsteuer. Wir zeigen Ihnen, was Sie wie mit Vater Staat teilen m√ľssen.

Welches Lebensmittel ist ein Grundnahrungsmittel?

Die meisten Dinge des täglichen Lebens werden besteuert. So auch Lebensmittel. Sie werden grundsätzlich mit dem ermäßigten Steuersatz von 7 Prozent Mehrwertsteuer belegt. Denn an Grundnahrungsmittel will der Staat nicht mehr als nötig verdienen. Auf Luxusprodukte fällt jedoch der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent an.

Ein kurzer Blick √ľber den Silvester-Tisch: K√§se, Trauben, G√ľrkchen und Brot- an allem verdient das Finanzamt lediglich 7 Prozent. Sogar der Tr√ľffel wird erm√§√üigt besteuert. Denn diesen sieht der Staat tats√§chlich nicht als luxuri√∂s an. Hummer und Langusten sind hingegen Luxus ‚Äď es werden 19 Prozent Steuer f√§llig. Und auch auf Wildschwein f√§llt die volle Mehrwertsteuer an.

Bei den Kartoffeln beginnt dann langsam der Spa√ü. Die in Deutschland heimischen Knollen sind ‚Äď wie sollte es anders sein ‚Äď Grundnahrungsmittel. Hei√üt: nur 7 Prozent Mehrwertsteuer. Anders als ihre s√ľdamerikanische Schwester! Denn die S√ľ√ükartoffel wird mit 19 Prozent Mehrwertsteuer voll besteuert.

Auch Gew√ľrz ist im Steuerrecht nicht gleich Gew√ľrz. Hier ist der Steuersatz tats√§chlich davon abh√§ngig, ob sie frisch, getrocknet oder in einer Gew√ľrzmischung verarbeitet sind. Gut zu wissen!

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Getränk ist nicht gleich Getränk

Kompliziert geht‚Äôs bei den Getr√§nken weiter. W√§hrend ein Apfel als Grundnahrungsmittel z√§hlt, ist Apfelsaft Luxus- und wird mit 19 Prozent besteuert. Noch besser: Generell verlangt der Staat auf alle Getr√§nke den vollen Mehrwertsteuersatz. Anscheinend geh√∂rt das Durstl√∂schen nicht zu einem Grundbed√ľrfnis. Sprudel aus der Flasche wird also voll besteuert, w√§hrend das Wasser aus der Leitung wieder als Grundnahrungsmittel gilt — und die Steuer nur mit 7 Prozent zu Buche schl√§gt. Das soll einer verstehen!

Noch komplizierter wird die Sache, wenn Kaffee mit ins Spiel kommt. Diesen sieht der Staat als Grundnahrungsmittel an, besteuert ihn also ermäßigt. So weit, so gut. Doch: auf die Zubereitung kommt es an! Denn ermäßigt sind nur Kaffeebohnen und -pulver. Auf Instantpulver hingegen fällt wiederum 19 Prozent Mehrwertsteuer an.

Fehlt nur noch der obligatorische Schuss Milch im Kaffee, den es gut zu √ľberlegen gilt: Milch aus Kuhmilch wird erm√§√üigt besteuert, die Sojamilch f√ľr Gesundheitsbewusste unterliegt hingegen dem normalen Steuersatz.

Gleiches √ľbrigens gilt f√ľr die fertig aufgebr√ľhte Tasse im Caf√©, sie wird normal besteuert. Au√üer in Zeiten von Corona! Bis 2022 werden in der Gastronomie nur 7 Prozent Mehrwertsteuer f√§llig. Puh!

Info Gl√ľhbirneIm Steuersprech wird die Mehrwertsteuer auch Umsatzsteuer genannt. Mehr Infos lesen Sie in unserem Beitrag zur Umsatzsteuer.

Von Babys, Haustieren und anderen wilden Gewächsen

Selbst die Kleinsten in der Runde sind von dem Wirrwarr rund um die Mehrwertsteuer nicht gefeit. Windeln beispielsweise z√§hlen f√ľr den Staat nicht zum t√§glichen Bedarf. Hier kassiert er die vollen 19 Prozent Steuer ab. Auch Babynahrung besteuert er mit dem vollen Satz. Tierfutter f√ľr Hund, Katz und Maus hingegen wird erm√§√üigt besteuert. Unfassbar.

Apropos Haustier. W√ľnscht sich der Nachwuchs ein Nagetier? Mit steuerlicher Brille lohnt der Kauf eines Hauskaninchens, auf das nur der erm√§√üigte Satz zu zahlen ist. Begr√ľndung: Man k√∂nnte sie ja schlie√ülich essen. Meerschweinchen sind mit 19 Prozent hingegen mehrwertsteuerliche Schwergewichte. Welch ein Chaos!

Zum Gl√ľck kann sich die Dame des Hauses an den mitgebrachten Blumen erfreuen. Mit 7 Prozent Mehrwertsteuer sogar ein echtes Schn√§ppchen. Genau wie der Adventskranz auf dem Tisch. Aber auch nur, weil er aus frischen Zweigen gefertigt wurde. W√§ren sie bereits getrocknet gewesen, w√§ren — Sie ahnen es — 19 Prozent Mehrwertsteuer f√§llig geworden.

Übrigens: Steht im Wohnzimmer noch ein Weihnachtsbaum? Hier können Sie sich ganz besonders erfreuen. Hier gibt es sage und schreibe 4 unterschiedliche Steuersätze!

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2 Kommentare

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  1. 2
    Köln

    Oha – einige Betr√§ge kannte ich da auch selbst nicht, finde es aber h√∂chstinteressant, dass der Apfelsaft ein Luxusgetr√§nk ist. Wie es wohl mit dem Reclettek√§se aussieht?… VG aus K√∂ln, danke f√ľr den weihnachtlichen Beitrag

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