Bogen rund

Umsatzsteuer: Was ist das?

Schnell und einfach erklärt


„Wir schenken Ihnen die Mehrwertsteuer!“ Diese Werbung haben Sie sicher schonmal irgendwo gehört. Aber was genau ist das überhaupt? In Deutschland wird der Begriff „Mehrwertsteuer“ synonym für die Umsatzsteuer und Vorsteuer verwendet. Wer zahlt diese Steuer und warum dürfen manche die „Vorsteuer abziehen“?  Erfahren Sie hier alles, was Sie über die deutsche Umsatzsteuer wissen müssen.

Was ist die Umsatzsteuer?

Der eine kennt sie als Mehrwertsteuer, der andere als Umsatzsteuer und der, der es ganz genau nimmt, spricht von der Allphasen-Netto-Umsatzsteuer mit Vorsteuer-Abzug. Im Prinzip bezeichnen alle drei Begriffe das Gleiche: Die Steuer, die Sie bei jedem Einkauf von Essen, Getränken, Autos, Möbeln, … ja eigentlich bei fast allem zahlen.

Wer zahlt die Umsatzsteuer?

Mit der Umsatzsteuer wird also der Konsum von Waren und Dienstleistungen besteuert. Deshalb spricht man auch von einer Konsumsteuer. Damit ist auch klar, wer die Steuer letztendlich zu tragen hat: Sie als Konsument bzw. Endverbraucher. Je nachdem, was Sie kaufen, kommen derzeit entweder 19, 7 oder 10,7 Prozent auf den Netto-Warenwert hinzu. Manche Waren oder Dienstleistungen sind sogar umsatzsteuerfrei.

Sie zahlen die Mehrwertsteuer aber nicht direkt ans Finanzamt. Sondern an den Lebensmittelmarkt, das Autohaus oder den Handwerker. Wie kommt also die Steuer zum Finanzamt?

Wie kommt die Umsatzsteuer zum Finanzamt?

Nur umsatzsteuerpflichtige Unternehmer müssen die Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen. Aber auf welche Umsätze muss die Steuer gezahlt werden? Dazu gibt es gesetzliche Regelungen. Umsatzsteuer muss – mit wenigen Ausnahmen – auf alle Umsätze gezahlt werden, die ein selbstständig tätiger Unternehmer macht.

Allerdings ist der Unternehmer tatsächlich nicht durch die Steuer auf die Umsätze belastet. Denn er führt nur den Steuerbetrag ab, den Sie als Konsument vorher in Ihrem Einkauf gezahlt haben. Der Unternehmer ist praktisch nur der Vermittler zwischen Ihnen und dem Finanzamt. Dem Finanzamt muss er regelmäßig Bescheid geben, wie viel Umsatzsteuer er eingenommen hat. Hierfür muss er ab einer bestimmten Umsatzhöhe monatlich oder vierteljährlich eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben. Außerdem reicht er nach Jahresende eine Steuererklärung zur Umsatzsteuer ein. Hier werden alle Umsätze, Vorsteuerbeträge und Vorauszahlungen des Jahres zusammengefasst.

Beispiel

Sie gehen in den Elektronikmarkt und kaufen sich einen neuen Laptop für 595 Euro. In dem Preis ist die Mehrwertsteuer von 19 Prozent enthalten. Sie zahlen also den Bruttopreis. Das heißt: Der Elektro-Markt nimmt zwar 595 Euro ein. 95 Euro davon sind aber Umsatzsteuer. Die muss er ans Finanzamt abführen. Der Nettopreis, also der Umsatz, beträgt also 500 Euro.

Was ist die Vorsteuer?

Aus einer anderen Perspektive betrachtet verwandelt sich die Umsatzsteuer in Vorsteuer. Denn der Unternehmer muss für seinen Betrieb beispielsweise Material, Rohstoffe und Dienstleistungen einkaufen. Hierfür muss er einen gewissen Preis bezahlen. Allerdings zahlt auch er hier die Mehrwertsteuer obendrauf (Bruttopreis). Genauso, wie wenn Sie als privater Endverbraucher die Ware kaufen würden.

Der Unternehmer ist aber nicht der private Endverbraucher. Deshalb sollte er durch die Mehrwertsteuer für die eingekauften Produkte nicht belastet werden. Für ihn ist die gezahlte Mehrwertsteuer nämlich „Vorsteuer“. Die kann er sich mit der Umsatzsteuer-Voranmeldung oder Umsatzsteuererklärung vom Finanzamt zurückholen.

Fortsetzung Beispiel

Der Betreiber des Elektromarktes muss nun für sein Lager einen neuen Laptop kaufen. Da er direkt vom Hersteller einkaufen kann, zahlt er nur 476 Euro. Davon sind 76 Euro Umsatzsteuer. Da er nicht der Endverbraucher ist, kann er sich den gezahlten Steuerbetrag als Vorsteuer wiederholen. Er gibt die 76 Euro in der Umsatzsteuer-Voranmeldung als Vorsteuer an.

Umsatzsteuer und Vorsteuer: ein ewiger Kreis

Letztlich erzielt der Unternehmer durch die Umsatzsteuer weder Verlust noch Gewinn: Die vereinnahmte Steuer leitet er ans Finanzamt weiter. Die selbst gezahlte kann er sich erstatten lassen. Beim Finanzamt verbleibt letztendlich die Steuer auf den Mehrwert zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis. Daher auch: Mehrwertsteuer.

Fortsetzung Beispiel

In der Umsatzsteuer-Voranmeldung gibt der Unternehmer folgendes an:
Vereinnahmte Umsatzsteuer: 95 Euro (Ihr Laptop-Kauf)
Gezahlte Vorsteuer: -76 Euro (Laptop-Kauf des Unternehmers beim Hersteller)
Umsatzsteuer, die ans Finanzamt gezahlt werden muss: 19 Euro

Die 19 Euro sind der Mehrwert, den der Elektrohändler für den Laptop verlangt:
Netto-Verkaufspreis an Sie: 500 Euro
Netto-Einkaufspreis des Unternehmers: 400 Euro
Mehrwert: 100 Euro
Umsatzsteuer auf 100 Euro: 100 Euro x 19 Prozent = 19 Euro

Infografik: Umsatzsteuer

Wie hoch ist die Umsatzsteuer?

Eine Mehrwertsteuer gibt es weltweit eigentlich in fast jedem Land. Natürlich ist sie in jedem Land unterschiedlich hoch. Aber selbst innerhalb der deutschen Grenzen gibt es ganz verschiedene Steuersätze. Die Regelungen, wann welcher Steuersatz verwendet wird, scheinen auf den ersten Blick willkürlich und nicht leicht nachvollziehbar. Das ist auch deshalb so, weil der Umsatzsteuersatz zur wirtschaftlichen Förderung oder auch Sanktionierung mancher Produkte gesenkt oder gehoben wird. Allgemein lässt sich aber sagen:

    • 19 Prozent: Das ist der allgemeine Steuersatz. Er gilt für alles, was nicht aufgrund bestimmter Regelungen anders besteuert wird.
    • 7 Prozent: Der ermäßigte Steuersatz. Er gilt vom Prinzip her für Lebensmittel außer Getränke und „Luxus-Lebensmittel“ wie Kaviar. Aber auch kulturelle Veranstaltung oder Fahrkarten der deutschen Bahn gehören dazu. Alles, was mit dem ermäßigten Steuersatz besteuert wird, ist im Umsatzsteuergesetz in einer langen Liste aufgeführt.
    • 10,7 Prozent: Dieser Umsatzsteuersatz gilt für Landwirte. Zum Beispiel zahlen Sie 10,7 Prozent, wenn Sie direkt vom Bauernhof Kartoffeln, Spargel oder Erdbeeren kaufen.

Corona Information Icon

Umsatzsteuersenkung in der Gastronomie bleibt bis Ende 2022

Der ermäßigte Umsatzsteuersatz für Restaurantleistungen in Höhe von 7 Prozent wurde durch das 3. Corona-Steuerhilfegesetz bis zum 31.12.2022 verlängert. Davon ausgenommen bleiben weiterhin Getränke. Seit dem 01.07.2020 beträgt die Umsatzsteuer für Restaurant- und Verpflegungsdienstleistungen 7 statt 19 Prozent. Ursprünglich sollte die Steuersenkung nur bis zum 30.06.2021 gelten.

Der allgemeine Steuersatz wurde befristet für die Zeit vom 01.07.2020 bis 31.12.2020 von 19 auf 16 Prozent und der ermäßigte Steuersatz von 7 auf 5 Prozent abgesenkt. Eine Umsatzsteueränderung kann auch einzelne Produkte betreffen. So wurde zu Beginn des Jahres 2020 die Umsatzsteuer unter anderem auf E-Books, Langstrecken-Fahrkarten und Tampons auf 7 Prozent herabsetzt.

Seit der Einführung der Umsatzsteuer wurden die Steuersätze – wie leider nur allzu üblich – regelmäßig erhöht. Hier ein Überblick über die Entwicklung der Umsatzsteuersätze in Deutschland.

Regelsteuersatz Ermäßigter Steuersatz
Januar bis Juni 1968 10 5
Juli 1968 bis Dezember 1977 11 5,5
Januar 1978 bis Juni 1979 12 6
Juli 1979 bis Juni 1983 13 6,5
Juli 1983 bis Dezember 1992 14 7
Januar 1993 bis März 1996 15 7
April 1998 bis Dezember 2006 16 7
Seit Januar 2007 19 7
Seit Juli 2020 16 5
Ab Januar 2021 19 7

Kuriositäten aus dem Umsatzsteuerrecht

Gerade bei der Unterscheidung zwischen ermäßigtem und allgemeinem Steuersatz sind Ausnahmen die Regel. So müssen Sie beim Kauf von Süßkartoffeln 19 Prozent Mehrwertsteuer zahlen, für die normale Kartoffel aber nur 7 Prozent. Wasser ist gleich Wasser? Ab heute wissen Sie es besser: Denn für Leitungswasser zahlen Sie nur 7 Prozent Umsatzsteuer. Für die Flasche im Supermarkt sind es 19 Prozent.

Zum hier Essen oder zum Mitnehmen? Die alles entscheidende Frage in einem Gastro-Betrieb. Denn wer sich für das Essen To-Go entscheidet, erspart dem Restaurant Umsatzsteuer. Für Speisen vor Ort muss das Lokal 19 Prozent auf den Nettoumsatz ans Finanzamt abführen. Zum Mitnehmen nur 7 Prozent. Deshalb kostet eine Kugel Eis zum Verzehr in der Eisdiele oft ein paar Cent mehr als beim Straßenverkauf. Verwirrung bringt auch die befristete Umsatzsteuersenkung speziell für Restaurantleistungen aufgrund der Corona-Pandemie. Zum Kopfschütteln? Die Liste lässt sich ewig fortführen: Achten Sie bei Ihrem nächsten Einkauf doch einfach mal darauf, was auf dem Kassenbon steht.

Corona Information Icon

Corona-Krise: Was muss ich beachten?

Bereits die Einführung der “neuen” Steuersätze war mit viel organisatorischem und technischem Aufwand bei den Unternehmern verbunden. Doch wie sieht es mit dem “Weg zurück” aus? Hier ein paar Tipps:

Tipps für zeitliche Abgrenzung und die richtige Rechnung

Wer nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, trägt die Umsatzsteuer immer in voller Höhe selbst. Eine Erstattung vom Finanzamt gibt es in diesem Fall nicht.

Wer hingegen zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, steht vor der Problematik der zeitlichen Abgrenzung. Denn es kommt darauf an, den richtigen Steuersatz in der Rechnung auszuweisen. Und welcher Steuersatz für welche Rechnung maßgeblich ist, hängt vom Leistungszeitpunkt ab. Im BMF-Schreiben vom 04.11.2020 stellt die Finanzverwaltung Hinweise und Vereinfachungsregeln zur Wiederanhebung der Steuersätze vor. Wir fassen Ihnen die wichtigsten Punkte zusammen:

Was passiert in der Silvesternacht?
Ab 00:00 Uhr ist alles teurer? Ausnahmsweise nicht. Denn die Finanzverwaltung lässt eine Ausnahmeregelung für die Gastronomie und Beherbergungsleistungen und -Nebenleistungen zu: In der Nacht vom 31.12.2020 auf den 01.01.2021 dürfen Umsätze noch mit dem niedrigen Steuersatz besteuert werden, auch wenn sie erst nach 00:00 Uhr ausgeführt werden.
Was gilt für Lieferungen?
Für Lieferungen gilt der Zeitpunkt, zu dem der Empfänger die Verfügungsmacht über den Artikel bekommt. Bei Beförderungen oder Versendungen ist das der Beginn der Beförderung oder Versendung. Bei Werkslieferungen entscheidet der Zeitpunkt, zu dem die Lieferung abgenommen wurde. Geben Sie also am 31.12.2020 eine Lieferung zum Versand auf, gilt noch der niedrige Steuersatz.
Was gilt für sonstige Leistungen?
Bei Leistungen gilt der Zeitpunkt, zu dem die Leistung beendet wurde. Bei zeitlich begrenzten Dauerleistungen, die keine Teil-Leistungen sind, gilt jeweils das Ende des Leistungsabschnitts (z. B. bei Telefonverträgen der jeweilige Abrechnungsmonat). Wenn Sie beispielsweise am 15.12.2020 einen Dienstleistungsauftrag angenommen und Ihre Leistung am 15.01.2021 beendet haben, müssen Sie die Leistung mit dem erhöhten Steuersatz in Rechnung stellen.
Besonderheit: Teil-Leistungen
Gleiches wie für sonstige Leistungen gilt auch für abgeschlossene Teil-Leistungen innerhalb einer Gesamtleistung. Doch was ist eine Teil-Leistung? Hierfür müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Die Teil-Leistung muss wirtschaftlich sinnvoll abgrenzbar – also nicht willkürlich festgelegt –sein.
  • Über die Teil-Leistung muss eine gesonderte Vereinbarung getroffen werden.
  • Die Teil-Leistung muss gesondert abgenommen in Rechnung gestellt werden.

Eine Teil-Leistung würde beispielsweise vorliegen, wenn Sie mit einem Kunden einen Vertrag über ein individuelles Coaching schließen, das 3 Abrechnungs-Bestandteile umfasst. Das könnte beispielsweise das Einführungsgespräch, die Coaching-Leistung an sich sowie ein Nachbereitungsgespräch sein. Für jede der 3 Teil-Leistungen gilt der Steuersatz zum Abschluss der Teil-Leistung. Sind die ersten beiden Teil-Leistungen noch in 2020 abgeschlossen, aber das Nachgespräch findet erst in 2021 statt, so gilt nur für diese Teil-Leistung der höhere Steuersatz.

Aus der Regelung für Teil-Leistungen ergibt sich interessantes Gestaltungs-Potenzial. Vor allem, wenn Sie nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, können Sie mit einer Untergliederung in Teil-Leistungen Geld sparen.

Steuerberatung?

Einzelfragen zu Ihrer Steuererklärung darf leider nur ein Steuerberater beantworten. Wir freuen uns jedoch über Lob und Kritik und nehmen Ihre Anregungen gerne für zukünftige Beiträge auf.

Auch wenn die kostenlosen und frei zugänglichen Inhalte dieser Webseite mit größtmöglicher Sorgfalt erstellt wurden, übernehmen wir keine Gewähr für deren Vollständigkeit, Richtigkeit oder Aktualität. Der Aufruf dieser Inhalte begründet mangels Rechtsbindungswillens unsererseits keinerlei Vertragsverhältnis. Außer im Falle von Vorsatz übernehmen wir keine Haftung für etwaige aus der Verwendung der Inhalte resultierende Schäden.

Übrigens: In unserer Steuer-Software finden Sie eine ausführliche Hilfe und Tipps zu allen Themen rund um Ihre Steuererklärung.

16 Kommentare

Kommentar hinterlassen
  1. 1
    Friedrich Janssen

    Danke und ein Lob für die Erklärung und die einfache und doch klar verständliche Erläuterung
    über die Mehrwert oder Umsatzsteuer.
    Ich frage mich oft, wenn ich vom Finanzamt der Amtsgericht Schreiben erhalte die in einem
    umständlich , schwerverständlichen und überholten Amtsdeutsch verfasst sind, warum
    sind die zuständigen Verfasser nicht in der Lage sich einer einfachen verständlichen
    Sprache zu bedienen. Unsere Deutsche Sprache bietet sich doch dafür perfekt an.

    • 2
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      vielen Dank für Ihr positives Feedback! Tatsächlich macht es einem Gesetzgeber und Verwaltung nicht gerade leicht, die “Steuer-Sprache” zu verstehen.
      Unser Ziel von Steuern-Sparen ist es deshalb, unseren Lesern eine anschauliche Übersetzung zu bieten. Es freut uns zu hören, wenn dies gelingt.

      Viele Grüße aus der Steuern-Sparen-Redaktion
      Carina Hagemann

  2. 3
    Herbert M.

    Umsatzsteuer, Frage zu einem durchgeführten Handwerkerangebot (1 Angebot, Durchführung in mehreren Schritten).
    * Die Arbeiten haben im 4. Quartal 2019 begonnen und setzten sich im 1. Quartal 2020 fort.
    * Die letzten kleineren Tätigkeiten wurden gemäß Projektbeschreibung im September 2020 durchgeführt.
    * Die Rechnung für dieses eine Projekt wurde nach Fortschritt bezahlt, 06.11.2019, 27.01.2020 und 13.10.2020
    1) Welcher Umsatzsteuersatz gilt für die einzelnen der drei Rechnungen?
    2) Gibt es in Summe nur einen Umsatzsteuersatz weil es sich um nur ein Projekt handelt?
    Wenn ja, welcher Umsatzsteuersatz gilt, der normale oder der reduzierte?
    3) Gilt ausschließlich der reduzierte Umsatzsteuersatz für alle drei Zahlungen
    weil die letzten Tätigkeiten dieses Projektes im 2. Halbjahr 2020 durchgeführt wurde?

    • 4
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      leider darf ich Ihnen aus rechtlichen Gründen keine Auskunft zu Ihrer einzelfallbezogenen Frage geben. Steuerliche Beratung im Einzelfall dürfen nur bestimmte Berufsgruppen – wie beispielsweise Steuerberater und Wirtschaftsprüfer – anbieten.
      Ich verweise Sie deshalb auf die BMF-Schreiben vom 30.06.2020 und 04.11.2020 – hierhin erläutert das BMF zahlreiche Anwendungsfragen zur Umsatzsteuersenkung.

      Viele Grüße
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

  3. 5
    Nando Racciatti

    Das Erste umfasst die Restaurantleistungen. Diese werden vom 01.07.2020 bis 30.06.2020 von 19 % auf 7 % gesenkt.
    Schreibfehler oder ? vom 19% auf 7% (16%) und gilt bis ein Tag zurück.
    Welche Restaurantleistung sind hier gemeint?

    • 6
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      vielen Dank für Ihren aufmerksamen Kommentar. Hier ist mir leider wirklich ein Fehler unterlaufen. Der Zeitraum geht natürlich von 01.07.2020 bis zum 30.06.2021. Ich habe das Datum entsprechend korrigiert.
      Die Steuersenkung betrifft Speisen, die vor Ort – also im Restaurant, Café oder Biergarten – verzehrt werden. Diese unterliegen normalerweise dem allgemeinen Steuersatz. Speisen “zum Mitnehmen” sind hingegen auch vor der Steuersenkung nur mit dem ermäßigten Steuersatz steuerpflichtig. Getränke unterliegen – unabhängig vom Ort des Verzehrs – dem allgemeinen Steuersatz.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von Steuern-Sparen

    • 8
      Jochen Breunig

      Guten Tag Frau Michel,

      es freut uns sehr, dass Sie unsere Beiträge aufmerksam mitverfolgen und sich bei Fragen gerne melden. Das Steuerrecht ist leider nicht immer einfach und es bestehen zahlreiche Vorschriften, zu denen es jeweils wieder Ausnahmen und Sonderregelungen gibt.

      Mit der umsatzsteuerlichen Behandlung von TÜV Hauptuntersuchungen hat sich beispielsweise die Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main mit Verfügung vom 24.6.2010 auseinandergesetzt. Demnach liegt ein umsatzsteuerpflichtiger Leistungsaustausch nur zwischen der Prüfstelle (z.B. TÜV, DEKRA) und dem Kfz-Halter vor; nicht aber gegenüber der Kfz-Werkstatt. Soweit die Kfz-Werkstatt die Prüfungsgebühren zunächst verauslagt und an den Kfz-Halter weiterberechnet liegt ein durchlaufender Posten vor, der keine Umsatzsteuer auslöst.

      Vielen Dank und Grüße
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

    • 10
      Carina Hagemann

      Hallo Frau Klumpp,

      vielen Dank für Ihr positives Feedback. Es freut mich, wenn ich Ihnen mit dem Artikel einige Fragen beantworten konnte.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann
      Tax Specialist bei steuernsparen

  4. 11
    Roswitha Zeuner

    Sehr geehrte Frau Hagemann, ab wann gilt der coronabedingte ermäßigte Mehrwertsteuersatz und gilt er auch für Handwerkerleistungen? Welcher Termin ist für die Berechnung maßgeblich, das Auftragsdatum oder das Rechnungsdatum?
    Ich habe neue Fenster bekommen und die Umsatzsteuer macht schon fast 1000€ aus.
    Für eine Antwort danke ich Ihnen schon jetzt herzlich.
    Roswitha Zeuner

    • 12
      Carina Hagemann

      Guten Tag Frau Zeuner,

      Im Zusammenhang mit den finanziellen Corona-Maßnahmen der Bundesregierung wurden zwei Mehrwertsteuerpakete beschlossen.
      Das Erste umfasst die Restaurantleistungen. Diese werden vom 01.07.2020 bis 30.06.2020 von 19 % auf 7 % gesenkt.
      Das Zweite betrifft hingegen alle umsatzsteuerplfichtigen Lieferungen und Leistunge. Hier fällt der Mehrwertsteuersatz vom 01.07.2020 bis 31.12.2020
      von 19 % auf 16 % und von 7 % auf 5 %.

      Alles zu den steuerlichen Corona-Maßnahmen erfahren Sie in unserem Beitrag: Welche Auswirkungungen hat Corona auf die Steuer?

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann
      Tax Specialist bei steuernsparen

  5. 13
    V. Karl

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    eine kurze Frage: Ich habe eine Rechnung vom Autohaus bekommen über Service, Xenon erneuern und Tüv/AU. Auf der Rechnung werden 19,16% MWSt ausgewiesen. Stimmt das und wenn ja, wie kommt das zustande.
    Vielen lieben Dank für Ihre Hilfe

    • 14
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      das ist in der Tat etwas verwunderlich. Einen Umsatzsteuersatz von 19,16 % gibt es in Deutschland nicht.
      Ich nehme an, hier ist eventuell ein Fehler beim Rechnungschreiben passiert.
      Grundsätzlich ist der Anteil der Rechnung für die TÜV-Hauptuntersuchung umsatzsteuerfrei, da sie für das Autohaus einen durchlaufenden Posten i. S. d. § 10 Abs. 1 Satz 4 UStG darstellt. Ansonsten gilt in der Regel der allgemeine Steuersatz von 19 Prozent.
      Sind Sie zum Vorsteuerabzug berechtigt, dürfen Sie die Vorsteuer nur in der Höhe abziehen, die der Lieferant auch tatsächlich schuldet. Der Lieferant schuldet nach § 14c UStG zwar auch eine fälschlicherweise zu hoch ausgewiesene Umsatzsteuer. Dieser “Mehrbetrag” ist für den Rechnungsempfänger allerdings nicht als Vorsteuer abzugsfähig.
      Am besten Sie setzen sich direkt mit dem Autohaus in Kontakt. Im besten Fall erhalten Sie eine korrigierte Rechnung.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von steuernsparen

    • 16
      Carina Hagemann

      Hallo,

      herzlichen Dank für das aufmerksame Lesen des Beitrags!
      Der Tippfehler ist uns wohl leider durch die Lappen gegangen.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von steuernsparen

+ Kommentar hinterlassen