Rentenerhöhung zum 1. Juli 2018

Rentenerhöhung zum 1. Juli 2018

Was das für Rentner bedeutet


Gute Nachrichten für 21 Millionen Rentner: Mit der kommenden Rentenerhöhung steigen die Bezüge spürbar. Doch das bringt auch einen Nachteil mit sich.

Rentenerhöhung 2018

21 Millionen Rentner können sich zum ersten Juli 2018 über eine spürbare Erhöhung ihrer Bezüge freuen. Die gesetzlichen Renten steigen im Westen um 3,22 Prozent und im Osten um 3,37 Prozent. Damit steigt der aktuelle Rentenwert von derzeit 31,03 Euro auf 32,03 Euro (West) bzw. von 29,69 Euro auf 30,69 Euro (Ost).

Die jährliche Rentenanpassung wird von drei Faktoren bestimmt:

  • Lohnentwicklung: Die für die Rentenanpassung relevante Lohnsteigerung beträgt 2,93 Prozent in den alten Ländern und 3,06 Prozent in den neuen Ländern.
  • Nachhaltigkeitsfaktor: Berücksichtigt wird die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentenbeziehenden zu Beitragszahlenden. In diesem Jahr wirkt sich der Nachhaltigkeitsfaktor mit 0,29 Prozentpunkten positiv auf die Rentenanpassung aus.
  • Altersvorsorgefaktor: Berücksichtigt wird die Veränderung der Aufwendungen der Arbeitnehmer beim Aufbau ihrer Altersvorsorge. Da sich der Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung 2017 jedoch nicht verändert hat und die sog. „Riester-Treppe“ bereits 2013 letztmals zur Anwendung kam, wirkt sich der Faktor Altersvorsorge in diesem Jahr nicht auf die Rentenanpassung aus.

Rentenplus erst später auf dem Konto

Die Zahlung der erhöhten Rente erfolgt automatisch. Doch das Geld kommt nicht bei allen zum gleichen Zeitpunkt an: Wer ab April 2004 in Rente gegangen ist, bekommt das Rentenplus erst mit vier Wochen Verspätung. Denn die Rente wird am letzten Bankarbeitstag des Monats rückwirkend für den laufenden Monat überwiesen. Somit wird Ihre Rente – also auch die erhöhte Rente – erst Ende Juli auf dem Konto sein.

Hingegen wird für Rentner, die bis März 2004 in Ruhestand gingen, die Rente im Voraus für den folgenden Monat bezahlt. Das heißt: Die Rente für Juli erhalten Sie bereits Ende Juni – und damit auch schon das Rentenplus für Juli.

Rentenwerte Ost und West werden weiter angeglichen

Ab Juli 2018 beträgt der aktuelle Rentenwert (Ost) 95,8 Prozent des aktuellen Rentenwerts West. Damit verbessert sich die Ausgangslage für ein einheitliches Rentenrecht in Ost und West. Ab Juli 2018 wird der aktuelle Rentenwert (Ost) in sieben Schritten um jährlich 0,7 Prozentpunkte angehoben.

Ab dem 1. Juli 2024 wird in ganz Deutschland ein einheitlicher gesamtdeutscher aktueller Rentenwert gelten. Ab dem Jahr 2025 werden einheitliche gesamtdeutsche Rechengrößen (Durchschnittsentgelt, Bezugsgröße und Beitragsbemessungsgrenze) gelten. Auch die Werte in der gesetzlichen Unfallversicherung und der Alterssicherung der Landwirte sollen vereinheitlicht werden. Die Rentenanpassung wird ab 2024 und die Fortschreibung der Bezugsgröße und Beitragsbemessungsgrenze werden vom Jahr 2025 an auf der Grundlage der gesamtdeutschen Lohnentwicklung erfolgen.

Achtung! Mit Erhöhung geht die Steuerpflicht einher

Mit einer Rentenerhöhung kommt auch die Schattenseite der deutschen Besteuerung zutage. Denn viele Rentner rutschen durch das Plus auf dem Konto direkt in die Steuerpflicht. Schuld daran ist die seit 2005 geltende nachgelagerte Besteuerung. Hierbei steigt der steuerpflichtige Anteil der Rente von Jahr zu Jahr, bis im Jahre 2040 die komplette Rentenzahlung der Steuer unterliegt.

Maßgeblich für die Steuerpflicht ist der Grundfreibetrag. Erhalten Sie als Rentner und der Ehepartner weder Werkspension, Beamtenpension und noch lohnsteuerpflichtigen Arbeitslohn aus aktiver Nebenbeschäftigung? Dann müssen Sie eine Steuererklärung nur abgegeben werden, wenn der Gesamtbetrag der Einkünfte den steuerfreien Grundfreibetrag überschreitet.

Dieser beträgt bei Alleinstehenden/bei Einzelveranlagung bzw. für Verheiratete/bei Zusammenveranlagung:

  • 2018: 9.000 Euro bzw. 18.000 Euro
  • 2017: 8.820 Euro bzw. 17.640 Euro

Weitere Gründe, warum Rentner eine Steuererklärung abgeben müssen, lesen Sie hier.

5 Comments

eigener Kommentar
  1. 1
    Heinz Binz

    Es ist eine Schande, dass auf die Auszahlungen der Direktversicherungen KV und PV Beiträge
    für die Laufzeit von 10 Jahren erhoben werden. Das ist Raub am Vermögen der Rentner, die
    von einem Personenkreis durchgesetzt wurde, die sich an einer prächtigen Altersversorgung
    laben. Die Auszahlung war immer beitragfrei. Darauf hatte man sich gefreut.
    Dann wurde in einer Nacht- und Nebelaktion dieser Beschluss von der Politik gefasst und noch dazu vom BVG
    abgesegnet. hiervon sind Millionen betroffen. keiner hat den Mut, diese Sache wieder rückgängig zu machen oder zumindest aufzugreifen, obwohl die Krankenkassen sich in ihren Milliardenüberschüssen suhlen.
    God bless die Oberklasse in Germany.

  2. 2
    Rüdiger Rother

    Sehr geehrter Herr Binz,

    Demokratie bedeutet nicht Abschied vom Feudalismus. Der Staatsapparat (Politiker + Beamte) wusste schon immer und weiss es noch heute, wie das gemeine Volk zu deren Nutzen auszubeuten geht. Beispielhaft vergleiche man nur Durchschnittsrenten mit Durchschnittspensionen der Beamten und Politkerruhestandsbezügen. Dieses muss alles durch die Abgaben der „normalen“ Bürger finanziert werden.

  3. 3
    Antikörper

    Man sollte die demokratie abschaffen. bald gibt es sowieso nur noch eine zweiklassengesellschaft. Dann brauchen wir nur einen könig der das ganze als scheisse der nation krönt

  4. 4
    Lukoschek

    Eigentlich ist es eine Schande. Ich habe 47 Jahre voll gearbeitet und 3 Kinder großgezogen. Da wird großartig über Rentenerhöhung gelabert, diese reicht nicht einmal um meine Steuern zu bezahlen. Ich habe nur Alters- und Witwenrente (mein Mann hat von seiner Rente gar nicht gehabt), kein weiteres Zusatzeinkommen und muss ab 2016 – 400 € Steuern zahlen, 217 – 760 € und 218 wird die Steuerschuld wieder erheblich steigen.

  5. 5
    G. Grimpe

    Geehrter Herr Rüdiger Rother Noch erheblich ungerechter ist der Versorgungsunterschied zwischen dem gemeinen Volk und der Managerversorgung.

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