Auf der heimischen Couch sitzen und gleichzeitig mit Chef und Kollegen an einer Konferenz teilnehmen? Na klar, aus dem Homeoffice geht das. Laut Bitkom bieten das heute vier von zehn Unternehmen an – Tendenz steigend. Und wie sieht es aus mit der Vermietung der Räume an den Chef?

Für Homeoffice gelten die Regeln zum Arbeitszimmer

Die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer können Sie beim Finanzamt nur dann geltend machen, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten Erwerbstätigkeiten bildet. Ist dies nicht der Fall und steht Ihnen kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, können immerhin Aufwendungen bis zu 1.250 Euro abgezogen werden.

Eine Vermietung des häuslichen Arbeitszimmers an den Arbeitgeber scheint daher eine gute Alternative zu sein. Es würden Mieteinnahmen anfallen, um welche aber ggf. der Arbeitslohn gekürzt werden muss, damit der Chef nicht mehr bezahlt. Zudem können sämtliche im Zusammenhang mit dem Homeoffice stehenden Aufwendungen als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung abgezogen werden.

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Wohn- oder Gewerbeimmobilie, das ist hier die Frage

Entscheidend hierbei ist, ob das Homeoffice als Wohn- oder Gewerbeimmobilie eingestuft wird bzw., ob Sie die Absicht haben, Einkünfte zu erzielen. Letzteres wird bei Wohnimmobilien grundsätzlich angenommen, während bei Gewerbeimmobilien es auf die individuelle Einschätzung ankommt. Ergo, nur wenn diese Absicht erkennbar ist, können Sie die Kosten als Werbungskosten beim Finanzamt einreichen.

Bundesfinanzhof wirft Sand ins Getriebe

Die Finanzverwaltung gibt hier grünes Licht: Im Schreiben vom 13.12.2015 geht das BMF nämlich immer davon aus, dass aus der Vermietung von – im Haus oder Wohnung des Arbeitnehmers gelegenen – Räumen an den Arbeitgeber Einkünfte erzielt werden sollen. Für die Steuerpflichtigen bedeutet dies: Sie können Werbungskosten ohne weitere Prüfung steuermindernd ansetzen.

Der Bundesfinanzhof (BFH) teilt diese Ansicht aber nicht: Bei einer an den Arbeitgeber vermieteten Einliegerwohnung ist keine Vermietung von Wohnraum gegeben. Somit besteht keine generelle Absicht, Einkünfte zu erzielen. Diese muss im Einzelfall geprüft werden (Urteil vom 17.04.2018, Aktenzeichen IX R 9/17).

Allerdings ging es bei dieser Entscheidung um eine komplette Einliegerwohnung, nicht um ein Arbeitszimmer in einer Wohnung. Ob diese Entscheidung auf ein in eine Privatwohnung eingegliedertes Zimmer übertragbar ist, lässt der BFH offen.

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Tipp: Mietvertrag mit dem Chef abschließen

Damit der Werbungskostenabzug gelingt, sollten Sie im Mietvertrag mit dem Chef die Nutzung der Räume für betriebliche Zwecke verbindlich festlegen. Da diese definitiv keine Wohnzwecke umfassen wird, ist es unerheblich, ob Sie eine gesonderte Einliegerwohnung oder ein in der Wohnung integriertes häusliches Arbeitszimmer an den Chef vermieten. Hinzukommen muss dann allerdings noch eine Prognose, aus der die Absicht, langfristig Einkünfte zu erzielen, hervorgeht.

 

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