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Corona-Test von der Steuer absetzen

Kosten in die SteuererklÀrung eintragen

Noch nie war das Thema Gesundheit so groß, wie seit Ausbruch der Corona-Pandemie. Neben klassischen Grippe-Medikamenten stieg vor allem auch der Bedarf an Corona-Tests. Doch greift uns der Staat auch hier unter die Arme? Wir zeigen, wie man den Corona-Test von der Steuer absetzen kann.

Kurz & knapp

  • Je nach Voraussetzung könnten die Kosten als außergewöhnliche Belastungen oder Werbungskosten abgesetzt werden
  • Der Test muss selbst bezahlt werden
  • Kosten fĂŒr den Corona-Test können auch Betriebsausgaben sein

Kann ich den Corona-Test von der Steuer absetzen?

Bei den Ausgaben fĂŒr Corona-Tests handelt es sich um private medizinische Kosten. Und unter bestimmten Voraussetzungen können Krankheitskosten Steuervorteile bringen. In diesem Fall gehören die Kosten fĂŒr den Corona-Test zu den außergewöhnlichen Belastungen. Doch je nachdem, aus welchem Grund der Test gemacht wurde, kommt auch ein Abzug als Werbungskosten in Betracht. Um zu ermitteln, ob du mit diesen Ausgaben Steuern sparen kannst, muss erst geklĂ€rt werden, ob du die folgenden Voraussetzungen erfĂŒllst.

Corona-Test absetzen Anleitung Infografik

Der Corona-Test als außergewöhnliche Belastung

Damit das Finanzamt die Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastungen anerkennt, mĂŒssen sie zwangslĂ€ufig aufgetreten sein. Das bedeutet, dass du diese aus „rechtlichen, tatsĂ€chlichen oder sittlichen GrĂŒnden“ nicht verhindern konntest. Im Umkehrschluss heißt es: Hast du dich beispielsweise „nur so“ testen lassen, weil du wissen wolltest, ob du an Corona erkrankt bist, wird das Finanzamt den Abzug nicht zulassen.

Anders sieht es aus, wenn du aufgrund einer behördlichen oder Ă€rztlichen Anordnung getestet wurdest. Dann ist zwar die ZwangslĂ€ufigkeit gegeben, aber es tritt eine weitere HĂŒrde auf. Denn offiziell angeordnete Tests sind eine Kassenleistung. Das bedeutet, dass die Krankenkasse in diesem Fall die Kosten fĂŒr den Corona-Test ĂŒbernimmt. Und es gilt: Wurdest du  wirtschaftlich nicht belastet, kannst du auch keine Ausgaben fĂŒr den Corona-Test von der Steuer absetzen.

Kann ein Abzug dann ĂŒberhaupt möglich sein?

FĂŒr den Steuervorteil sieht es also eher dĂŒster aus. Gibt es aber vielleicht doch noch einen Fall, in dem das Finanzamt mitspielt?

Beispiel Arbeitnehmer

Beispiel 1: Test absetzen

Stefanie besucht jeden Monat ihre Großmutter. Dabei unterstĂŒtzt sie sie beim Putzen und der Gartenarbeit. Da ihre Großmutter zur Risikogruppe gehört, lĂ€sst sich Stefanie vorsorglich vor dem Besuch auf das Corona-Virus testen. Da es aber eigentlich keine medizinische Notwendigkeit gibt, muss sie den Test aus eigener Tasche bezahlen.

Das Ergebnis: Stefanie hat in diesem Fall nicht nur die Kosten tatsĂ€chlich getragen. Sie hatte darĂŒber hinaus auch tatsĂ€chliche GrĂŒnde fĂŒr den Test – nĂ€mlich den Schutz Ihrer Großmutter, die auf ihre Hilfe angewiesen ist. In diesem Fall wĂ€re es möglich, dass das Finanzamt die Kosten in der SteuererklĂ€rung zulĂ€sst.

Die zumutbare Eigenbelastung

Eine HĂŒrde gibt es dann doch noch: die zumutbare Eigenbelastung. Das bedeutet, dass du außergewöhnliche Belastungen nur dann absetzen kannst, wenn sie eine bestimmte zumutbare Grenze ĂŒbersteigen. Wo diese Grenze gezogen wird, hĂ€ngt von deinem Einkommen und Familienstatus ab.

Beispiel Arbeitnehmer

Beispiel 2

Seit September 2020 hat Stefanie vor jedem Besuch bei ihrer Großmutter, also jeden Monat, einen Corona-Schnelltest fĂŒr 50 Euro machen lassen. Insgesamt hatte sie im Jahr 2020 also 200 Euro fĂŒr die Corona-Tests ausgegeben.

Anhand Stefanies Einkommen ergibt sich fĂŒr sie eine zumutbare Eigenbelastung von 895 Euro pro Jahr. Da die Kosten fĂŒr die Corona-Tests unterhalb der Grenze liegen, kann sie die Ausgaben fĂŒr den Corona-Test eigentlich nicht von der Steuer absetzen.

Neben der Tests hatte Stefanie im Jahr 2020 jedoch noch weitere Kosten fĂŒr medizinische Behandlungen in Höhe von 1.200 Euro:

200 Euro (Corona-Tests) + 1.200 Euro (weitere Behandlungen) = 1.400 Euro

AbzĂŒglich der zumutbaren Eigenbelastung von 895 Euro, kann Stefanie also 505 Euro als außergewöhnliche Belastungen von der Steuer absetzen.

Experten Tipp

UngeklÀrte Rechtslage

Ob und wie das Finanzamt Kosten fĂŒr private Corona-Tests bei der SteuererklĂ€rung anerkennt, wird sich erst im Laufe des Jahres zeigen. Bis dahin empfehlen wir dir, Kosten fĂŒr den Corona-Test in der SteuererklĂ€rung anzugeben. Das Finanzamt entscheidet dann im Einzelfall, ob die Ausgaben anerkannt werden und du von einem Steuervorteil profitieren kannst.

Corona-Test als Werbungskosten

Mit Werbungskosten Steuern sparen geht nur, wenn ein direkter Zusammenhang zum Beruf besteht. Diese Voraussetzung könnte also dann erfĂŒllt sein, wenn dein Arbeitgeber zwar einen Test verlangt, diesen aber nicht selbst bezahlt.

Beispiel Arbeitnehmer

Beispiel 3

Stefan hat seinen Urlaub im Ausland verbracht. Sein Arbeitgeber stellte zu Beginn der Pandemie die Regelung auf, dass alle Arbeitnehmer nach einem Auslandsaufenthalt zwingend einen Covid-19-Test machen mĂŒssen. Den Test musste er selbst bezahlen.

Ergebnis: Stefan kann den Corona-Test als Werbungskosten von der Steuer absetzen. Da er ohne den Test seine TĂ€tigkeit nicht aufnehmen konnte, gibt es einen direkten beruflichen Zusammenhang den Ausgaben.

Corona-Test als Betriebsausgabe

Der Alptraum fĂŒr jeden Unternehmer: Ein Angestellter hat sich mit dem Corona-Virus infiziert und war bei der Arbeit. Das fĂŒhrt nicht selten zu vorĂŒbergehenden Betriebsschließungen, vor allem wenn unklar ist, zu wie vielen Kollegen der Erkrankte Kontakt hatte. Viele Unternehmer bezahlen deshalb fĂŒr Ihre Angestellten Corona-Tests, um sich Klarheit zu verschaffen. Doch auch das kann ganz schön ins Geld gehen.

Hier ist die Lage aber deutlich klarer – denn in diesem Fall kann der Corona-Test als Betriebsausgabe angesetzt werden. Bleibt noch die Frage, ob sich hier nicht doch steuerpflichtiger Arbeitslohn fĂŒr den Arbeitnehmer versteckt?

Gilt es als Arbeitslohn, wenn der Chef den Corona-Test bezahlt?

Nein, fĂŒr den Arbeitnehmer entsteht kein geldwerter Vorteil, den er zusĂ€tzlich versteuern muss. Denn: Im FAQ Corona hat die Bundesregierung festgehalten, dass zur Vereinfachung von einem ĂŒberwiegend betrieblichen Interesse ausgegangen werden soll.

Das Gleiche gilt ĂŒbrigens auch fĂŒr die Bereitstellung von Atemschutz-Masken. Auch das fĂŒhrt fĂŒr den Arbeitnehmer nicht zu Arbeitslohn, weil das betriebliche Interesse vorrangig ist.