450-Euro-Grenze bei Minijobs

Was gilt bei höherem Arbeitslohn?


Bei einer geringfügigen Beschäftigung darf der Arbeitslohn nicht höher als 450 Euro im Monat betragen. Doch was gilt bei einer Überschreitung der Grenze?

Auf den Durchschnitt kommt es an

Der regelmäßige Verdienst darf im Durchschnitt eines Zeitraums von 12 Monaten nicht mehr als 450 Euro betragen (also max. 5.400 Euro bei durchgehender Beschäftigung).

Wird diese Grenze überschritten, handelt es sich nicht mehr um eine “geringfügige Beschäftigung”.

Gibt es Ausnahmen?

Ein nur gelegentliches und nicht vorhersehbares Überschreiten der Arbeitslohngrenze führt noch nicht zur Versicherungspflicht. Als “gelegentlich” gilt in Anlehnung an die Zeitgrenze von zwei Monaten bei kurzfristiger Beschäftigung ein zweimaliges Überschreiten der monatlichen Entgeltgrenze innerhalb eines Zeitjahres.

Das “Zeitjahr” entspricht einem Zeitraum von 12 Monaten, welcher mit dem Monat endet, für den aktuell die Beurteilung des Versicherungsstatus wegen nicht vorhersehbaren Überschreitens erfolgen soll. Als “unvorhersehbar” gilt beispielsweise Mehrarbeit infolge Urlaubs- oder Krankheitsvertretung.

Bis zu dreimal im Jahr

Nun regeln die neuen Geringfügigkeits-Richtlinien 2015, dass es in den Jahren 2015 bis 2018 für die Minijob-Regelung unschädlich ist, wenn infolge eines unvorhersehbaren Ereignisses die Verdienstgrenze von 450 Euro dreimal im Jahr überschritten wird. Dies gilt deshalb, weil die Zeitgrenze bei kurzfristiger Beschäftigung (Aushilfsjob) von bisher 2 Monaten auf 3 Monate ausgeweitet wird.

Beispiel

Eine Raumpflegerin ist zu einem monatlichen Arbeitsentgelt in Höhe von 450 Euro beschäftigt. Vom 1. Juni bis 31. August 2015 übernimmt sie vorübergehend zudem eine Schwangerschaftsvertretung und verdient in dieser Zeit 900 Euro im Monat.

Da es sich um eine unvorhersehbare gelegentliche Überschreitung der Minijob-Verdienstgrenze handelt, handelt es sich weiterhin um einen Minijob, für den der Arbeitgeber die Pauschalabgabe an die Minijobzentrale abführt und der beim Arbeitnehmer steuerfrei und – mit Ausnahme der Rentenversicherung – sozialversicherungsfrei ist.

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  1. 1
    Karin Hertzig

    Eine reguläre Urlaubsvertretung ist in der Regel planbar – somit nicht “unvorhersehbar”. Ihr Beispiel oben ist also falsch. Anders wäre es, wenn ein Unfall von Mutter/Vater/Lebensgefährte auftritt, aufgrund dessen dann kurzfristig von einem Arbeitnehmer Urlaub beantragt wird. In solchen Fällen ist die Vertretung “unvorhergesehen”.
    Krankheitsvertretung ist nur bei kurzfristiger Krankheit ist okay, bei längerfristigem Ausfall ist auch hier die Krankheit eines Mitarbeiters planbar und nicht mehr “unvorhersehbar”.

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