Kann ich meinen Computer von der Steuer absetzen?

Diese Regeln gelten fĂŒr PC, Laptop, Bildschirm & Co.


Sie nutzen Ihren privaten Computer auch beruflich? Oder haben Sie sich eigens fĂŒr das Home-Office ausgestattet? Die gute Nachricht: Das Finanzamt beteiligt sich an den Kosten hierfĂŒr! Denn beruflich genutzte Ausstattung wie Computer und Zubehör können Sie von der Steuer absetzen. Aber wie funktioniert das? Und was mĂŒssen Sie beachten, wenn Sie GerĂ€te teilweise auch privat nutzen? Lesen Sie hier mehr dazu!

Kurz & Knapp

  • Beruflich genutzte Computer dĂŒrfen Sie von der Steuer absetzen.
  • Je nach Kaufpreis kann ein Computer als geringwertiges Wirtschaftsgut in volle Höhe sofort angesetzt werden.
  • FĂŒr Bestandteile, Zubehör und Software gelten unterschiedliche Regeln.
  • Auch gebrauchte Computer können Sie von der Steuer absetzen.

Berufliche Ausgaben absetzen: Was sind Werbungskosten?

Haben Sie Ausgaben, die in Verbindung mit Ihrem aktuellen oder spĂ€teren Job stehen, dann handelt es sich in aller Regel um Werbungskosten. Werbungskosten können Sie von Ihren Einnahmen abziehen und damit Ihre Steuerlast senken. Es gibt verschiedene Arten von Werbungskosten und fĂŒr einige gelten spezielle EinschrĂ€nkungen, Voraussetzungen oder HöchstbetrĂ€ge. Auch Arbeitsmittel fĂŒr den Arbeitsplatz wie Computer oder Laptops zĂ€hlen zu den abzugsfĂ€higen Werbungskosten.

Computer Steuer Absetzen Infografik

Was passiert, wenn ich den Computer auch privat nutze?

Damit man auch (lange) Freude beim Arbeiten mit dem Laptop oder Computer hat, lohnt es sich, auf die QualitĂ€t des Produktes zu achten. Und dafĂŒr mĂŒssen Sie eventuell tief in die Tasche greifen. TĂ€tigen Sie eine solche Investition, möchten Sie das GerĂ€t vielleicht nicht ausschließlich fĂŒr die Arbeit nutzen. Auch fĂŒr private Angelegenheiten wie der SteuererklĂ€rung, Online-Banking oder Streaming lohnt sich die Anschaffung. Behalten Sie allerdings im Hinterkopf: Je weniger Sie Ihren Computer privat nutzen, desto höher kann die Steuerersparnis sein.

Weniger Werbungskosten bei Privatnutzung

In der SteuererklĂ€rung dĂŒrfen Sie nĂ€mlich nur die Kosten angeben, die der beruflichen Nutzung des Computers entsprechen. Das spiegelt den Grundgedanken der Werbungskosten wider. Nutzen Sie Ihrem Computer beispielsweise gleichermaßen fĂŒr die Arbeit als auch privat, dĂŒrfen Sie nur 50 Prozent der Kosten absetzen.

Wichtig ist hier die 10-Prozent-HĂŒrde. Nutzen Sie den Computer nur bis zu 10 Prozent privat, drĂŒckt das Finanzamt ein Auge zu. Dann dĂŒrfen Sie trotzdem 100 Prozent der Kosten angeben. Das gilt allerdings auch umgekehrt. Nutzen Sie den Computer nur bis zu 10 Prozent betrieblich, scheidet der Werbungskostenabzug komplett aus.

Wie gebe ich die Kosten in der SteuererklÀrung an?

Die Anschaffung eines Computers kann schnell teuer werden. Damit wird aber auch die Steuererstattung verlockend. Die Rechnung geht allerdings nur bis zu einem bestimmten Betrag auf – um genau zu sein bis zu 800 Euro (netto). Computer bis zu diesem Preis dĂŒrfen Sie im Kaufjahr direkt in voller Höhe (evtl. abzĂŒglich des privaten Nutzungsanteils) als Arbeitsmittel absetzen. Man spricht hier auch von einem geringwertigen Wirtschaftsgut.

Da Sie als Arbeitnehmer nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, dĂŒrfen Sie die Umsatzsteuer mit zur Bemessungsgrundlange hinzurechnen. Je nach Umsatzsteuersatz betrĂ€gt die Brutto-Wertgrenze also 952 Euro (19 Prozent Umsatzsteuer) oder 928 Euro (16 Prozent Umsatzsteuer).
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Abschreibung bei teuren GerÀten

Haben Sie sich ein teureres GerĂ€t gekauft, mĂŒssen Sie den Kaufpreis in der SteuererklĂ€rung ĂŒber mehrere Jahre verteilen. Wie lange? Das bestimmt sich nach der gewöhnlichen Nutzungsdauer des Computers. Das sind der Regel 3 Jahre.

Beispiel
Sie kaufen sich am 1.1.2020 einen Computer, den Sie ausschließlich beruflich nutzen. Die Anschaffungskosten betragen inklusive Umsatzsteuer 1.000 Euro. FĂŒr die 2020, 2021 und 2022 dĂŒrfen Sie also jeweils 333,33 Euro als Werbungskosten angeben.

Dass bestimmte Anschaffungskosten ĂŒber mehrere Jahre verteilt werden, nennt man auch Absetzung fĂŒr Abnutzung, Abschreibung oder kurz: AfA. Sie können zwar in Summe trotzdem die gesamten Aufwendungen absetzen. Allerdings sparen Sie so im Anschaffungsjahr selbst weniger Steuern. Im Zweifelsfall wirkt sich die Anschaffung in Jahren ohne weitere hohe Werbungskosten aufgrund des Arbeitnehmer-Pauschbetrags gar nicht aus. Die AfA mĂŒssen Sie fĂŒr jeden vollen Monat berechnen. Das heißt: Bei Anschaffung am 1.7.2020 dĂŒrfen Sie fĂŒr 2020 nur 6 Monate berĂŒcksichtigen.

Es lohnt sich, auf den Preis zu achten und falls möglich ein bisschen Verhandlungsgeschick zu zeigen. Denn selbst wenn Ihr Computer 800,01 Euro (netto) kostet, schlĂ€gt die Abschreibung zu Buche – und bringt Sie im schlimmsten Fall um die Erstattung.

Amtliche AfA-Tabelle
Wie lange ist die Nutzungsdauer eines GerĂ€ts? Das entnehmen Sie der amtlichen AfA-Tabelle. Hier sind sĂ€mtliche WirtschaftsgĂŒter sowie deren betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer angegeben. Das Finanzamt wendet diese Tabelle auch an: Sie machen also nichts falsch, wenn Sie fĂŒr abschreibungspflichtige GerĂ€te die Nutzungsdauer aus der Tabelle entnehmen. In EinzelfĂ€llen – wie zum Beispiel beim Gebrauchtwarenkauf – akzeptiert das Finanzamt bei guter BegrĂŒndung aber auch abweichende Nutzungsdauern.

Hat eine private Mitbenutzung Einfluss auf die Abschreibung?

Ja. Nutzen Sie Ihren Computer beispielweise zu 50 Prozent auch privat, dann dĂŒrfen Sie auch die Kosten bzw. AbschreibungsbetrĂ€ge nur in halber Höhe ansetzen. Aber wie sieht es mit der GwG-Grenze aus? Hier ist – auch bei privater Mitbenutzung – der ursprĂŒngliche Kaufpreis entscheidend. Hat der Computer mehr als 800 Euro (netto) gekostet, dann dĂŒrfen Sie die Kosten nur ĂŒber die AfA ansetzen. Ganz egal, ob der berufliche Nutzungsanteil eventuell geringer ist als die GwG-Grenze.

Beispiel
Sie kaufen sich einen Laptop fĂŒr 1.500 Euro (brutto). Sie nutzen ihn jeweils zur HĂ€lfte privat und beruflich. Der berufliche Anteil der Anschaffungskosten betrĂ€gt also 750 Euro. Das liegt theoretisch innerhalb der GwG-Grenze. Trotzdem mĂŒssen Sie den Computer abschreiben, da der Anschaffungspreis bei 1.500 Euro lag. Lediglich der AfA-Betrag ist um 50 Prozent zu kĂŒrzen. Das heißt: Die AbschreibungsbetrĂ€ge berechnen Sie auf die 750 Euro. Bei einer Nutzungsdauer von 3 Jahren dĂŒrfen Sie also jĂ€hrlich 350 Euro in der SteuererklĂ€rung angeben.

Drucker, Bildschirm & Zubehör absetzen

Ein Computer kommt selten allein 
 Vielleicht mĂŒssen Sie im Laufe der Zeit Teile tauschen, erweitern Ihren Arbeitsplatz um einen zweiten Bildschirm oder legen sich noch einen Drucker zu. Gelten hierfĂŒr die gleichen Spielregeln wie fĂŒr den Computer? Es kommt drauf an, ob Sie das Zubehör allein nutzen können.

Was nutzt ein Lenkrad ohne Auto? Oder ein Kugelschreiber-Mine oder HĂŒlle? Ähnlich stellt sich die Frage fĂŒr Bestandteile (Tastatur, Festplatte, Laufwerke, 
 ) und externe PeripheriegerĂ€te (Monitor, Drucker, Scanner, 
 ). Kaufen Sie sich solches Zubehör, können die Einzelteile nicht immer allein genutzt werden. Vielmehr können Sie sie nur in Kombination mit zum Beispiel einem Computer nutzen. Im Steuerrecht sagt man, sie sind nicht selbststĂ€ndig nutzbar. Damit erfĂŒllen PeripheriegerĂ€te nicht die Voraussetzung eines geringwertigen Wirtschaftsguts.  Es stellt sich also die Frage, wie und ob Computerbestandteile oder PeripheriegerĂ€te steuerlich behandelt werden.

Abschreibung fĂŒr Bestandteile und PeripheriegerĂ€te?

Computerbestandteile – also alles, was den Computer bei Erstanschaffung „komplett“ macht – fassen Sie zusammen. Liegt der Gesamtwert dann unter 800 Euro (netto), dĂŒrfen Sie die Kosten in voller Höhe angeben. Liegt der Wert allerdings darĂŒber, mĂŒssen Sie die Anschaffungskosten ĂŒber die Nutzungsdauer von 3 Jahren verteilen.

PeripheriegerÀt oder Bestandteil?
Am einfachsten lĂ€sst sich die Unterscheidung anhand des Beispiels einer Tastatur erklĂ€ren. FĂŒr einen Desktop-Computer stellt die Tastatur einen Bestandteil dar. Denn Sie können den Computer ohne Tastatur nicht bedienen. Sie ist also ein Teil des „Gesamtpakets“. Anders ist das, wenn Sie eine externe Tastatur zusĂ€tzlich zu einem Laptop kaufen. Hier ist die Tastatur ein PeripheriegerĂ€t. Denn fĂŒr den Laptop stellt sie keinen essenziellen Bestandteil dar, da er bereits eine integrierte Tastatur zur Bedienung besitzt.

Bei PeripheriegerĂ€ten, die Sie nicht ohne den Computer nutzen können, spielt die 800-Euro-Grenze (netto) keine Rolle.Denn: Die Anschaffungskosten mĂŒssen immer im Wege der AfA ĂŒber die Nutzungsdauer verteilt werden. Diese betrĂ€gt fĂŒr PeripheriegerĂ€te in der Regel ebenfalls 3 Jahre.

Gibt es eine Ausnahme?
Leider nein. Im Einkommensteuergesetz ist keine Ausnahme, beispielsweise fĂŒr nicht selbststĂ€ndig nutzbare PeripheriegerĂ€te unterhalb einer gewissen Preisgrenze, vorgesehen. Das bedeutet: Egal, wie gĂŒnstig die GerĂ€te waren, Sie mĂŒssen die Kosten ĂŒber 3 Jahre verteilen.

Welche PeripheriegerÀte darf ich sofort abschreiben?

Anders sehen die Regelungen fĂŒr PeripheriegerĂ€te aus, die Sie tatsĂ€chlich unabhĂ€ngig vom Computer nutzen können. Zum Beispiel bei Druckern oder Scannern, die Sie nicht nur ĂŒber den Computer bedienen können. Das ist in der Regel bei All-in-One-GerĂ€ten der Fall. Handelt es sich also um tatsĂ€chlich selbststĂ€ndig nutzbares Zubehör, sind die entsprechenden GerĂ€tschaften als geringwertiges Wirtschaftsgut anzuerkennen. Damit profitieren Sie von der Sofortabschreibung bis zu einem Nettopreis von 800 Euro. Teurere Anschaffungskosten mĂŒssen Sie auch hier ĂŒber die Abschreibung ĂŒber die Nutzungsdauer der GerĂ€te verteilen.

AufrĂŒstung des Computers

Sie tĂŒfteln und reparieren lieber, anstatt langsame und veraltete Computer durch neue zu ersetzen? Ersetzen Sie nur einzelne Bestandteile, sind die Kosten dafĂŒr in der Regel als Erhaltungsaufwand sofort abzugsfĂ€hig.

Sie möchten den Computer einer kompletten VerjĂŒngungskur unterziehen? Dann ist Vorsicht geboten. Denn es kann passieren, dass sich durch die AufrĂŒstung ihres Computers dessen Nutzungsdauer verlĂ€ngert.

Tauschen Sie beispielsweise alle Bestandteile des Computers, die dem tĂ€glichen Verschleiß zum Opfer gefallen sind (beispielsweise Prozessor, Grafikkarte[JB1] , 
), stellen sie damit ein „neues“ GerĂ€t her. Das ist nach dem Austausch bzw. Einbau neuer Bestandteile eventuell sogar einem neuwertigen Computer gleichzusetzen. In dem Fall mĂŒssen Sie alle Kosten fĂŒr die AufrĂŒstung zusammenfassen und ĂŒber eine neu geschĂ€tzte Nutzungsdauer verteilen. Das gleiche gilt, wenn Sie zwar keine vorhandenen Komponenten austauschen, aber neue in den Computer einbauen.Ob und wie lange sich eine Nutzungsdauer durch verschiedene Auf- und UmrĂŒstungen verlĂ€ngert, muss jedoch im Einzelfall geprĂŒft werden.

Kasten: Tauschen Sie hingegen PeripheriegerĂ€te aus, fĂŒhrt das nicht zu einer VerlĂ€ngerung der Nutzungsdauer des Computers. Denn: Die PeripheriegerĂ€te mussten Sie ja zuvor als eigenes Wirtschaftsgut abschreiben. Ersetzen Sie also zum Beispiel einen Drucker, so muss dieser wie eine Neuanschaffung behandelt werden. Auf die Nutzungsdauer und Abschreibung des Computers hat das keine Auswirkungen.

Darf ich auch gebraucht gekaufte GerÀte ansetzen?

Ja, fĂŒr gebraucht gekaufte GerĂ€te gelten die gleichen Voraussetzungen wie fĂŒr neue. Lediglich im Hinblick auf die Nutzungsdauer bei der Abschreibung kann es zu Abweichungen kommen. Je nachdem wie alt das GerĂ€t bei Ihrem Erwerb bereits war, mĂŒssen Sie es ĂŒber die kĂŒrzere Restnutzungsdauer abschreiben.

Ist das GerĂ€t aber beim Kauf bereits Ă€lter als die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer, mĂŒssen Sie Ihre „individuelle“ Nutzungsdauer schĂ€tzen. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag: Gebrauchtes absetzen.

Wie setze ich Software in der SteuererklÀrung an?

Bei Software handelt es sich um immaterielle WirtschaftsgĂŒter. Damit sind Anschaffungen gemeint, die nicht physisch – also nicht wirklich greifbar sind, aber trotzdem einen konkreten Wert und Nutzen haben. Jede System- und Anwendersoftware ist ein eigenstĂ€ndiges abnutzbares Wirtschaftsgut und muss damit auch abgeschrieben werden.

Systemsoftware bezeichnet Software fĂŒr Betriebssysteme, also zum Beispiel Windows, iOS oder Linux. Anwendersoftware sind hingegen Programme, die Sie in ein gewisses Betriebssystem „hineininstallieren“ – also zum Beispiel Software fĂŒr den Virenschutz, Bildbearbeitung, Dokumentenmanagement, 


Kann eine Software als GwG abgeschrieben werden?

Theoretisch nein. Denn um ein geringwertiges Wirtschaftsgut zu sein, muss es sich um bewegliche WirtschaftsgĂŒter mit selbststĂ€ndiger Nutzbarkeit handeln. Beides trifft auf Software nicht zu. Dennoch lĂ€sst die Finanzverhaltung in der Praxis hier aus VereinfachungsgrĂŒnden eine Behandlung als GwG zu. Das bedeutet: Software, die preislich unterhalb der GwG-Grenze liegt (Trivialsoftware), dĂŒrfen Sie sofort im Anschaffungsjahr als Werbungskosten absetzen. Sie dĂŒrfen also auf die Abschreibung verzichten.

Wie lange ist die Nutzungsdauer von Software?

Was aber, wenn die Software doch etwas teurer war und abgeschrieben werden muss? GrundsĂ€tzlich richtet sich die Nutzungsdauer von Software nach der jeweiligen Lizenz bzw. Vertragslaufzeit. Beispielsweise mĂŒssen Sie die Kosten fĂŒr eine Softwarelizenz, die Sie fĂŒr 4 Jahre erwerben, ĂŒber 4 Jahre abschrieben.

FĂŒr Software gibt es keine einheitliche Nutzungsdauer. Über wie viele Jahre Sie die Software abschreiben mĂŒssen, richtet sich nach den jeweiligen Konditionen. Ergibt sich aus der Lizenzvereinbarung nicht anderes, können Sie die Software ĂŒber 3 Jahre abschreiben.

Wie muss ich Updates steuerlich berĂŒcksichtigen?

Wie steuerlich mit kostenpflichtigen Updates umzugehen ist, ist nicht abschließend geklĂ€rt. Denn ein Update kann verschiedene HintergrĂŒnde haben. Entweder wird mit einem Software-Update die bestehende Software wesentlich verbessert und damit die Nutzungsdauer verlĂ€ngert. Oder aber es sind neue Software-Pakete enthalten, die wie eine Neuanschaffung behandelt werden mĂŒssen. Andererseits gibt es auch bloße „Wartungs-Updates“, die wie Reparaturkosten sofort abzugsfĂ€hig sein mĂŒssen. Hier gilt es also, jeden Fall einzeln zu betrachten und zu beurteilen.

Abschließendes Beispiel

In den vorhergehenden Abschnitten haben Sie einiges ĂŒber die steuerliche Behandlung von Computern, Zubehör und Software gelernt. In einem abschließenden Beispiel möchten wir Ihnen zeigen, wie Sie die Regelungen in der Praxis umsetzen können.

Sie kaufen sich am 1.7.2020 einen Laptop zum Preis von 1.300 Euro. In dem Preis enthalten ist die aktuelle Systemsoftware. Sie nutzen den Laptop zu 50 Prozent auch beruflich. Da Sie am Heimarbeitsplatz noch nicht viel eingerichtet haben, kaufen Sie sich am 1.9.2020 noch einen Bildschirm fĂŒr 300 Euro und am 1.12.2020 noch einen gebrauchten Multifunktionsdrucker fĂŒr 600 Euro. Bildschirm und Drucker nutzen Sie ausschließlich beruflich – da Sie privat nur am Laptop selbst arbeiten und privat nichts ausdrucken. Alle Preise sind inklusive Mehrwertsteuer. Im Zeitraum vom 1.7.2020-31.12.2010 betrĂ€gt der Mehrwertsteuersatz 16 Prozent.

Beispiel

1. Anschaffung Laptop
Der Laptop ist ein selbststĂ€ndig nutzbares Wirtschaftsgut. Deshalb kann er – wenn der Preis innerhalb der Grenze liegt – als GwG sofort als Werbungskosten abgesetzt werden. Die GwG-Grenze betrĂ€gt fĂŒr Sie als Arbeitnehmer 800 Euro zuzĂŒglich Mehrwertsteuer. Bei einem Mehrwertsteuersatz von 16 Prozent betrĂ€gt sie 928 Euro. Der Laptop ĂŒbersteigt diese Grenze – Sie mĂŒssen die Anschaffungskosten also ĂŒber die Nutzungsdauer verteilen.
2. Berufliche Nutzung Laptop
Sie nutzen den Laptop zu 50 Prozent beruflich. Die Bemessungsgrundlage fĂŒr die Abschreibung betrĂ€gt also 1.300 Euro x 50 Prozent = 650 Euro
3. Abschreibung Laptop
Die Nutzungsdauer des Laptops betrĂ€gt 3 Jahre. FĂŒr das Jahr 2020 dĂŒrfen Sie 6 Monate (Juli – Dezember) berĂŒcksichtigen. Der Abschreibungsbetrag fĂŒr 2020 betrĂ€gt also:
650 Euro / 3 Jahre x 6/12 = 108,33 Euro
4. Anschaffung Bildschirm
Der Bildschirm ist ein nichtselbststĂ€ndig nutzbares Wirtschaftsgut. Es kann also kein GwG vorliegen – die Grenze ist also irrelevant. Stattdessen muss der Bildschirm im Wege der AfA berĂŒcksichtigt werden.
5. Berufliche Nutzung Bildschirm
Sie nutzen den Bildschirm nur fĂŒr die berufliche TĂ€tigkeit im Homeoffice. Deshalb dĂŒrfen Sie die Anschaffungskosten zu 100 Prozent berĂŒcksichtigen.
6. Abschreibung Bildschirm
Die Nutzungsdauer des Bildschirms betrĂ€gt 3 Jahre. FĂŒr das Jahr 2020 dĂŒrfen Sie noch 4 Monate (September-Dezember) berĂŒcksichtigen. Der Abschreibungsbetrag fĂŒr 2020 betrĂ€gt also:
300 Euro / 3 Jahre x 4/12 = 33,33 Euro
7. Anschaffung Multifunktionsdrucker
Der Drucker ist als Multifunktionsdrucker gerĂ€teunabhĂ€ngig nutzbar und damit ein selbststĂ€ndig nutzbares Wirtschaftsgut. Diese Regelung gilt auch fĂŒr gebrauchte GerĂ€te. Da der Preis im Beispiel innerhalb der GwG-Grenze liegt, kann er als GwG vollstĂ€ndig im Jahr der Anschaffung mit 600 Euro angesetzt werden.
8. Berufliche Nutzung Multifunktionsdrucker
Sie nutzen den Drucker ausschließlich beruflich. Deshalb dĂŒrfen Sie die Kosten zu 100 Prozent als Werbungskosten berĂŒcksichtigen.
9. Zusammenfassung
Folgende Werbungskosten dĂŒrfen Sie in der SteuererklĂ€rung fĂŒr das Jahr 2020 angeben:
– Abschreibung Laptop: 108,33 Euro
– Abschreibung Bildschirm: 33,33 Euro
– Sofortabschreibung Drucker: 600 Euro
Summe: 741,66 Euro

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