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Direkte und indirekte Steuern

Welche Steuern schulden Sie wirklich?


Haben Sie schonmal Tabak-, Strom-, Bier-, oder Kaffeesteuer gezahlt? Höchstwahrscheinlich ja! Denn im Preis, den Sie zahlen, sind diese indirekten Steuern längst enthalten. Dennoch sind Sie nicht der Schuldner dieser Steuer. Wie kommt es also, dass Sie mit Steuern belastet werden, die Sie gar nicht direkt an das Finanzamt zahlen? Wir verraten es Ihnen.

Steuer ist nicht gleich Steuer

Einkommen-, Umsatz-, Gewerbe-, Erbschaft- oder Körperschaftsteuer – um nur die berühmtesten Beispiele der Artenvielfalt in der deutschen Steuerlandschaft zu nennen. Hinzu kommen zahlreiche mehr oder weniger bekannte Exemplare. Die Steuerarten lassen sich nach mehreren Kriterien einteilen. So lässt sich zum Beispiel danach unterscheiden, wer die Steuern erhebt (Bund, Länder, Gemeinden) oder was genau besteuert wird (z. B. Besitz, Verkehr oder Verbrauch). Letztlich stellt sich auch immer die Frage, wer die Steuer zahlt und wer sie schuldet. Und genau hierbei kommen die Begriffe „direkte und indirekte Steuern“ ins Spiel.

Wer ist Steuerzahler?

Steuerzahler ist derjenige, der durch die Steuern wirtschaftlich belastet ist. Ihm fehlt durch die Steuer tatsächlich das Geld auf dem Konto bzw. im Portemonnaie.

Wer ist Steuerschuldner?

Steuerschuldner ist derjenige, der z. B. dem Finanzamt gesetzlich die Steuer schuldet. Er führt also die Steuer an die erhebende Behörde ab. Er muss am Ende auch für die Steuerzahlung „geradestehen“ und kann für unrichtige oder verspätete Zahlungen belangt werden.

Steuerzahler und Steuerschuldner sind oft ein und dieselbe Person. Das muss aber nicht immer so ein. In manchen Fällen ist der Steuerschuldner nämlich nicht durch die Steuer wirtschaftlich belastet. Dann stellt der Steuerschuldner nur eine Art „Mittelsmann“ dar.

Was sind direkte Steuern?

Um direkte Steuern handelt es sich immer dann, wenn Steuerzahler und Steuerschuldner identisch sind. Das bedeutet: die Person, die die Steuerlast wirtschaftlich trägt, ist auch für die rechtzeitige Entrichtung der Steuer verantwortlich. Das ist zum Beispiel bei diesen Steuern der Fall:

Was sind indirekte Steuern?

Wenn Steuerzahler und -schuldner nicht identisch sind, handelt es sich um indirekte Steuern. Das heißt: Die Steuer wird zunächst vom Steuerzahler an den Steuerschuldner gezahlt. Dieser ist dann verpflichtet die Steuer an die erhebende Behörde zu bezahlen. Der Steuerschuldner ist in diesen Fällen nicht selbst wirtschaftlich durch die Steuer belastet. Er wird nur dann belastet, wenn er die Steuer nicht vollumfänglich an den Steuerzahler weitergibt.

Um indirekte Steuern handelt es sich, wenn mit ihr der Verbrauch bzw. der Konsum gewisser Güter besteuert wird. Das passiert dadurch, dass der Steuerschuldner die Steuer auf den Endverbraucher (=Steuerzahler) „abwälzt“. Die Steuern sind dann bereits in der Preiskalkulation enthalten. Indirekte Steuern sind:

Wer schuldet die indirekten Steuern?

Schuldner der Umsatzsteuer ist der Unternehmer, der die Waren bzw. Dienstleistungen vertreibt. Im Gegenzug darf er die seinerseits gezahlten Umsatzsteuerbeträge (Vorsteuer) abziehen (Vorsteuerabzug). Er muss in der Regel monatlich oder vierteljährlich eine Umsatzsteuervoranmeldungen sowie jährlich eine Umsatzsteuererklärung erstellen. Damit erklärt er dem Finanzamt, wie viel Umsatzsteuer er durch den Warenverkauf bzw. Dienstleistungen eingenommen hat bzw. wie hoch sein Erstattungsanspruch aus gezahlter Vorsteuer ist.

Verbrauchsteuern hingegen werden vom Hersteller der jeweiligen Produkte geschuldet. Stellen Sie also Produkte her, auf die eine besondere Steuer entfällt (z. B. Tabaksteuer auf Tabakwaren), so sind Sie Schuldner dieser Steuer. Auch dann, wenn Ihre Ware z. B. im Supermarkt verkauft wird. Der Supermarktbetreiber wird dadurch nicht Schuldner der Tabaksteuer. Er schuldet nur die Umsatzsteuer auf die von Ihm verkauften Produkte.

Die Steuer steckt im Preis

Wie viel Mehrwertsteuer bzw. Umsatzsteuer Sie beim Einkauf zahlen, können Sie meistens der Rechnung entnehmen. Je nachdem, was Sie kaufen, können Sie aber unbemerkt auch andere Steuern zahlen. Folgende Verbrauchsteuern sind beispielsweise vom Unternehmen bereits im Preis der Ware bzw. der Leistung mit einkalkuliert, ohne auf der Rechnung ausgewiesen zu sein:

  • Biersteuer
  • Branntweinsteuer
  • Energiesteuer (ehemals: Mineralölsteuer)
  • Kaffeesteuer
  • Schaumweinsteuer
  • Stromsteuer
  • Tabaksteuer

Lohnsteuer: Direkte oder indirekte Steuer?

Bei der Lohnsteuer ist der Fall auf den ersten Blick nicht ganz eindeutig. Denn: Die Lohnsteuer wird von Ihrem Gehalt einbehalten und von Ihrem Arbeitgeber an das Finanzamt entrichtet. Deshalb stellt sich die Frage, wer bei der Lohnsteuer Steuerzahler- und -schuldner ist.

Anders als bei der Umsatzsteuer ist der Arbeitgeber dadurch, dass er die Lohnsteuer ans Finanzamt abfĂĽhrt, nicht zugleich Steuerschuldner. Die Steuerschuldnerschaft bleibt beim Arbeitnehmer. Denn es handelt sich bei der Lohnsteuer um eine Art Vorauszahlung auf die Einkommensteuer und nicht um eine eigene Steuerart. Bei der Einkommensteuer handelt es sich um eine direkte Steuer: Sie wird (sofern zur Einkommensteuer veranlagt) vom Steuerpflichtigen gezahlt und geschuldet. Deshalb ist auch die Lohnsteuer den direkten Steuern zuzuordnen.

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Quelle: BMF

 

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3 Kommentare

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  1. 1
    Ingo Kudenholdt

    Wie sieht es mit der Grundsteuer in der Jahresbetriebskostenabrechnung aus? Diese Steuerart, vermute ich ist eine indirekte Steuerart, ist die Grundsteuer im Lohnsteuerjahresausgleich Abzu setzen, oder nicht?

  2. 2
    Manfred Eck

    GrĂĽĂźe nach Burbach.
    Kann ich als Mieter, die vom Vermieter gezahlten Hausversicherungen und mir anteilmäßig in der Betriebskostenabrechnung in Rechnung gestellt werden, steuerlich geltend machen?. Als Nachweis besitze
    ich die Rechnungen der Versicherungen, die dem Vermieter in Rechnung gestellt wurden, mit dem Hinweis, dass sie zur Vorlage beim Finanzamt dienen. Der Rückschluss für mich bedeutet dies, dass der Vermieter die Beträge dem Finanzamt
    geltend macht, und diese wiederum steuerbegĂĽnstigt berĂĽcksichtigt werden, aber die Mieter die Versicherungen bezahlen.
    Wenn Sie einen Kommentar darüber verfassen, wäre ich Ihnen für einen Hinweis dankbar.
    Mit freundlichen GrĂĽĂźen
    Manfred Eck

    • 3
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      Grundsätzlich sind nur die Lohnanteile der Nebenkosten (+Abrechnung) die auf haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen entfallen, für die privaten Mieter steuerlich abzugsfähig.
      Andere Bestandteile der Nebenkostendürfen private Mieter jedoch nicht berücksichtigen. Anders siehtes es aus, wenn z. B. Räume betrieblich genutzt werden. Dann sind die Nebenkosten inkl. aller Abrechnungspositionen als Betriebsausgaben abzugsfähig.
      Für den (nicht gewerblichen) Vermieter läuft das ganze vereinfacht gesagt so:
      Er bezahlt die laufenden Kosten wie z. B. Versicherungen, Grundsteuer, Hausverwaltung, GebĂĽhren etc.
      Diese darf er als Werbungskosten bei den Einkunfte aus Vermietung und Verpachtung angeben.
      Die Kosten darf er allerdings zu einem gewissen Anteil auf die Mieter umlegen. Es kommt für ihn dadurch jedoch nicht zu einer doppelten Entlastung. Denn: die Umlagen, die die Mieter zahlen, stellen für ihn steuerpflichtige Einnahmen dar. Genauso auch eine Nachzahlung, die ein Mieter auf die Nebenkosten leisten muss. Muss jedoch der Vermieter eine Erstattung an die Mieter zahlen, ist diese entsprechend wieder als Werbungskosten abzugsfähig.
      Insofern wirken sich für den Vermieter auch nur die nicht umgelegten Kosten tatsächlich steuermindernd aus.

      Am Rande sei noch angemerkt, dass Sachversicherungen wie z. B. auch Gebäude- oder Brandversicherungen nur im Rahmen der Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben abzugsfähig sind. Im Rahmen der Sonderausgaben dürfen sie bei Privatpersonen nicht berücksichtigt werden.

      Viele GrĂĽĂźe,
      Carina Hagemann
      Tax Specialist von steuernsparen

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