Elektronische Umsatzsteuer-Voranmeldung

Elektronische Umsatzsteuer-Voranmeldung

Pflicht zur elektronischen Übermittlung


Bereits seit etlichen Jahren besteht die Pflicht, die monatliche oder vierteljĂ€hrliche Umsatzsteuer-Voranmeldung elektronisch an das Finanzamt zu ĂŒbermitteln.

Wie oft muss ich die Umsatzssteuer-Voranmeldung abgeben?

Minimum: VierteljÀhrliche Abgabe

Sie können Umsatzsteuer-Voranmeldung vierteljĂ€hrlich abgeben, wenn Sie im vorangegangenen Kalenderjahr mehr als 1.000 Euro, aber nicht mehr als 7.500 Euro Umsatzsteuerzahllast ans Finanzamt abgefĂŒhrt haben.

Termine fĂŒr die vierteljĂ€hrliche Voranmeldung

  • 10.04.
  • 10.07.
  • 10.10.
  • 10.01.

Maximum: Monatliche Abgabe

BetrĂ€gt die Vorjahres-Umsatzsteuer mehr als 7.500 Euro gilt ein monatlicher Voranmeldungszeitraum. Dieser gilt auch fĂŒr ExistenzgrĂŒnder im Jahr der NeugrĂŒndung und dem Folgejahr.

Keine Pflicht zur Abgabe einer Umsatzsteuer-Voranmeldung?

Nur wenn die Vorjahres-Umsatzsteuer nicht mehr als 1.000 Euro betragen hat. Es genĂŒgt dann eine Umsatzsteuer-JahreserklĂ€rung.

Wie muss ich die Umsatzssteuer-Voranmeldung abgeben?

Seit 2013 kann die Voranmeldung nur noch elektronisch mit einer AuthentifizierungÂ ĂŒbermittelt werden. Die Authentifizierung dient der eindeutigen Feststellung der IdentitĂ€t des Übermittlers. FĂŒr die elektronische Authentifizierung ist eine Registrierung im ELSTER Online-Portal  erforderlich.

Drei Möglichkeiten zur Authentifizierung

  • ELSTER-Basis: Hier erhalten Sie ein kostenloses Software-Zertifikat, das als Datei auf Ihrem PC gespeichert wird.
  • ELSTER-Spezial: Hier wird ein spezieller USB-Stick mit Sicherheitsprozessor (sog. Sicherheitsstick) personalisiert. Zertifikat und SchlĂŒssel werden manipulationssicher im Sicherheitsstick gespeichert.
  • ELSTER-Plus: Hier können sich Besitzer einer Signaturkarte registrieren.

FĂŒr eine papierlose Einkommen- SteuererklĂ€rung sowie fĂŒr die o.g. Anmeldungen genĂŒgt im Allgemeinen ELSTER-Basis mit dem elektronischen Software-Zertifikat.

Wer erstmals eine Umsatzsteuervoranmeldung abzugeben hat, muss als erstes eine spezielle USt-Identifikationsnummer beantragen. Dies ist eine andere als die persönliche Steuer-Identifikationsnummer, die jedem BĂŒrger zugeteilt wurde.

Bis wann muss ich die USt-Anmeldung einreichen?

Die Umsatzsteuervoranmeldung ist jeweils bis zum 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraumes selbst zu berechnen, elektronisch an das Finanzamt zu ĂŒbermitteln und auch zur Zahlung fĂ€llig. FĂŒr den Monat Dezember oder – bei Quartalszahlern – fĂŒr das vierte Quartal ist die Zahlung also bis zum 10. Januar des Folgejahres zu leisten.

Besonderheit: Umsatzssteuer-Voranmeldung im Januar

BezĂŒglich der Umsatzsteuer ist die Umsatzsteuer-Vorauszahlung im Januar in der Jahres-UmsatzsteuererklĂ€rung dem alten Jahr zuzurechnen.

BezĂŒglich der Einkommensteuer wird die Umsatzsteuer-Vorauszahlung ebenfalls dem alten Jahr zugeordnet. Denn die USt-Zahlung stellt eineregelmĂ€ĂŸig wiederkehrende Ausgabe dar, die bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen nach Beendigung des Kalenderjahres dem Jahr zugerechnet wird, zu dem sie wirtschaftlich gehört. Also ist bei Einnahmen-Überschussrechnern die Zahlung im Januar noch im alten Jahr als Betriebsausgaben absetzbar (Schreiben des BMF vom 10.11.2008).

Was passiert nach dem 10. Januar?

Hier ist der Fiskus sehr streng: Wenn die Umsatzsteuer-Vorauszahlung erst nach dem 10. Januar erfolgt, kann sie bei Einnahmen-Überschussrechnern als Betriebsausgabe nicht mehr im alten Jahr, sondern muss im neuen Jahr erfasst werden. Die Zahlung nach dem 10. Januar sei keine regelmĂ€ĂŸig wiederkehrende Ausgabe mehr (OFD Nordrhein-Westfalen, Kurzinfo ESt 9/2014).

Der 10. Januar ist ein Sonntag!

Ist der 10. Januar ein Sonntag bedeutet das, dass  sich die FĂ€lligkeit der Umsatzsteuer-Vorauszahlung auf den nĂ€chsten Werktag, also Montag,verschiebt. BezĂŒglich der Umsatzsteuer ist das kein Problem, denn deren FĂ€lligkeit verschiebt sich hier auf den nĂ€chsten Werktag.

Achtung bei der Einkommensteuer

Doch bezĂŒglich der Einkommensteuer ist der Fiskus nun sehr kleinkariert: Die Finanzbeamten wollen die Umsatzsteuer-Vorauszahlung nach dem 10. Januar 2016 nicht mehr als Betriebsausgaben des Jahres 2015 anerkennen.

Nun hat der Bundesfinanzhof leider die enge Sicht der Finanzverwaltung bestĂ€tigt: Eine Umsatzsteuer-Vorauszahlung nach dem 10. Januar kann nicht mehr als Betriebsausgabe des alten Jahres berĂŒcksichtigt werden, denn die Zahlung ist nicht mehr innerhalb der „kurzen Zeit“ erfolgt.

Was ist eine „kurze Zeit“?

Eine „kurze Zeit“ ist generell ein Zeitraum von nur 10 Tagen. Dies gilt auch dann, wenn der 10. Januar ein Samstag oder Sonntag ist und sich deshalb die FĂ€lligkeit auf den nĂ€chsten Werktag verschiebt. Diese FristverlĂ€ngerung im Umsatzsteuergesetz hat auf die 10-Tage-Frist bei der Einkommensteuer keinen Einfluss (Urteil des Bundesfinanzhofs, Aktenzeichen VIII R 34/12).

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Weitere Infos zur Umsatzssteuer-Voranmeldung

Jetzt wird mit dem Jahressteuergesetz 2010 die Verpflichtung eingefĂŒhrt, ab 2011 auch die Umsatzsteuer-JahreserklĂ€rung auf elektronischem Wege bis zum 31. Mai des Folgejahres an das Finanzamt zu ĂŒbermitteln (§ 18 Abs. 3 UStG; § 27 Abs. 17 UStG).

Unbillige HĂ€rte

Zur Vermeidung unbilliger HĂ€rten kann die Finanzbehörde auf Antrag gestatten, die Umsatzsteuer-JahreserklĂ€rung weiterhin nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck beim Finanzamt einzureichen. Eine unbillige HĂ€rte kann insbesondere dann vorliegen, wenn dem Steuerpflichtigen nicht zuzumuten ist, die technischen Voraussetzungen fĂŒr eine elektronische Übermittlung zu schaffen. Sie liegt darĂŒber hinaus immer dann vor, wenn der Unternehmer seine gewerbliche oder berufliche TĂ€tigkeit im Kalenderjahr eingestellt hat (§ 16 Abs. 3 UStG) oder das Finanzamt einen kĂŒrzeren Besteuerungszeitraum als das Kalenderjahr bestimmt hat, weil der Eingang der Steuer gefĂ€hrdet erscheint oder der Unternehmer damit einverstanden ist (§ 16 Abs. 4 UStG).

Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung

Mit dem „SteuerbĂŒrokratieabbaugesetz“ vom 12.12.2008 wurden bilanzierende Unternehmer verpflichtet, ab 2011 die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung sowie die EinkommensteuererklĂ€rung elektronisch an das Finanzamt zu ĂŒbermitteln (§ 5b EStG; § 52 Abs. 15a EStG).

Aus technischen und organisatorischen GrĂŒnden wird die Pflicht zur elektronischen Übermittlung von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung um ein Jahr verschoben – auf das Jahr 2012. Hingegen bleibt die Verpflichtung zur elektronischen Abgabe der EinkommensteuererklĂ€rung bestehen – und zwar erstmals fĂŒr das Jahr 2011. Geregelt ist dies in der „Anwendungszeitpunktverschiebungsverordnung (AnwZpvV)“ vom 17.12.2010. Ja, so heißt die wirklich!!

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