Investitionsabzugsbetrag bei Neugründung

Investitionsabzugsbetrag bei Neugründung

Keine verbindliche Bestellung notwendig


Um die Steuerersparnis durch den Investitionsabzugsbetrag zu erhalten, müssen geplante Anschaffungen beabsichtigt und vor allem glaubhaft dargelegt werden. Eine verbindliche Bestellung des Wirtschaftsguts ist aber nicht notwendig – auch nicht bei neu gegründeten Betrieben.

Wenn Gewerbetreibende, Freiberufler und andere Selbstständige in den kommenden drei Jahren die Anschaffung von Wirtschaftsgütern planen, können sie schon jetzt Steuern sparen. In der Gewinnermittlung können sie einen Investitionsabzugsbetrag in Höhe von 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungskosten steuermindernd geltend machen. Die vorgezogene Steuerersparnis soll die Finanzierung erleichtern.

„Voraussichtliche“ Anschaffung

Der Investitionsabzugsbetrag wird gewährt für die „voraussichtliche“ Anschaffung von abnutzbaren beweglichen Wirtschaftsgütern. Was aber gilt, wenn ein neu gegründeter Betrieb die Investition noch gar nicht verbindlich bestellt hat? Was ist als Nachweis der späteren Anschaffung ausreichend?

Konkrete Verhandlungen

Der Bundesfinanzhof entschied nun, dass für den Investitionsabzugsbetrag eine verbindliche Bestellung des Wirtschaftsgutes nicht erforderlich ist – auch nicht bei neu gegründeten Betrieben. Zum Nachweis der „voraussichtlichen“ Anschaffung sind auch andere geeignete und objektiv belegbare Indizien ausreichend – wie zum Beispiel konkrete Verhandlungen über den Erwerb des Wirtschaftsguts. Bereits eingeholte Kostenvoranschläge oder unverbindliche Angebote reichen für den Ansatz des Abzugsbetrages bei neuen Betrieben jedoch nicht aus.

Bundesfinanzhof, Aktenzeichen III R 37/11, NV

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