Kinderbetreuungskosten absetzen

Kinderbetreuungskosten absetzen

So sparen Sie Steuern


Egal ob Kita, Ganztagsschule oder Au-Pair: Die Betreuung Ihres Kindes kann teuer werden. Doch um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, geht es oft nicht anders. Das sieht auch das Gesetz so. In diesem Beitrag erfahren Sie, wann Sie Ihre Kinderbetreuungskosten absetzen können.

Was sind Kinderbetreuungskosten?

Ganz einfach: Das sind alle Kosten, die Sie für die Betreuung Ihres Kindes bezahlen. Dabei spielt es keine Rolle, wo die Betreuung stattfindet. Z. B. bei Ihnen zu Hause oder in einem Kindergarten, einer Kindertagesstätte oder einer ähnlichen Einrichtung.
Zählt alles, was ich zahle, zu Betreuungskosten? Leider nein. Kosten für Verpflegung, für sportliche Aktivitäten, Nachhilfeunterricht etc. zählen nicht dazu. Eine Ausnahme gibt es aber: Die „pädagogisch sinnvolle Gestaltung“ im Rahmen der Kinderbetreuung. Dazu zählt z. B. der spielerisch vermittelte Fremdsprachenunterricht im Kindergarten. Die Kosten hierfür können Sie ebenfalls absetzen (Urteil des Bundesfinanzhofs, Aktenzeichen III R 29/11).
Doch was ist, wenn die Kosten beides beinhalten? Dann müssen Sie schätzen, wie hoch der Anteil für die Betreuung ist. Ähnlich verhält es sich, wenn Sie z. B. ein 14-jähriges und ein 8-jähriges Kind haben. Beide Kinder besuchen eine Kinderbetreuung. Aber: Sie können nur die Betreuungskosten für Ihr 8-jähriges Kind absetzen. Auch hier müssen Sie abschätzen, wie viel Sie für das jüngere Kind zahlen und können nur diesen Teil ansetzen.

Ausnahme: Die Nachmittagsbetreuung in der Schule, beinhaltet neben der Kinderbetreuung z. B. auch eine Hausaufgabenbetreuung oder Nachhilfe. In diesem Fall müssen Sie exakt aufteilen, welche Kosten für die Betreuung anfallen.

Voraussetzungen für den steuerlichen Abzug

Die oben genannten Kinderbetreuungskosten können Sie als Sonderausgaben in Ihrer Steuererklärung absetzen. Das geht, solange

  • das Kind noch unter 14 ist
  • es sich um ein leibliches oder Pflegekind handelt und
  • das Kind in ihrem Haushalt lebt.
Um Ihre Kosten absetzen zu können, müssen Sie eine Rechnung haben und den Betrag überweisen. Barzahlungen akzeptiert das Finanzamt leider nicht.

Wenn Oma und Opa babysitten

Grundsätzlich können Sie keine Betreuungskosten absetzen, wenn Familienmitglieder Ihre Kinder betreuen. Das Finanzamt erkennt Kosten nicht an, die für eigene Fahrten zum Bringen und Abholen Ihres Kindes anfallen.
Betreuen die Großeltern Ihre Kinder bei Ihnen zu Hause und Sie erstatten ihnen die Fahrtkosten? Diese Erstattung können Sie steuerlich geltend machen. Sie müssen hierfür eine schriftliche Vereinbarung mit den Großeltern abschließen – auch, wenn die eigentliche Betreuung kostenlos ist. In dieser halten Sie fest, dass Ihre Eltern regelmäßig auf Ihre Kinder aufpassen und Sie ihnen die Fahrtkosten dafür erstatten. Dazu müssen Sie auch die tatsächlich erstatteten Fahrten nachweisen können: Am besten listen Sie die einzelnen Fahrten auf. Die Aufstellung sollte neben Entfernung und Datum auch noch Ihre Adresse und die Ihrer Eltern enthalten. Für die Kostenberechnung gilt: 30 Cent pro gefahrenen Kilometer. Diese müssen Sie per Überweisung erstatten.

Das Gleiche gilt, wenn Sie Ihre Angehörigen für die Betreuung bezahlen. Doch auch hier muss die Form gewahrt werden: Zwischen Ihnen und der Betreuungsperson muss ein entsprechender Vertrag abgeschlossen werden.

Aber Achtung: Verdienen die Großeltern durch die Betreuung pro Jahr mehr als 410 Euro, ist das steuerpflichtig. Eine andere Möglichkeit wäre es, die Großeltern über das Haushaltscheck-Verfahren als Mini-Jobber anzustellen. Dies geht online problemlos. Der Vorteil: Steuern werden pauschal bezahlt und die Betreuungsperson ist auch in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Die Kosten aus dem Haushaltscheck-Verfahren kann man komplett bei der Kinderbetreuung angeben.

Höhe der abziehbaren Kosten

Kinderbetreuungskosten werden zu zwei Drittel anerkannt, insgesamt jedoch bis maximal 4.000 Euro pro Kind und Jahr.
Auch wenn die Voraussetzungen für den Abzug nicht das ganze Jahr vorgelegen haben (z. B. bei Geburt eines Kindes), gilt der Höchstbetrag in voller Höhe.

Alle Infos zum Thema Kinderbetreuungskosten absetzen finden Sie auch zusammengefasst in unserem Video:

Wer darf die Kinderbetreuungskosten absetzen?

Grundsätzlich gilt: Die Kosten darf nur derjenige absetzen, der sie auch tatsächlich gezahlt hat. Haben sich beide Eltern die Rechnung geteilt, können beide einen Teil absetzen. Der anteilige Höchstbetrag für jeden Elternteil liegt grundsätzlich bei 2.000 Euro pro Kind und Jahr. Sie können jedoch einvernehmlich eine andere Aufteilung des Höchstbetrages beantragen.

Wählen Sie die Zusammenveranlagung, ist es egal, wer die Kosten übernommen hat. In diesem Fall werden die Kosten bei beiden Elternteilen gemeinsam in einer Summe abgezogen. Bei einer Einzelveranlagung werden sie auf gemeinsamen Antrag jeweils zur Hälfte beim Ehemann und bei der Ehefrau berücksichtigt. Haben beide Kosten übernommen, darf jeder seine zu zwei Dritteln bis zum Höchstbetrag von 2.000 Euro pro Elternteil absetzen. Hat bei einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft nur ein Elternteil den Betreuungsvertrag abgeschlossen und die Kosten gezahlt, kann der andere Elternteil keine Kinderbetreuungskosten absetzen.

Die Kosten müssen Sie nachweisen können – allerdings nur noch auf Verlangen des Finanzamts. Dafür benötigen Sie eine Rechnung und einen Kontoauszug oder einen Überweisungsträger.

Wichtig: Bewahren Sie Überweisungsbelege und Rechnungen auf
Für den steuerlichen Abzug ist es unbedingt nötig, dass Sie die Betreuungskosten überweisen. Barzahlungen und Barschecks werden vom Finanzamt nicht anerkannt.
Wichtig ist auch, dass Sie eine Rechnung von der betreuenden Person erhalten. Eine einfache Quittung des Empfängers reicht nicht.

Besucht Ihr Kind einen Kindergarten oder -hort? Dann reicht ein Bescheid der Einrichtung, in dem die Kosten für die Betreuung festgehalten sind. Einen Überweisungsbeleg brauchen Sie aber auch hier.
Haben Sie eine Betreuungsperson im Rahmen eines Minijobs oder einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung angestellt? Dann sollten Sie einen Arbeitsvertrag abschließen.

Wichtig: Bewahren Sie Überweisungsbelege und Rechnungen auf

Für den steuerlichen Abzug ist es unbedingt nötig, dass Sie die Betreuungskosten überweisen. Barzahlungen und Barschecks werden vom Finanzamt nicht anerkannt.
Wichtig ist auch, dass Sie eine Rechnung von der betreuenden Person erhalten. Eine einfache Quittung des Empfängers reicht nicht. Das Finanzamt fordert oftmals einen Nachweis durch einen Überweisungsbeleg und eine Rechnung.
Besucht Ihr Kind einen Kindergarten oder -hort? Dann reicht ein Bescheid der Einrichtung, in dem die Kosten für die Betreuung festgehalten sind. Einen Überweisungsbeleg brauchen Sie aber auch hier.
Haben Sie eine Betreuungsperson im Rahmen eines Minijobs oder einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung angestellt? Dann sollten Sie einen Arbeitsvertrag abschließen.

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Unter Daten erfassen > Kinder können Sie alle relevanten Informationen zu Ihrem Kind bzw. Ihren Kindern eintragen. Dort geben Sie unter anderem auch die Betreuungskosten für Ihre Kinder an:

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