Es klingt zu schön um wahr zu sein: Während eines Urlaubs oder einer Dienstreise mit der eigenen Wohnung Geld verdienen. Das denken sich immer mehr Deutsche und melden ihre Wohnung bei privaten Vermittler-Plattformen wie Airbnb, Wimdu.de oder 9flats.com zur Untervermietung an. Doch hierbei gibt auch einige rechtliche Dinge zu beachten.

Gewinn muss versteuert werden

Wie so oft gilt auch hier: die Einnahmen interessieren das Finanzamt. Selbst wenn Sie nur ganz geringe Einkünfte haben. Denn das Vermieten eines Zimmers oder der kompletten Wohnung unterliegt grundsätzlich nach Paragraph 21 Einkommensteuergesetz der Einkommensteuer. Der Gewinn muss daher in der Anlage V der Steuererklärung erklärt werden.

Als Einnahmen zählen alle Beträge, die Ihnen rund um das Vermieten zugeflossen sind. Doch ob Sie auch tatsächlich darauf Steuern zahlen, hängt von Ihrer individuellen Situation ab.

Wenn Sie wissen wollen, wie viel Rückerstattung Ihnen zusteht, dann testen Sie jetzt unverbindlich WISO steuer:Web online!

Diese Ausgaben können Sie absetzen

Doch halb so wild: nur, weil Sie sich ein paar Euro dazu verdient haben, heißt das nicht gleich, dass diese Einnahmen direkt in der  Steuererklärung versteuert werden. Denn es wird nur der Gewinn den Sie erzielt haben besteuert. Um diesen zu ermitteln, werden Ihre Einnahmen den Ausgaben gegenübergestellt.

Zu diesen Werbungskosten gehören alle Ausgaben, die im direkten Zusammenhang mit der Untervermietung stehen, wie

  • Anteilige Wohnungsmiete
  • Anteilige Nebenkosten
  • Gebühren für Inserate und Online-Plattform
  • Ausgaben für Reinigung
  • Kosten für Handwerker

Diese Kosten müssen Sie dem Finanzamt auf Verlangen nachweisen. Heben Sie daher entsprechende Belege wie Mietvertrag oder Nebenkostenabrechnung unbedingt auf. Einfache Belege für Barzahlungen an Dienstleister werden vom Finanzamt nicht anerkannt. Zahlen Sie Handwerker, Putzfrau und Co. daher immer per Banküberweisung.

Steuerlicher Grundfreibetrag

Auch wenn Sie aus dem kurzfristigen Vermieten einen Gewinn erwirtschaftet haben heißt das nicht gleich, dass Sie darauf auch Steuern zahlen. Denn Sie sind generell nur steuerpflichtig, wenn Ihr gesamtes zu versteuerndes Einkommen über dem Grundfreibetrag liegt. Dazu zählen Ihr Lohn und sonstige Einnahmen abzüglich aller steuerlich relevanten Ausgaben. Dieser beträgt für Singles in 2018 9.000 Euro (2017: 8.820 Euro)  und für Verheiratete 18.000 Euro (2017: 17.640 Euro) .

Freigrenze von 520 Euro im Jahr

Im Kalenderjahr bleiben bis zu 520 Euro Einnahmen aus der kurzfristigen Vermietung steuerfrei. Das anteilige Kosten gegen rechnen, um Ihre Einnahmen zu schmälern, ist dann jedoch Tabu.

Sobald Sie über die 520 Euro kommen, unterliegt der gesamte Betrag der Steuer – und wird wiederum in der Steuererklärung angegeben.

Was ist bei Liebhaberei?

Manchmal ist das Finanzamt jedoch auch der Auffassung, Ihre Untervermietung sei steuerrechtlich irrelevant. Das kommt dann vor, wenn die Behörden keine Gewinnerzielungsabsicht in der Vermietung Ihrer Zimmer sehen.

Positiv daran: Ihre Einnahmen aus der Untervermietung sind dann steuerlich völlig unbedeutend- und müssen nicht in der Steuererklärung angegeben werden. Haben Sie mit dem Vermieten jedoch einen Verlust eingefahren, können Sie diesen bei der Steuer leider auch nicht geltend machen.

Sie wollen wissen, wie viel der Staat Ihnen schuldet? Dann berechnen Sie heute noch unverbindlich Ihre Rückerstattung mit WISO steuer:Web!

Umsatzsteuer erst ab 17.500 Euro Umsatz

Neben der Einkommensteuer fällt manchmal auch noch Umsatzsteuer an. Doch bevor man diese von Ihnen verlangt, müssen Ihre Einnahmen aus der Vermietung schon beträchtlich sein. Denn erst ab einem Bruttoumsatz von 17.500 Euro im Vorjahr und voraussichtlichen 50.000 Euro im laufenden Jahr fällt Umsatzsteuer an.

Erreichen Sie diese Grenze nicht, so können Sie die so genannte Kleinunternehmer-Regelung wählen. Das heißt, es entfällt die Pflicht, Umsatzsteuer ans Finanzamt abzuführen. Im Gegenzug dürfen Sie aber auch keine Vorsteuer aus Rechnungen in Abzug bringen.

Entscheiden Sie sich für die Umsatzsteuer, um diese also freiwillig abzuführen, können Sie die Umsatzsteuer mit der Vorsteuer verrechnen. Doch Vorsicht: An diese Wahl sind Sie die nächsten fünf Jahre gebunden!

Schlagwörter , ,
Newsletter abonnieren
0 Kommentare  ↓

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.