Sechs Wochen Sommerferien – eine echte Herausforderung für berufstätige Eltern. Doch es gibt Hilfe vom Staat. Wenn Sie Ihre Kinder betreuen lassen, erhalten Sie einen Steuervorteil.

Bis zu 4.000 Euro geltend machen!

Ausgaben für die Betreuung Ihrer Kleinen können Sie von der Steuer absetzen. Abzugsfähig sind hier nur die tatsächlich angefallenen Kosten für Dienstleistungen zur Kinderbetreuung. Pauschalen gibt es nicht.

Sie können für jedes Kind bis zu 6.000 Euro Betreuungskosten als Sonderausgaben in Ihrer Steuererklärung geltend machen. Abzugsfähig sind hier nur die tatsächlich angefallenen Kosten für Dienstleistungen zur Kinderbetreuung. Pauschalen gibt es nicht.

Das Finanzamt übernimmt davon zwei Drittel Ihrer Ausgaben, also bis zu 4.000 Euro. Ein Drittel der Kinderbetreuungskosten ist generell nicht abziehbar, weil das Finanzamt bei allen Kinderbetreuungskosten eine private Mitveranlassung unterstellt.

Was sind die Voraussetzungen für einen Abzug der Kosten?

  • Das betreute Kind muss in Ihrem Haushalt leben. Sind Sie getrennt oder geschieden, ist entscheidend, wo das Kind gemeldet ist.
  • Für das Kind muss Ihnen Kindergeld oder der Kinderfreibetrag zustehen.

Ob das Kind bei Ihnen zu Hause oder an einem anderen Ort betreut wird, ist für den steuerlichen Abzug egal. Wichtig ist nur, dass es sich um eine unmittelbar betreuende oder beaufsichtigende Tätigkeit handelt.

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Wie alt darf das betreute Kind für den Kostenabzug sein?

Bis zum 14. Geburtstag Ihres Kindes können Sie die gezahlten Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen. Danach ist ein Kostenabzug nicht mehr möglich.

Anders bei Kindern mit Behinderung: Die Altersgrenze entfällt, wenn Ihr Kind körperlich, geistig oder seelisch behindert ist und nicht für sich selbst sorgen kann. Das gilt jedoch nur für eine Behinderung, die vor Vollendung des 25. Lebensjahrs eingetreten ist. Als Nachweis reicht dem Finanzamt eine Kopie des Schwerbehindertenausweises des Kindes.

Eine Ausnahme gibt es jedoch: die Altersgrenze gilt nicht für Kinder, deren Behinderung vor dem 1. Januar 2007 im Alter zwischen 25 Jahren und vor Vollendung des 27. Lebensjahrs eingetreten ist.

Die Eintragung der Daten Ihres behinderten Kindes ist in WISO steuer:Web kinderleicht: 

Wer kann die Kinderbetreuungskosten von der Steuer absetzen?

Grundsätzlich gilt, dass Sie Kinderbetreuungskosten nur geltend machen dürfen, wenn zum Kind auch ein Kindschaftsverhältnis besteht. Dies liegt bei leiblichen Kindern sowie Adoptiv- und Pflegekindern vor. Für Stief- und Enkelkinder können Sie leider keine Betreuungskosten geltend machen.

Leben Sie und der andere Elternteil als Ehepaar zusammen und werden gemeinsam zur Einkommensteuer veranlagt? Dann ist es für den Abzug bei der Steuer egal, wer von Ihnen die Betreuung bezahlt: Setzen Sie die Kosten einfach in Ihrer gemeinsamen Steuererklärung an.

Anders bei Eltern, die keine gemeinsame Steuererklärung abgeben – sei es, weil sie nicht verheiratet sind, getrennt leben oder die Einzelveranlagung günstiger ist. Hier kann jeder Elternteil nur die Kosten absetzen, die er auch getragen hat. Und zwar bis zum hälftigen Höchstbetrag von 2.000 Euro. Sie können aber auch eine andere Aufteilung vereinbaren. Dies ist jedoch nur auf gemeinsamen Antrag der Eltern möglich. Das lohnt sich vor allem dann, wenn einer von Ihnen nur wenig verdient und deshalb nicht vom Steuervorteil profitiert.

Leben Sie mit dem anderen Elternteil nicht zusammen? Dann kann nur derjenige die Kosten Abziehen, bei dem das Kind lebt und wenn dieser Elternteil die Betreuungskosten zahlt. Vorsicht ist geboten, wenn der andere Elternteil zahlt, bei dem das Kind nicht lebt. Denn dann kann keiner die Kosten absetzen. Lebt das Kind in den getrennten Haushalten beider Elternteile, erfolgt die Aufteilung des Höchstbetrags wie bei zusammenlebenden, nicht zusammen veranlagten Eltern.

Welche Kosten können Sie als Kinderbetreuungskosten absetzen?

Folgende Ausgaben für die Kinderbetreuung können Sie in der Steuer bei den Sonderausgaben absetzen:

  • die Unterbringung Ihres Kindes in Kindergarten, Kindertagesstätte, Kinderhort, Kinderkrippe und auch bei Tagesmüttern, Wochenmüttern und in Ganztagspflegestellen
  • die Beschäftigung von Kinderpflegern, Erziehern und Kinderschwestern
  • die Beschäftigung von Babysittern (auch im Verwandschaftsverhältnis) im Haushalt
  • die Beaufsichtigung von Kindern bei der Erledigung der häuslichen Schulaufgaben
  • die Betreuung im Rahmen der Ferienspiele
  • die Beschäftigung von Haushaltshilfen und Au-Pairs, sofern diese das Kind betreuen
  • Sachleistungen für die Betreuungsperson (Fahrtkosten, Eintrittsgelder, Unterbringung und Verpflegung etc.)
  • Fahrtkosten für betreuende Personen. Außerdem freie Kost und Logis, sofern kein Arbeitslohn bezahlt wird.

Welche Ausgaben können Sie nicht als Kinderbetreuungskosten absetzen?

Nicht als Kinderbetreuungskosten absetzen können Sie folgende Ausgaben:

  • Verpflegung des Kindes
  • Kosten für jede Art von Unterricht – auch Nachhilfeunterricht
  • Vermittlung besonderer Fähigkeiten, zum Beispiel Musikunterricht oder Computerkurse
  • sportliche und andere Freizeitbetätigungen
  • Ausgaben für Klassenfahrten in der Schule
  • Sachkosten für Bücher, Spielzeuge oder ähnliches
  • Ihre Fahrtkosten, wenn Sie Ihr Kind in die Schule oder zu einer Aufsichtsperson bringen und wieder abholen

Wenn das Au-Pair auf die Kinder aufpasst

Sie beschäftigen ein Au-Pair in Ihrem Haushalt, welches auch auf Ihre Kinder aufpasst? Hier können Sie die Hälfte der Kosten als Kinderbetreuungskosten absetzen. Aus Vereinfachungsgründen geht das Finanzamt nämlich davon aus, dass die Kosten je zur Hälfte auf Hausarbeiten und die Kinderbetreuung entfallen.

Ganz einfach funktionieren die Eintragungen der Daten Ihres Au-Pairs in WISO steuer:Web:

Wichtig: Bewahren Sie Überweisungsbeleg und Rechnung auf

Für den steuerlichen Abzug ist es unbedingt nötig, dass Sie die Betreuungskosten überweisen. Barzahlungen und Barschecks werden vom Finanzamt nicht anerkannt.

Wichtig ist auch, dass Sie eine Rechnung von der betreuenden Person erhalten. Eine einfache Quittung des Empfängers reicht nicht. Beide Belege- Überweisungsbeleg und Rechnung– werden oftmals vom Finanzamt als Nachweis angefordert.

Besucht Ihr Kind einen Kindergarten oder Kinderhort? Dann reicht ein Bescheid der Einrichtung, in dem die Kosten für die Betreuung festgehalten sind, und ein Überweisungsbeleg.

Haben Sie eine Betreuungsperson im Rahmen eines Minijobs oder sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisses angestellt? Dann sollten Sie einen Arbeitsvertrag abschließen.

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Wenn ein Angehöriger auf Ihr Kind aufpasst

Passen die Großeltern oder andere nahe Angehörige auf Ihren Nachwuchs auf? Dann können Sie auch das von der Steuer absetzen.

Wichtig hierbei: Der Angehörige darf jedoch keinen Anspruch auf das Kindergeld oder den Kinderfreibetrag für das Kind haben, sonst wertet das Finanzamt die Beaufsichtigung als Gefälligkeit. Auch wenn die Betreuungsperson mit Ihnen und Ihrem Kind in einem Haushalt zusammenwohnt, sind die Kinderbetreuungskosten nicht absetzbar.

Erfolgt die Betreuung gegen Bezahlung, müssen allerdings klare und eindeutige Vereinbarungen getroffen worden sein, die Sie tatsächlich umsetzen. Am besten schließen Sie einen schriftlichen Vertrag, in dem Sie sämtliche Punkte (Betreuungszeit und Ort, Umfang der Leistung, Lohnhöhe) wie unter Fremden vereinbaren.

Doch auch wenn Sie die eigentliche Betreuungsleistung nicht bezahlen, können Sie Steuern sparen: Denn wenn Sie den Großeltern die Fahrtkosten erstatten, können Sie diese als Ausgaben bei den Kinderbetreuungskosten absetzen. Dazu sollten Sie allerdings eine entsprechende Vereinbarung vorlegen können. Mehr Infos dazu lesen Sie in unserem Beitrag hier.

Tipp: Wollen Sie schon unterjährig Steuern sparen und nicht erst mit der jährlichen Steuererklärung? Dann lassen Sie sich die Betreuungskosten als Freibetrag im Lohnsteuerabzugsverfahren eintragen.  Dadurch erhöht sich Ihr Nettogehalt.

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