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Altersvorsorgeaufwendungen von der Steuer absetzen

Für die Zukunft absichern und Steuern sparen

Vorsorge ist wichtig. Das gilt erst recht für die Rente. Mit Beiträgen in die Altersvorsorge lassen sich auch Steuern sparen. Welche Höchstbeträge für die Altersvorsorgeaufwendungen aktuell gelten und was für die Steuererklärung wichtig ist, zeigen wir hier.

Kurz & knapp

  • Altersvorsorgeaufwendungen sind alle Leistungen, mit denen du fürs Alter vorsorgst
  • Die Beiträge dafür sind bis zu einem bestimmten Höchstbetrag steuerlich absetzbar
  • Beamte als auch Selbstständige profitieren durch den Rürup-Vertrag von dem Steuerbonus

 

Video: Altersvorsorge & Steuern

Für das Alter vorzusorgen ist eine gute Sache und diese wird auch noch steuerlich belohnt! Wie du Steuern sparen kannst, verrät dieses Video.

Was sind Altersvorsorgeaufwendungen?

Allgemein sind Vorsorgeaufwendungen alle Ausgaben, mit denen du für deine Zukunft vorsorgst. Neben Ausgaben zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie zu sonstigen Versicherungen gehören dazu auch Ausgaben zur Altersvorsorge. Das Gute ist: Beiträge in diese Vorsorgen lassen sich von der Steuer absetzen.

Zu den Altersvorsorgeaufwendungen zählen:

  • Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung
  • Aufwendungen für die landwirtschaftliche Alterskasse
  • Aufwendungen für berufsständische Versorgungseinrichtungen
  • Beiträge zur Rürup-Rente
  • Beiträge für eine private Altersvorsorge (z. B. Riester-Rente)

Auch mit Riester in der Steuererklärung gibt es Steuervorteile. Aber für die Einzahlungen in einen Riester-Vertrag gelten extra Regeln für die Steuer. Welche Steuervorteile und Zulagen möglich sind, erfährst du in unserem Beitrag zur Riester-Rente.

Wie kann ich Beiträge zur Altersvorsorge absetzen?

Deine Altersvorsorgeaufwendungen für die gesetzliche Rentenversicherung oder eine Rürup-Rente kannst du in der Steuererklärung als Sonderausgaben abziehen. Allerdings gelten dafür Höchstbeträge – und das gleich zweimal.

Höchstbetrag bei Altersvorsorgeaufwendungen

  1. Knappschaftliche Rentenversicherung

Generell gilt: Die Beiträge zur Altersvorsorge kannst du pro Jahr bis zu 25.787  Euro für Ledige bzw. 51.574 Euro für Ehepaare steuerlich berücksichtigen. Die Höchstgrenzen orientieren sich laut Gesetz an den Beitragsgrenzen der Knappschaft Bahn-See und können sich jährlich ändern.

2. Nachgelagerte Rentenbesteuerung

Aber: Diesen Betrag kannst du nur anteilig von der Steuer abziehen – und zwar zu 94 Prozent im Jahr 2022. Der absetzbare Anteil steigt dabei jährlich um 2 Prozentpunkte. Erst ab dem Jahr 2025 werden von deinen Zahlungen in die Rente auch 100 Prozent als Altersvorsorgeaufwand steuerlich anerkannt.

Grund dafür ist die sogenannte „nachgelagerte Besteuerung“, auf die schrittweise umgestellt wird. Alle Renten sind seit 2005 grundsätzlich steuerpflichtig. Der Wechsel von steuerfrei zu steuerpflichtig erfolgt aber über einen langen Zeitraum von insgesamt 35 Jahren. Im Jahr 2005 mussten 50 Prozent der Rentenzahlungen versteuert werden. Dieser Prozentsatz steigt jährlich an. Ab 2040 sind dann 100 Prozent der Renten steuerpflichtig.

Im Gegenzug gilt, dass die monatlichen Beiträge zur gesetzlichen Rente steuerfrei sind. Deshalb steigt auch der absetzbare Anteil kontinuierlich an, absetzbar sind:

  • im Jahr 2022 auf 94 Prozent
  • im Jahr 2023 auf 96 Prozent
  • im Jahr 2024 auf 98 Prozent
  • im Jahr 2025 auf 100 Prozent

So berechnet sich der Sonderausgaben-Abzug für Vorsorgeaufwendungen

  1. Alle gezahlten Beiträge in die Altersvorsorge werden addiert. Wenn die Summe größer als 25.787 Euro bzw. 51.574 Euro bei Ehepaaren ist, wird mit diesem Höchstbetrag von 25.046 Euro weitergerechnet.
  2. Dann wird der abzugsfähige Prozentsatz für das aktuelle Jahr auf die gezahlten Beiträge angewendet.
  3. Anschließend wird noch der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rente abgezogen.
Beispiel Rentner

Beispiel: Abzug als Sonderausgabe

Stefan ist Angestellter und zahlt monatlich in die gesetzliche Rente ein. Auf das ganze Jahr gesehen ergibt sich folgende Rechnung:  

Schritt 1.
Arbeitnehmerbeitrag Rente: 4.600 Euro
+ Arbeitgeberanteil Rente: 4.600 Euro
= insgesamt: 9.200 Euro

Schritt 2.
Davon abzugsfähig (94 % für 2022): 8.648 Euro

Schritt 3.
Abzüglich steuerfreier AG-Anteil: 4.600 Euro
= Abzug als Sonderausgabe: 4.048 Euro

Von Stefans Zahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung werden im Jahr 2022 also 4.048 Euro als Altersvorsorgeaufwand berücksichtigt. Ab dem Jahr 2025 sind es 100 Prozent, also 4.600 Euro.  

Wie trage ich Altersvorsorgeaufwendungen in die Steuererklärung ein?

Angaben zur Altersvorsorge gehören in die Anlage Vorsorgeaufwand. Keine Lust aufs Tippen? Viel einfacher füllst du die Steuererklärung mit dem Steuer-Abruf aus. Denn alle Beiträge, die zu den Vorsorgeaufwendungen gehören, werden dem Finanzamt von der Rentenversicherung gemeldet. Mit einem Klick kannst du diese Daten abrufen und automatisch an der richtigen Stelle deiner Steuererklärung eintragen lassen.

Deine Angaben machst du in WISO Steuer unter: Allgemeine Ausgaben > Altersvorsorge- und Rentenversicherungen

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Was gilt bei Beamten und Selbstständigen?

Beamte, Richter und auch zum Beispiel Soldaten müssen nicht in die gesetzliche Rente einzahlen. Das gilt auch für viele Selbstständige. Beamte erhalten als Staatsbedienstete später sogenannte Pensionen statt Zahlungen aus der Rentenkasse. Und da Beamte nichts einzahlen, können sie auch keine Altersvorsorgeaufwendungen bei der Steuer absetzen. Selbständige sollen aus ihren Einnahmen privat vorsorgen. Aber auch für diese Berufsgruppen wurde mit der Rürup-Rente eine steuerlich geförderte Altersvorsorge geschaffen.

Mit Beiträgen in eine Rürup-Rente lassen sich genauso Steuern sparen, wie mit Zahlungen in die gesetzliche Rente. Auch die Berechnung ist gleich. Bis zum jährlichen Höchstbetrag werden sie als Sonderausgabe berücksichtigt. Zahlt man gleichzeitig in die gesetzliche Rente und in einen Rürup-Vertrag, werden die Ausgaben bei der Steuer einfach addiert.

Aber auch Beamte sollten für das Alter zusätzlich vorsorgen. Neben privater Vorsorge zum Beispiel mit einem Riester-Vertrag kommt auch ein sogenannter Rürup-Vertrag in Betracht. Denn diese Einzahlungen in den speziellen Vertrag zählen zu den Altersvorsorgeaufwendungen, für die es steuerliche Vorteile gibt. Das Gute ist, dass sowohl Beamte als auch Selbstständige so doch den Sonderausgaben-Abzug in Anspruch nehmen können.

Der Haken: Beamte und ähnliche Berufsgruppen mit Anspruch auf Pensionen erhalten nicht den vollen Höchstbetrag pro Jahr. Er wird um einen fiktiven Jahresbeitrag zur gesetzlichen Rente gekürzt. Doch da der Höchstbetrag recht hoch ist (2022: 25.787 Euro) bleibt in der Regel aber noch genug davon übrig, um die Beiträge zu einer Rürup-Rente mit abzusetzen.

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