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Nahrungsergänzungsmittel von der Steuer absetzen?

Wann Vitamin D & Co. Geld zurückbringen

Wer seiner Gesundheit etwas Gutes tun will, greift neben grünen Smoothies und Sport oft auch auf Supplemente zurück. Doch sind Nahrungsergänzungsmittel steuerlich absetzbar? Wann dabei eine Steuererstattung herausspringt, zeigen wir hier.

Kurz & knapp

  • Nahrungsergänzungsmittel werden häufig neben oder anstelle von Medikamenten verordnet
  • Für Nahrungsergänzungsmittel gibt es nur selten Steuervorteile
  • Du kannst viele Kosten als Krankheitskosten absetzen – WISO Steuer gibt dir dazu Tipps

Wann kann ich Nahrungsergänzungsmittel absetzen?

In Supermärkten sind die Regale voll mit Magnesium-, Eisen- und anderen Vitaminpräparaten. Alle fördern sie auf die eine oder andere Weise, die Gesundheit. Wer regelmäßig Geld dafür ausgibt, hat sich vielleicht auch schon gefragt, ob es dafür bei der Steuer einen Vorteil gibt.

Den gibt es. Allerdings nicht in jedem Fall. Denn für das Finanzamt kommt es auf die Einstufung der Nahrungsergänzungsmittel an:

  • Wird das Supplement als Lebensmittel betrachtet, ist es steuerlich nicht absetzbar
  • Gilt es dagegen als Arzneimittel, bekommst du einen Steuerbonus

Infografik: Vitamin D & Co. bei der Steuer

Nahrungsergänzungsmittel absetzen Infografik

Nahrungsergänzungsmittel ohne ärztliche Verschreibung: Lebensmittel

Das bedeutet: Nimmst du Vitamin D, Zink oder Magnesium zur allgemeinen Unterstützung der Gesundheit oder im Zusammenhang mit einer Diät ein, kannst du dadurch steuerlich nicht profitieren. In diesem Fall werden die Nahrungsergänzungsmittel den Lebensmitteln zugeordnet – ein Vorteil bei der Steuer ist dafür nicht drin.

Nahrungsergänzungsmittel als Arzneimittel

Doch: Manche Menschen müssen Vitamine und andere Mikronährstoffe zusätzlich zur Nahrung einnehmen, zum Beispiel wegen einer chronischen Stoffwechselstörung. Solche Nahrungsergänzungsmittel beheben den Mangelzustand aufgrund der Erkrankung – oftmals anstelle von Medikamenten und Arzneien. Im Allgemeinen werden auch diese Präparate von einem Arzt verordnet.

Gibt es dann Steuervorteile? Grundsätzlich: nein. Auch bei einer Stoffwechselstörung lässt sich das Finanzamt nur selten umstimmen: Nur wenn ein Produkt unter das Arzneimittelgesetz (AMG) fällt, kann ein Abzug der Kosten bei der Steuer möglich sein. Dann gelten diese Nahrungsergänzungsmittel als Arzneimittel und nicht mehr als Lebensmittel.

Folge: Du kannst die Ausgaben als Krankheitskosten im Rahmen der außergewöhnlichen Belastungen absetzen. Dies gilt selbst dann, wenn du diese während einer Diät eingenommen hast. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden (VI R 89/13).

Information zum Thema

Welche Nahrungsergänzungsmittel gelten als Arzneimittel?

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hat dazu eine kurze Gegenüberstellung gemacht: Nahrungsergänzungsmittel vs. Arzneimittel

 

Video: Sparen mit Krankheitskosten

Im Video zeigen wir, wie du Krankheitskosten und anderen außergewöhnlichen Belastungen Geld zurückbekommen kannst.

Wo gebe ich Nahrungsergänzungsmittel in der Steuererklärung ein?

Fallen die Nahrungsergänzungsmittel unter das Arzneimittelgesetz, werden die Kosten dafür als „außergewöhnliche Belastungen“ anerkannt.

Wichtig: Krankheitskosten wirken sich erst dann aus, wenn sie die sogenannte „zumutbare Belastung“ übersteigen. Das ist ein gesetzlich zumutbarer Eigenanteil, der sich nach deinem Einkommen, Familienstand und der Zahl deiner Kinder richtet. Erst wenn die Kosten über dieser Grenze liegen, profitierst du steuerlich.

In WISO Steuer machst du deine Angaben unter: Allgemeine Ausgaben > Krankheitskosten und andere Besonderheiten > Weitere außergewöhnliche Kosten

In WISO Steuer machst du deine Angaben unter: Allgemeine Ausgaben > Krankheitskosten und andere Besonderheiten > Weitere außergewöhnliche Kosten  

 

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Brauche ich Nachweise?

Nachweise musst du nicht mit der Steuererklärung mitschicken. Aber du solltest diese aufbewahren, falls das Finanzamt nachfragt. Nutze dazu einfach Steuer-Scan. Damit fotografierst du deine Belege einfach ab und die App lädt sie direkt in deine Steuererklärung.

Welche Medikamente können steuerlich abgesetzt werden?

  • Medikamente, die vom Arzt oder Heilpraktiker verschrieben wurden,
  • Krankenhausaufenthalte – zum Beispiel die Zuzahlung bei einem stationären Aufenthalt,
  • Behandlungen,
  • Therapien,
  • Krankengymnastik und Physiotherapie,
  • Akupunktur
  • Osteopathie
  • Logopädie