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Sachbezug: geldwerter Vorteil 

Wie Chefs ihre Mitarbeiter belohnen 

Ein Chef bezahlt seine Mitarbeiter üblicherweise mit einem Gehalt, das auf das Konto überwiesen wird. Dafür zahlt man monatlich die Lohnsteuer. Daneben hat er aber auch die Möglichkeit, seinen Mitarbeitern einen Sachbezug zukommen zu lassen. Welche Regeln es hier zu beachten gilt, zeigen wir hier.

Kurz & knapp

  • Ein Sachbezug zählt zum Arbeitslohn
  • Bestimmte Sachbezüge sind grundsätzlich steuerfrei
  • Oftmals müssen Höchstwerte beachten werden

Was ist ein Sachbezug?

Dein Chef kann dir neben deinem Gehalt einen Obolus in Form eines Sachbezugs zukommen lassen. Das ist eine Leistung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer, die nicht in Geld besteht. Das können Waren oder aber auch Dienstleistungen sein. Der Arbeitgeber zahlt diese neben dem üblichen, monatlichen Gehalt als sogenannten geldwerten Vorteil. Oft ist hier auch von „Benefits“ die Rede.

Der große Vorteil an einem Sachbezug: Er ist bis zu einer bestimmten Höhe für den Arbeitnehmer komplett steuerfrei. Daneben gibt es Sachbezüge, die gewisse Höchstwerte nicht überschreiten dürfen. Wir stellen dir in diesem Beitrag die wichtigsten und geläufigsten Sachbezüge vor.

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Jeder kann von einem Sachbezug profitieren!

Grundsätzliche Voraussetzung bei vielen Sachbezügen: Die Leistungen müssen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden. Von einem Sachbezug kann jeder Mitarbeiter eines Unternehmens profitieren – also auch Teilzeitkräfte, Auszubildende und Minijobber. 

Neben den Angestellten profitieren auch die Arbeitgeber von Sachbezügen: Statt Gehaltserhöhung gibt es andere Benefits. Der Vorteil ist, dass oft keine Lohnsteuer und Sozialabgaben anfallen. Zudem können viele Kosten von der Steuer abgesetzt werden: Erhält der Mitarbeiter zum Beispiel einen Dienstwagen, sinkt der Kaufpreis oder die Leasingraten die Steuer des Arbeitgebers.  

Information zum Thema

Bei Sachbezügen musst du dich um nichts kümmern

Hast du einen Sachbezug erhalten, kümmert sich grundsätzlich dein Arbeitgeber bzw. die Lohnbuchhaltung um Dinge wie Steuerfreiheit usw. Du musst daher nichts weiter tun. Auf deiner Lohnabrechnung steht die Höhe deiner Sachbezüge. Diese sind in der Regel stets dort festgehalten, auch wenn sie steuerfrei sind.

Welche Sachbezüge gibt es? 

Deinem Arbeitgeber steht in Punkto Sachbezügen eine ganze Palette voller Möglichkeiten offen. Wir stellen dir die wichtigsten und beliebtesten Sachbezüge vor.  

  • Kindergartenzuschuss
  • Gutscheine
  • Gesundheitskurse
  • Verpflegungszuschuss
  • Persönliche Aufmerksamkeiten an Mitarbeiter
  • Mitarbeiterrabatt
  • Private Nutzung von betrieblichen Handys oder Notebooks

Daneben kann er aber auch Sachbezüge wie geben wie

  • Vergünstigungen
  • Eintrittskarten
  • Arbeitskleidung
  • Essengutscheine und Mahlzeiten im Betrieb
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Sachbezüge niemals bar auszahlen lassen

Sachbezüge dürfen dem Mitarbeiter keinesfalls bar ausgezahlt werden! Denn Bargeld zählt für das Finanzamt immer als normaler Arbeitslohn und muss versteuert werden. 
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Kindergartenzuschuss als Sachbezug

Während der Arbeitszeit will man selbstverständlich den Nachwuchs gut betreut wissen. Viele Arbeitgeber unterstützen die Eltern daher mit einem Kindergartenzuschuss. Dieser wird für Unterbringung, Verpflegung und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern in Kindergärten, Kinderkrippen oder ähnlichen Einrichtungen gezahlt. Egal in welcher Höhe der Arbeitgeber hier den Mitarbeiter unterstützt – der Zuschuss ist in kompletter Höhe steuerfrei.

Dabei gilt: Der Arbeitgeber darf hier höchstens die tatsächlichen Betreuungsgebühren des Arbeitnehmers lohnsteuerfrei zahlen. Alles darüber wäre steuerpflichtig. Gleichzeitig gilt, dass der Zuschuss unbedingt zusätzlich zum Gehalt gezahlt werden muss. Eine Gehaltsumwandlung wäre nicht steuerfrei. 

Gutschein als Sachbezug

Die häufigste Form eines Sachbezuges sind Warengutscheine und Geldkarten im Rahmen der 50 Euro Freigrenze pro Monat. Hier kann der Mitarbeiter frei entscheiden, wofür er den Gutschein einlöst.  

Die Anforderungen an die Gutscheine sind:

  • Der Wert des Gutscheins darf maximal 50 Euro betragen
  • Es darf keine Barauszahlung des Gutscheins möglich sein
  • Restbeträge dürfen nicht ausgezahlt werden
  • Der Gutschein ist kein Bestandteil des Lohns
  • Der Gutschein ist kein Ersatz für Überstunden

Die Gutscheine dürfen entweder dazu berechtigen, Waren oder Dienstleistungen eines bestimmten Anbieters zu beziehen oder auf einen begrenzten Kreis von Akzeptanzstellen beschränkt sein (Outlets oder Shopping-Center-Gutscheine). 

Können die Gutscheinkarten wie eine Art Geldkarte eingesetzt werden, sind sie nicht mehr steuerfrei.  

Freigrenze von 50 Euro beachten!

Bei Gutscheinen und Geldkarten darf der Wert bei maximal 50 Euro im Monat liegen. Bis 2021 lag dieser bei 44 Euro. Liegt der Wert des Sachbezugs über monatlich 50 Euro, fällt auf den kompletten Sachbezug Lohnsteuer und Sozialversicherung an – und der Steuervorteil ist somit dahin – und der gesamte Betrag muss versteuert werden. Auch wichtig: Die 50 Euro können jeden Monat neu ausgeschöpft werden. Auf das Jahr dürfen die Sachbezüge jedoch nicht hochgerechnet werden. Das bedeutet, dass niemals die 50 Euro mehrerer Monate auf einmal in einem Gutschein ausbezahlt werden dürfen.

Tankgutschein als Sachbezug

Diesel und Benzin werden immer teurer. Da liegt es nahe, seinen Mitarbeiter mit einem Tankgutschein zu unterstützen. Auch diese Gutscheine bleiben bis zu einem Wert von 50 Euro monatlich steuerfrei.  

Gut zu wissen: Dem Mitarbeiter steht es frei, wann er den Gutschein einlöst. Er kann sie also ansammeln und erst später einreichen.  

Experten Tipp

Kostenlos das E-Auto laden

Übrigens darfst du auch die Batterie deines E-Autos steuerfrei laden. Zumindest, wenn dein Chef auf dem Firmengelände eine Strom-Tankstelle anbietet.  

Bekommst du ein betriebliches Fahrrad oder E-Bike vom Arbeitgeber, ist der geldwerte Vorteil komplett steuerfrei. Zumindest, wenn du den Zuschuss zusätzlich zum Arbeitslohn bekommst. Lohnumwandlungen sind leider nicht steuerfrei. 

Jobticket als Sachbezug

Auch das beliebte Jobticket für die Nutzung von öffentlichem Personennahverkehr (für private und berufliche Fahrten) kann komplett steuerfrei gewährt werden. Das gilt sowohl für Zuschüsse als auch für die unentgeltliche oder verbilligte Überlassung von Fahrausweisen. Aber nur, wenn du das Ticket oder Zuschuss vom Chef zusätzlich zum Arbeitslohn bekommst. Gibt es einen Zuschuss für die Fahrten mit dem eigenen Pkw, ist dieser steuerpflichtig. Aber der Arbeitgeber darf die fällige Lohnsteuer darauf pauschal mit 15 Prozent übernehmen. Für alle Zuschüsse gilt aber, dass sie auf die Pendlerpauschale angerechnet werden müssen. 

Gesundheitskurs als Sachbezug

Arbeitgeber haben auch die Möglichkeit, ihren Mitarbeiter einen Zuschuss für gesundheitsfördernde Maßnahmen zukommen zu lassen. Der Wert ist hierbei auf 600 Euro im Jahr begrenzt. Es gibt unzählige Kurse, die mit einem Gutschein besucht werden können– der Beschenkte hat daher die Qual der Wahl. 

Zur Auswahl stehen beispielsweise:

  • Rückenschulungen
  • Yoga
  • Pilates
  • Entspannungskurse
  • Bewegungsworkshops
  • Vorträge über gesunde Ernährung
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Kurse müssen anerkannt sein

Deine Krankenkasse muss die Kurse als förderungswürdig eingestuft haben. Kläre dies am besten vor Einlösen des Gutscheines direkt mit deiner Krankenkasse ab.  

Auch eine gesundheitsfördernde Ausstattung deines Arbeitsplatzes fällt hierunter. Dazu gehören zum Beispiel höhenverstellbare Tische und ergonomische Bürostühle.  

Verpflegungszuschuss als Sachbezug

Auch das Mittagessen kann auf die Rechnung des Chefs gehen. Aber gibt es kostenlos oder zumindest verbilligt Essen beim Arbeitgeber, ist die Ermäßigung zu versteuern. Dafür gibt es feste Werte. Die Höhe orientiert sich an offiziellen Verbraucherpreisen und wird daher jährlich angepasst. Derzeit gilt bei kostenlosen Essen ein Betrag von 3,47 Euro für ein Mittagessen und 1,83 Euro für ein Frühstück als Wert für den Sachbezug. Musst du etwas zuzahlen, wird das angerechnet. 

Aber es geht auch anders, wenn der Chef sämtliche Kosten übernimmt. Im Jahr 2022 können sich Mitarbeiter ihr Mittag- oder Abendessen mit maximal 6,67 Euro bezuschussen lassen. Dieser Betrag setzt sich dann aus 2 Komponenten zusammen:  

  • 3,57 Euro Amtlicher Sachbezugswert: Diese bilden den Pflichtteil des Sachbezugs, ohne ihn geht es nicht. Der Arbeitgeber kann mit 25 Prozent pauschal mit Lohnsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer übernehmen. Gibt dein Arbeitgeber dir einen Zuschuss zum Frühstück, beträgt der Sachbezugswert 1,87 Euro.
  • 3,10 Euro steuerfreier Arbeitgeberzuschuss: Gibt dein Chef dir einen Essensgutschein, kann er die Mahlzeit mit zusätzlich zum obigen Sachbezugswert mit zusätzlich 3,10 Euro bezuschussen. Dieser Betrag ist sowohl steuerfrei als auch sozialabgabenfrei.

Persönliche Aufmerksamkeit

Zusätzlich zu den Sachbezügen kann ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern steuerfrei Geschenke zu persönlichen Anlässen zukommen lassen. Hierzu zählen beispielsweise folgende Anlässe:  

  • Geburtstag
  • Hochzeit
  • Geburt des Kindes
  • Dienstjubiläum

Im Steuerrecht ist dabei von einer Aufmerksamkeit die Rede – ein wirklicher Sachbezug ist es daher eigentlich nicht. Der Vollständigkeit halber wollen wir an dieser Stelle trotzdem darüber informieren. Hier gilt ein steuerfreier Höchstbetrag von 60 Euro brutto je Anlass (inklusive Mehrwertsteuer). Es handelt sich hier also nicht um einen Jahresbetrag– je Anlass kann dein Chef dir eine Aufmerksamkeit von 60 Euro zukommen lassen.  

Überschreitet der Wert des Geschenks die 60-Euro-Grenze auch nur um einen Cent, muss der komplette Betrag versteuert werden. Wichtig ist auch, dass der Arbeitnehmer zeitnah zum persönlichen Anlass beschenkt wird. 

Zusätzlich kann ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern mit einer Feier eine Freude machen. Lädt er seine Angestellte zu Betriebsfeiern ein, beispielsweise der Weihnachtfeier, beträgt der Freibetrag pro Teilnehmer  110 Euro. Dieser Freibetrag gilt für bis zu 2 Veranstaltungen im Jahr. Die meisten Firmen schöpfen diese durch Sommerfest und Weihnachtsfeier aus.  

Mitarbeiterrabatt als Sachbezug

Viele Arbeitgeber bieten ihren Angestellten Rabatt auf das eigene Sortiment der Waren und Dienstleistungen an. Der Vorteil darf im Jahr maximal 1.080 Euro betragen. Zur Berechnung dessen geht man am besten wie folgt vor:

  • Hier muss zunächst geschaut welchen, zu welchem Preis das Produkt bzw. die Dienstleistung üblicherweise am Markt angeboten wird. Hiervon werden 4 Prozent abgezogen.
  • Dann wird vom üblichen Marktpreis der Mitarbeiterpreis abgezogen. Die Differenz ist der geldwerte Vorteil, den du als Angestellter bekommst.
  • Bis zu 1.080 Euro jährlich sind steuerfrei. Erhältst du mehr Personalrabatt, muss der Betrag versteuert werden.
Beispiel Selbstständige

Beispiel

Stefan arbeitet in einem Möbelhaus. Er hat sich im Jahr 2021 Waren zu einem Verkaufswert von insgesamt 1.800 Euro gekauft. Bezahlt hat er dafür 800 Euro.

  • Wert des Mitarbeitereinkaufs (brutto) 1.800 Euro
  • abzüglich Bewertungsabschlag 4 Prozent 72 Euro
  • maßgebender Warenwert 1.728 Euro
  • abzüglich gezahlter Mitarbeiterkaufpreis 800 Euro
  • geldwerter Vorteil / Verbilligung 928 Euro

Da der tatsächliche Vorteil von 928 Euro unter 1.080 Euro liegt, ist er im Jahr 2021 für Stefan komplett steuerfrei.

Private Nutzung von betrieblichen Handys/ Notebooks als Sachbezüge
Egal ob Handy, PC, Laptop oder Tablet: Hast du von deinem Arbeitgeber ein Arbeitsmittel erhalten und darfst es in deiner Freizeit auch privat nutzen, ist das komplett steuerfrei. Ganz egal, wie viel du das Gerät privat nutzt. Anders bei beispielsweise Spielekonsolen. Die können üblicherweise nicht für die Arbeit genutzt werden.

Experten Tipp

Frag deinen Chef nach weiteren Möglichkeiten

Es gibt noch etliche Sachbezüge mehr, die dir dein Chef zusätzlich zum Gehalt Benefits zukommen lassen kann. Hier stehen deinem Arbeitgeber unzählige Möglichkeiten zur Auswahl. Die wichtigsten und weit verbreitetsten haben wir im obigen Beitrag für dich zusammengestellt. Dir schwebt noch ein anderer Sachbezug vor? Sprich am besten direkt mit deinem Chef oder der Lohnbuchhaltung darüber. 
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