Mit Elektroautos Steuern sparen und von Prämien profitieren

Von Steuervorteilen und Kaufprämien


Die Verkaufszahlen für Elektroautos sind in den letzten Jahren stark angestiegen. Dennoch ist die Nachfrage immer noch nicht so hoch wie gewünscht, denn der Anschaffungspreis ist immer noch sehr hoch. Deshalb möchte der Fiskus mit Prämien und Steuervorteilen mehr Menschen zum Kauf locken. Wie Sie mit einem Elektroauto Steuern sparen und welche Vorteile Sie zusätzlich erhalten können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

So sparen Sie mit Ihrem Elektroauto Steuern

Bereits im Jahr 2007 entschied sich die Regierung im Rahmen des „Integrierten Energie- und Klimaprogramms zur Förderung der Elektromobilität“ die Nachfrage nach Elektroautos durch Förderungen anzukurbeln. Seither wurden immer mehr Maßnahmen beschlossen bzw. optimiert. Und zwar aus steuerlicher Sicht: die Kfz-Steuer, Einkommensteuer sowie Mehrwertsteuer.

Weniger Kfz-Steuer für Elektroautos

In Zeiten der Covid-19-Pandemie haben viele bereits weniger Geld und die Regierung befürchtet, dass die Kaufkraft durch die Krise noch weiter zurückgeht. Um dem entgegenzuwirken wurde die bereits bis 31.12.2020 geltende Steuerbefreiung nun ausgeweitet.

Wer bis zum 31.12.2030 ein reines Elektrofahrzeug erstmalig zulässt, kann von einer 10-jährigen Steuerbefreiung profitieren.

Vor der Ausweitung galt: Wird zwischen dem 18.05.2011 und dem 31.12.2020 ein Elektrofahrzeug erstmalig zugelassen, profitiert der Halter von einer Befreiung der KFZ-Steuer. Insgesamt 10 Jahre muss für den E-Wagen keine Steuer gezahlt werden. Elektrofahrzeuge, die vor dem 18.05.2011 zugelassen wurden, werden 5 Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit.

Die Steuerbefreiung gilt nur für reine Elektroautos. Auch auf Elektromotoren umgerüstete Fahrzeuge können nach einer Prüfung den Steuervorteil erhalten. Hybridfahrzeuge sind von dieser Regelung hingegen ausgenommen. Für sie gilt die gleiche Kfz-Steuer, wie für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren.

Nach Ablauf der steuerfeien Zeit

Doch was passiert nach der 10-jährigen Steuerbefreiung? Muss das Elektroauto danach ganz normal versteuert werden? Nein. Ist der Zeitraum abgelaufen, in dem Sie keine Kfz-Steuer leisten müssen, fällt diese danach zwar grundsätzlich an. Dennoch fällt sie deutlich geringer aus – und zwar um 50 Prozent. Die tatsächliche Höhe der Kfz-Steuer hängt dabei von dem Gewicht des Fahrzeugs ab. Anhand folgender Tabelle können Sie die Steuer für Ihr Elektroauto ermitteln:

Zulässiges GesamtgewichtSteuer je angefangene 200 kg
bis 2.000 kg5,63 Euro
2.001-3.000 kg6,01 Euro
3.001-3.500 kg6,39 Euro
Beispiel: Für ein Elektrofahrzeug mit einem Gesamtgewicht von 2.000 kg beträgt die Höhe der Kfz-Steuer 56,30 Euro.

Geringere Einkommensteuer für Dienstwagen

Auch Betriebe entscheiden sich immer öfter für die Anschaffung eines Elektroautos als Dienstwagen. Und auch hier gibt es Steuervorteile für die Privatnutzung und zwar sowohl für den Arbeitnehmer also auch für den Unternehmer.

Für herkömmliche Dienstwagen mit einem Verbrennungsmotor gilt: der private Nutzungsanteil muss weiterhin monatlich mit pauschal 1 Prozent des Bruttolistenpreises (BLP) oder per Fahrtenbuch versteuert werden. Ab dem 01.01.2020 gilt für Elektrofahrzeuge hingegen eine Besteuerung von 0,25 Prozent. Das ist jedoch beschränkt auf reine Elektrofahrzeuge bis zu einem BLP von 40.000 Euro (soweit nach dem 31.12.2018 angeschafft, geleast oder erstmalig zur privaten Nutzung überlassen). Auf teurere Elektroautos sowie Hybridfahrzeuge muss jedoch trotzdem nicht genauso viel Steuern gezahlt werden wie auf „normale“ Autos. Hier fallen 0,5 Prozent des BLP an.

Fazit: Für die Privatnutzung fällt somit weniger Lohn- bzw. Einkommensteuer an.

Elektroauto: Laden muss nicht versteuert werden

Oft stellen Arbeitgeber eine Ladestation für Ihre Mitarbeiter kostenfrei zur Verfügung. Doch trotz des finanziellen Vorteils gilt: das Laden Ihres Elektroautos bei Ihrem Arbeitgeber muss nicht als geldwerter Vorteil versteuert werden.

Umsatzsteuer sinkt

Neben den Steuervorteilen, die explizit für Elektrofahrzeuge gelten, können Sie auch von der kürzlich beschlossenen Senkung der Umsatzsteuer profitieren. Zwischen dem 01.07.2020 und dem 31.12.2020 fallen nur 16 Prozent Umsatzsteuer an, statt ursprünglich 19 Prozent.

Kaufprämie für Elektrofahrzeuge

Neben den Steuervorteilen können Käufer auch von einer einmaligen Kaufprämie profitieren. Bisher galt eine Prämie von bis zu 3.000 Euro. Neben der Begünstigung von KFZ-Steuer, Einkommen- und Umsatzsteuer wurde nun zudem die Kaufprämie durch die Corona-Krise angehoben. Bis zum 31.12.2021 gibt es nun die doppelte Prämie von 6.000 Euro (bisher waren es 3.000 Euro) für Elektroautos bis zu einem BAFA-Nettolistenpreis (des Basismodells ohne Sonerausstattung in Deutschland zur Markteinführung) von 40.000 Euro. Teurere Fahrzeuge erhalten eine Prämie von 5.000 Euro, jedoch nur bis zu einem Nettolistenpreis von 65.000 Euro. Darüber hinaus werden E-Autos nicht mehr bezuschusst.

Zusätzlich erhalten Sie noch eine Prämie des Herstellers von 3.000 Euro. Insgesamt können Sie beim Kauf eines Elektrofahrzeuges also bis zu 9.000 Euro sparen.

Auch gebrauchte Elektroautos können den Umweltbonus erhalten. Die Voraussetzungen sind dabei aber, dass das Datum für die Zulassung nicht vor dem 05.11.2019 liegt und beim Erstkauf keine Prämie in Anspruch genommen wurde. Zudem darf die Erstzulassung maximal 12 Monate her sein und der Kilometerstand darf maximal 15.000 Kilometer betragen.

Wie hoch ist die Kaufprämie?

Die Prämie erhalten Sie, wenn Sie ein Elektrofahrzeug oder einen Plug-In-Hybrid kaufen oder leasen. Die tatsächliche Höhe hängt dabei von der Art des Fahrzeugs sowie des Nettolistenpreises ab. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen eine Übersicht der Prämien:

FahrzeugtypNettolistenpreisPrämie des Bundes Prämie des Herstellers (netto)Gesamte Prämie (netto)
ElektroautoBis 40.000 Euro6.000 Euro 3.000 Euro9.000 Euro
40.000 Euro – 65.000 Euro5.000 Euro 2.500 Euro7.500 Euro
Plug-In-HybridBis 40.000 Euro4.500 Euro2.250 Euro 6.750 Euro
40.000 Euro – 65.000 Euro3.750 Euro1.875 Euro 5.625 Euro
Unser Tipp: Informieren Sie sich im Vorfeld, ob sich der Hersteller Ihres gewünschten Elektroautos an der Kaufprämie beteiligt. Denn nur dann erhalten Sie auch den Umweltbonus des Bundes.

Wie kann ich die Prämie beantragen?

Der Prämien-Anteil des Herstellers wird Ihnen in der Regel direkt vom Kaufpreis abgezogen. Die Prämie durch den Bund müssen Sie hingegen nach Kauf und Zulassen des Fahrzeuges beantragen.

Um die Förderung zu erhalten bzw. zu behalten, muss das Fahrzeug mindestens 6 Monate auf den Antragsteller zugelassen sein.

Den Antrag auf die Kaufprämie stellen Sie direkt beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Hierfür gibt es eine eigene Webseite. Auf der Seite finden Sie sowohl den Antrag als auch Informationen darüber, welche Unterlagen Sie einreichen müssen. Notwendige Unterlagen können Sie im Upload-Bereich direkt hochladen.

Hat Ihr Elektrofahrzeug ein akustisches Warnsystem (AVAST) oder haben Sie eines nachgerüstet? Dann können Sie hierfür zusätzlich eine Prämie von einmalig 100 Euro erhalten.
Steuern Kaufprämie Elektroauto

Weitere Förderungen

E-Kennzeichen

Elektroautos oder Plug-In-Hybride mit einem E-Kennzeichen haben einen weiteren finanziellen Vorteil: viele Städte erheben in diesem Fall keine Parkgebühren. Rein elektrische Fahrzeuge bekommen das Kennzeichen automatisch. Um ein E-Kennzeichen für einen Plug-In-Hybrid zu erhalten, muss eines der beiden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • der CO2-Ausstoß beträgt maximal 50g/km.die elektrische Reichweite liegt bei mindestens 40 km,

oder

  • der CO2-Ausstoß beträgt maximal 50g/km.

Wallbox

Wer sich eine private Ladestation, also eine Wallbox, anschaffen möchte, kann ebenfalls Prämien erhalten. Im Gegensatz zu der Kaufprämie sind ist dieser jedoch nicht bundesweit einheitlich, sondern variiert von Bundesland zu Bundesland teilweise sehr stark.

Stromkosten

Auch immer mehr Stromversorger springen auf den Förderungs-Zug auf und gewähren Preisvorteile für Kunden mit Elektroautos. Unser Tipp: Vergleichen Sie am besten im Vorfeld, welcher Energieversorger die höchste Prämie zahlt.

Steuerberatung?

Einzelfragen zu Ihrer Steuererklärung darf leider nur ein Steuerberater beantworten. Wir freuen uns jedoch über Lob und Kritik und nehmen Ihre Anregungen gerne für zukünftige Beiträge auf.
Übrigens: In unserer Steuer-Software finden Sie eine ausführliche Hilfe und Tipps zu allen Themen rund um Ihre Steuererklärung.

  1. 1
    Thomas Zehetner

    Guten Tag,

    Wie lange gilt der Faktor 0,5% bei Plug-in Hybriden?
    Ist dies zeitlich begrenzt oder für eine maximale Anzahl Jahre?

    MfG
    Thomas Zehetner

    • 2
      Jochen Breunig

      Guten Tag Herr Zehetner,
      leider darf ich Sie aus rechtlichen Gründen steuerlich nicht beraten. Gemäß den Informationen des Bundesministeriums für Finanzen gilt der halbe Bruttolistenpreis/ Bemessungsgrundlage unter bestimmten Voraussetzungen für Anschaffungen bis 2030.

      Vielen Dank und Grüße
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

  2. 5
    matthias

    Seit Juni ist der Brutto-Listenpreis für die 0,25 % geldwerter Vorteil doch von 40.000 Euro auf 60.000 Euro erhöht worden. Hierzu konnte ich in Ihrem Beitrag nichts lesen oder habe ich dies übersehen?

    Darüberhinaus stellt sich mir die Frage der Förderhöhe bei elektro Neufahrzeugen. In Ihrem Beitrag wie auch in anderen Quellen lese ich von einem Nettolistenpreis.
    Allerdings ist anscheinend der Nettolistenpreis den die BAFA vorsieht, nicht der „normale“ Nettolistenpreis wovon der geneigte Verbaucher (also auch ich) ausgehen kann, sondern ist der BAFA-Listenpreis der niedrigste Netto-Listenpreis des Basismodell in Deutschland zur Markteinführung (ohne Sonderausstattung).
    Dies entnehme ich zumindest dem Merklblatt für Anträge von elektrisch betriebenen Fahrzeugen. Können Sie dies so bestätigen?

    • 6
      Jochen Breunig

      Guten Tag Matthias,

      leider darf ich Sie aus rechtlichen Gründen steuerlich nicht beraten. Grundsätzlich möchte das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) den Umweltbonus nur dann zahlen, wenn auch die Autohersteller ihren Eigenanteil dazu leisten und dem Autokäufer tatsächlich eine Kaufprämie gewähren. Hierzu wird der BAFA-Nettolistenpreis (Nettolistenpreis des Basismodells ohne Sonderausstattung in Deutschland zur Markteinführung) herangezogen und ein Schwellenwert ermittelt. Liegt der in der Rechnung nach Nachlässen und Rabatten ausgewiesene Nettokaufpreis darunter, hat der Autohersteller seinen Eigenanteil am Umweltbonus geleistet.

      Für die Besteuerung von Dienstwagen gilt bei Privatnutzung nicht der BAFA-Nettolistenpreis, sondern seit 1.1.2020 ein Bruttolistenpreis bis maximal 60.000 Euro.

      Vielen Dank und Grüße
      Jochen Breunig
      Tax Specialist bei steuernsparen

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