Elektrofahrzeuge als Firmenwagen

Elektrofahrzeuge als Firmenwagen

Wie muss die Umsatzsteuer berechnet werden?


Immer mehr Unternehmen entschließen sich zum Kauf von Elektrofahrzeugen als Firmenwagen. Hierbei gibt es eine kleine Hürde: die Berechnung der Umsatzsteuer. Welche Regeln Sie beachten müssen.

Höherer Entnahmewert

Bei Elektrofahrzeugen, extern aufladbaren Hybrid-Elektrofahrzeugen und Fahrzeugen mit Brennstoffzellen ist der Preis derzeit noch deutlich höher als für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.

Dies führt für Arbeitnehmer mit einem Firmenwagen zu einem höheren steuerpflichtigen Nutzungswert und für Selbstständige mit einem Betriebs-Pkw zu einem höheren steuerpflichtigen Entnahmewert.

Ein-Prozent-Methode oder Fahrtenbuch?

Der private Nutzungswert bzw. der Entnahmewert kann ermittelt werden nach der Pauschalmethode (monatlich ein Prozent des Listenpreises) oder nach der Fahrtenbuchmethode (Nachweis von Kosten und Fahrten). Zwecks Verbreitung solcher Fahrzeuge gibt es eine steuerliche Vergünstigung.

Bei Anschaffung eines Elektro- und Hybridfahrzeuges werden bei der Pauschalmethode der Listenpreis und bei der Fahrtenbuchmethode die Anschaffungskosten jeweils um die darin enthaltenen Kosten für das Batteriesystem in Form eines Pauschalbetrages vermindert.

Staatliche Förderung

Die Förderung hat bereits im Jahre 2013 begonnen: Bei Anschaffung bis 31.12.2013 werden pauschal 500 Euro pro kWh der Batteriekapazität, höchstens 10.000 Euro, vom Listenpreis bzw. den Anschaffungskosten abgezogen.

Bei Anschaffung eines Elektrofahrzeugs im Jahre 2014 werden die Anschaffungskosten bzw. der Listenpreis gekürzt um 450 Euro pro kWh Batteriekapazität, höchstens um 9.500 Euro.

Keine Vergünstigung bei der Umsatzsteuer

Nun gibt das Bundesfinanzministerium bekannt, dass die Vergünstigung für Elektrofahrzeuge nur bei der Lohnsteuer für Arbeitnehmer bzw. bei der Gewinnermittlung für Selbstständige gilt, nicht jedoch bei der Umsatzsteuer: Hier bleibt der volle Bruttolistenpreis maßgeblich.

Eine Kürzung des Listenpreises bei der Ein-Prozent-Pauschalmethode bzw. der Anschaffungskosten bei der Fahrtenbuchmethode um die Kosten des Batteriesystems darf für umsatzsteuerliche Zwecke nicht vorgenommen werden (BMF-Schreiben vom 05.06.2014).

Zwei Berechnungen nötig

Zur Berechnung der Besteuerungswerte muss der Arbeitgeber also zwei Berechnungen durchführen. Als Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer kann aus Vereinfachungsgründen grundsätzlich der private Nutzungswert zugrunde gelegt werden, wie er für die Lohnsteuer ermittelt wurde.

Der ermittelte private Nutzungswert nach der Pauschalmethode ist ein Bruttowert, aus dem die Umsatzsteuer herauszurechnen ist. Der Rechenfaktor hierfür ist 19/119. Obwohl in dem Bruttowert Kosten erfasst werden, die nicht mit Vorsteuer belastet sind, ist ein pauschaler Abschlag von 20 Prozent unzulässig.

Beispiel

Herr Müller hat im Jahre 2014 einen Firmenwagen als Elektrofahrzeug mit einer Batteriekapazität von 22 Kilowattstunden (kWh) bekommen. Wie erfolgt die Berechnung nach der Ein-Prozent-Pauschalmethode?

 LohnsteuerUmsatzsteuer
Bruttolistenpreis
Pauschalabzug: 22 kWh x 450 € = 9.900 €, max. 9.500 €
45.000 €
./. 9.500 €
45.000 €
--
Geminderter Bruttolistenpreis (BLP)
Privater Nutzungswert pro Monat:


35.000€
– Privatfahrten: 1 % x BLP355,00 € 450,00 €
– Fahrten zur Arbeitsstätte: 0,03 % x BLP x 10 km+ 105,50 €+ 135,00 €
– Familienheimfahrten: 0,002 % x BLP x 150 km x 4 Fahrten--+ 540,00 €
Zu versteuern
Pauschaler Abschlag von 20 % für Augaben ohne Vorsteuern
= 461,50 € = 1.125,00 €
nein
Umsatzsteuer: 19/119 von 1.125 €179,62 €

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