Privat beschäftigte Pflegekraft

Privat beschäftigte Pflegekraft

Bei privater Heimunterbringung nicht absetzbar


Kosten für die Beschäftigung einer Pflegekraft zur Versorgung und Betreuung einer pflegebedürftigen oder kranken Person sind grundsätzlich steuerlich absetzbar. Die Ausgaben stellen in voller Höhe Krankheitskosten dar und sind somit als außergewöhnliche Belastungen absetzbar, wobei noch eine zumutbare Belastung anzurechnen ist.

Was ist die Zumutbare Eigenbelastung?

Dadurch möchte der Fiskus unbillige Härten vermeiden. Daher müssen die Aufwendungen erst eine bestimmte Höhe erreichen, bevor sie steuerlich relevant sind. Je mehr man an Arbeitslohn hat, desto mehr Kosten muss man selbst tragen. Die Krankheitskosten wirken sich nämlich erst dann aus, wenn die Aufwendungen über einem bestimmten Prozentsatz Ihrer Einkünfte liegen, also die so genannte „zumutbare Belastung“ übersteigen. Diese zumutbare Belastung ist im Einkommensteuer-Gesetz geregelt und abhängig von Ihrem Einkommen, Ihrer Veranlagungsform und ob Sie Kindern haben.

Was aber gilt, wenn eine Person, z.B. die Mutter, pflegebedingt in einem Seniorenheim untergebracht ist, und sie selber oder der Sohn beauftragen gegen Entgelt eine Pflegekraft, die sich im Heim um die Mutter kümmern soll?

Ausgaben wegen Pflegestufe nicht angemessen

Nun hat das Finanzgericht München entschieden, dass die Kosten für die privat beschäftigte Pflegekraft in diesem Fall nicht als außergewöhnliche Belastungen absetzbar sind. In diesem Fall fehlt es an der erforderlichen Angemessenheit (Aktenzeichen 10 K 2393/14, Revision zugelassen).

Nach Auffassung der Richter besteht ein offensichtliches Missverhältnis zwischen den aufgewendeten Personalkosten und dem erforderlichen Aufwand, weil der Seniorin die volle Versorgung im Seniorenheim entsprechend der jeweils festgestellten Pflegestufe zustand.

Steuervorteil laut Richter nicht angemessen

Die Heimkosten abzüglich der zumutbaren Belastung und einer Haushaltsersparnis wurden steuermindernd als außergewöhnliche Belastungen anerkannt. Wird darüber hinaus weiteres privat beschäftigtes Personal zur Versorgung zur Verfügung gestellt, wird der Versorgungsgrad der Seniorin gleichsam verdoppelt. Dies aber ist – so die Richter – nicht mehr angemessen.

In Betracht kommt jedoch eine Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen, d.h. Abzug von 20 Prozent der Kosten, höchstens 4 .000 Euro, direkt von der Steuerschuld.