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Erholungsbeihilfe

Bonus vom Chef richtig in der Steuererklärung angeben


Eine Auszeit nehmen und das auch noch auf Kosten des Chefs – klingt zu gut, um wahr zu sein? Das Zauberwort lautet: Erholungsbeihilfe. Denn Ihr Chef kann Ihnen tatsächlich die wohlverdiente Erholungspause bezahlen. Und das Beste daran: Der Zuschuss kann sogar steuerfrei sein! Erfahren Sie hier mehr.

Kurz & knapp

  • Sie können von Ihrem Arbeitgeber eine Erholungsbeihilfe erhalten
  • Bleibt die Beihilfe unter einem bestimmten Höchstbetrag, kann Ihr Arbeitgeber die Zahlung pauschal fĂĽr Sie versteuern
  • Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Beihilfe sogar bis zu 600 Euro steuerfrei bleiben

Was ist die Erholungsbeihilfe?

Diese Form der Beihilfe ist vielen Arbeitnehmern nicht bekannt: Das Erholungsgeld ist eine freiwillige Zahlung Ihres Arbeitgebers, die oft anstelle von Urlaubsgeld geleistet wird. Der Arbeitgeber kann die Beihilfe sowohl als Barzuschuss gewähren, als auch in Form von Sachbezügen. Zum Beispiel, wenn er einen Vertrag mit einem Hotel abschließt, in dem Sie kostenlos übernachten dürfen. Und nicht nur Sie können davon profitieren, denn die Beihilfe kann auch für Ehepartner und Kinder gezahlt werden. Ob auch Sie die Erholungsbeihilfe erhalten, können Sie bei Ihrem Arbeitgeber erfragen.

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Welche Voraussetzungen gibt es?

Das Erholungsgeld kann pro Haushalt nur einmal genutzt werden. Daher sollten Sie und Ihr Partner sich vorher absprechen, wer die Erholungsbeihilfe bei seinem Arbeitgeber beantragt.

Die volle Erholungsbeihilfe können Sie nur einmal im Jahr erhalten. Dabei ist es egal, ob Sie das Geld auf einen Schlag erhalten oder in Teilbeträgen. Wichtig ist, dass der Höchstbetrag nicht überschritten wird – sonst müssen Sie das Geld wie Arbeitslohn versteuern.

Zudem muss das Erholungsgeld für eine zweckgebundene Verwendung ausbezahlt werden. Das bedeutet, dass Sie das Geld auch wirklich für eine Erholungspause nutzen müssen. Weisen Sie das am besten mit Rechnungen oder Reservierungsbestätigungen nach.

Eine weitere Voraussetzung: Ihre Auszeit beträgt mindestens eine Woche. Es gibt jedoch keine gesetzliche Definition, wie diese Erholungsphase auszusehen hat. Deshalb ist grundsätzlich jede Aktivität möglich, die der Erholung dient.

Welche Aktivitäten gelten der Erholung?

  • AusflĂĽge
  • Wellness-Tage
  • Pauschalreisen
  • individuelle Reisen
  • Schiffsreisen
  • Besuch von Freizeitparks
  • Besuch von SpaĂźbädern
  • Fahrten mit Seilbahnen
Blitz Icon Erholungsbeihilfe FristTreten Sie Ihren Erholungsurlaub innerhalb von 3 Monaten vor oder nach der Auszahlung des Geldes an. Denn die Erholungsbeihilfe muss in engem zeitlichen Zusammenhang mit der Erholung stehen.

FĂĽhrt die Erholungsbeihilfe zu steuerpflichtigem Arbeitslohn?

In den meisten Fällen ja. Denn dadurch entsteht dem Arbeitnehmer ein geldwerter Vorteil, der versteuert werden muss. Das gilt sowohl für die eigenen als auch für die Zuschüsse für Partner und Kinder.

Wird Ihnen die Beihilfe nicht ausgezahlt, sondern Sie dĂĽrfen beispielsweise kostenlos in einem Hotel ĂĽbernachten, muss der Wert des Vorteils ermittelt werden. Dabei wird geprĂĽft, was die Nacht in diesem oder einem vergleichbaren Hotel kostet. Dieser Wert muss dann versteuert werden.

Wann ist die Erholungsbeihilfe steuerfrei?

Dennoch ist es möglich, dass die Beihilfe für Sie steuerfrei bleibt. Wie das geht, lesen Sie in den folgenden Abschnitten:

Pauschale Versteuerung

Die erste Möglichkeit ist zwar nicht per se steuerfrei – aber die Steuer zahlen nicht Sie . Denn hier wird die Beihilfe pauschal mit 25 Prozent von Ihrem Arbeitgeber versteuert und bezahlt. Der Vorteil: Für Sie bleibt der Zuschuss auf diese Weise auch sozialversicherungsfrei. Somit landet die Beihilfe „brutto wie netto“ auf Ihrem Konto. Damit das klappt, darf die Erholungsbeihilfe pro Jahr bestimmte Höchstwerte nicht überschreiten:

  • 156 Euro fĂĽr den Arbeitnehmer
  • 104 Euro fĂĽr den Ehepartner
  • 52 Euro pro Kind

Bei den Höchstwerten handelt es sich um eine Freigrenze. Das bedeutet: Übersteigt die Beihilfe diesen Betrag, wird die gesamte Zahlung wie der normale Arbeitslohn versteuert. Zudem kann die Zahlung auch nicht übertragen werden – Ihr Arbeitgeber muss sie also explizit entweder für Sie, Ihren Partner oder Ihr Kind zahlen.

Beispiel

Stefans Arbeitgeber sichert ihm eine Erholungsbeihilfe von bis zu 350 Euro zu. Das möchte er für einen kurzen Erholungstrip mit seiner Frau und den beiden Kindern nutzen. Dabei erhält Stefan 200 Euro, seine Ehefrau und die beiden Kinder erhalten jeweils 50 Euro. Um zu ermitteln, ob die Beihilfe pauschal versteuert werden kann, berechnet er die Höchstgrenze wie folgt:

156 Euro (fĂĽr Stefan) + 104 Euro (fĂĽr seine Ehefrau) + 104 Euro (fĂĽr die beiden Kinder) = 364 Euro

Insgesamt liegen sie zwar unter dem Höchstbetrag – allerdings prüft das Finanzamt auch, ob jeder einzelne unter den individuellen Höchstwerten liegt:

  • Stefan: 300 Euro > 156 Euro
  • Stefans Ehefrau: 50 < 104 Euro
  • Stefans Kinder: 50 < 52 Euro
 Das Ergebnis:  Der Anteil fĂĽr Stefans Frau und Kinder kann pauschal versteuert werden, da sie insgesamt unter der Höchstgrenze liegen. Stefan selbst hat jedoch mehr erhalten als die maximal 156 Euro. Das bedeutet, dass er seinen Anteil voll als Arbeitslohn versteuern muss.

Blitz Icon Erholungsbeihilfe UrlaubsgeldDie Erholungsbeihilfe muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gezahlt werden. Das Urlaubsgeld zählt jedoch nicht als Erholungsbeihilfe. Das bedeutet, dass das Urlaubsgeld nicht in die Berechnung des Höchstbetrags einbezogen wird. Damit kann es die Erholungsbeihilfe zusätzlich zum Urlaubsgeld geben.

Erholungsbeihilfe nach Krankheit

Sie waren länger krank oder hatten einen Unfall? Wenn die Erholungsbeihilfe dazu dient, dass Sie sich zum Beispiel in einer Kur davon erholen und danach wieder arbeiten können, bleibt die Beihilfe sogar bis zu 600 Euro steuerfrei. Wichtig ist jedoch, dass es sich dabei um eine von der Krankenkasse zertifizierte Maßnahme handelt.

Info Icon Grafik Erholungsbeihilfe KrankheitDas gilt ĂĽbrigens auch, wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen die Beihilfe fĂĽr die Erholung Ihres erkrankten Kindes zahlt.

Erholungsbeihilfe fĂĽr die Verbesserung des Gesundheitszustandes

Ob Stressbewältigung oder Rückenkurs – für Maßnahmen, die Ihre Gesundheit fördern, bleibt ein Zuschuss des Arbeitgebers bis zu 500 Euro im Jahr steuerfrei. Das nennt sich betriebliche Gesundheitsförderung. Förderungsfähig sind vor allem Maßnahmen auf Grundlage der gesundheitsfachlichen Bewertung von Krankenkassen.

Suche Icon FreibetragDie steuerfreie Höchstgrenze von 500 Euro bzw. 600 Euro ist im Gegensatz zur „normalen“ Erholungsbeihilfe ein Freibetrag und keine Freigrenze. Das bedeutet: Überschreiten Sie die Grenze, müssen Sie nur die Differenz zum Höchstbetrag versteuern und nicht die gesamte Beihilfe.

So sind Sie auf der sicheren Seite

Damit das Finanzamt Ihnen keinen Strich durch die Rechnung macht, sollten Sie einige Dinge beachten:

Zwischen der Auszahlung der Erholungsbeihilfe und dem Urlaub sollte nicht zu viel Zeit vergehen. Damit das Finanzamt den Zusammenhang anerkennt, sollten zwischen Auszahlung und Urlaub nicht mehr als 3 Monate liegen.

Bewahren Sie Quittungen gut auf – denn das Finanzamt kann Nachweise verlangen! Haben Sie eine Reise gebucht, genügt die Rechnung Ihres Reiseveranstalters bzw. Hotels. Doch auch der Urlaub zu Hause ist möglich. In diesem Fall sammeln Sie am besten alle Belege für Tagesausflüge wie etwa in den Freizeitpark, ins Schwimmbad oder für den Sauna-Trip.

Wie kann ich die Erholungsbeihilfe in der Steuererklärung eintragen?

Sie können sich ganz entspannt zurücklehnen. Denn in der Steuererklärung müssen Sie nicht selbst tätig werden. Wurde die Erholungsbeihilfe pauschal von Ihrem Arbeitgeber versteuert, muss sie nicht zusätzlich in der Steuererklärung eingetragen werden. Mussten Sie die Steuern selbst übernehmen, ist die Beihilfe bereits in Ihrem Bruttolohn erhalten. Sie tragen also lediglich die Daten aus Ihrer Lohnsteuerbescheinigung ein.

Ăśbrigens: Zahlt statt dem Arbeitgeber eine Gewerkschaft die Erholungsbeihilfe gelten die gleichen Regeln wie in diesem Beitrag beschrieben. So entschied zumindest das Bundesarbeitsgericht im Jahr 2014 (Urteile vom 21.05.2014, 4 AZR 50/13, 4 AZR 120/13 u.a.).

 Unser Tipp:  Mit WISO Steuer und dem Steuer-Abruf sparen Sie sich auch die Tipperei bei den Lohnsteuerdaten. Denn die werden automatisch vom Finanzamt abgerufen und in Ihre Steuererklärung eingetragen.

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Quelle: BMF

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