Grundsteuerwertbescheid Grundsteuermessbescheid Titelbild

Grundsteuerwertbescheid & Grundsteuermessbescheid

Grundsteuerbescheide richtig prüfen und reagieren

Nach der Abgabe der Grundsteuer-Erklärung, beginnen die Mühlen des Finanzamts zu mahlen. Bald darauf erhältst du schon die beiden ersten Bescheide zur neuen Grundsteuer: Grundsteuerwertbescheid und Grundsteuermessbescheid. Diese sollten Eigentümer prüfen und bei Bedarf Einspruch einlegen.

Kurz & knapp

  • Nach Abgabe der Grundsteuer-Erklärung bekommst du mehrere Bescheide – vom Finanzamt und von deiner Gemeinde
  • Grundsteuerwertbescheid und Grundsteuermessbescheid enthalten Berechnungsgrundlagen für die Grundsteuer
  • Solltest du Fehler im Bescheid entdecken, musst du schnell reagieren

Grundsteuerwertbescheid & Grundsteuermessbescheid: Was ist das?

Insgesamt erhalten Eigentümer 3 Bescheide zur Grundsteuer. Die ersten beiden sind der Grundsteuerwertbescheid und der Grundsteuermessbescheid. Sie enthalten Berechnungsgrundlagen für die Grundsteuer. Als dritten Bescheid erhalten Eigentümer den Grundsteuerbescheid, in dem die endgültige Höhe der Steuer festgesetzt wird.

Grundsteuerwertbescheid

Anhand der Daten, die Eigentümer in der Grundsteuer-Erklärung angeben, berechnet das Finanzamt den Grundsteuerwert – den steuerlichen Wert deiner Immobilie. Daraufhin stellt es den Grundsteuerwertbescheid (Feststellungsbescheid über den Grundsteuerwert) aus. Er ersetzt den bisherigen Einheitswertbescheid.

Grundsteuermessbescheid

Außerdem ermittelt das Finanzamt anhand einer gesetzlich festgeschriebenen Steuermesszahl den Grundsteuermessbetrag. Auch dafür bekommst du einen Bescheid – den Grundsteuermessbescheid (Feststellungsbescheid über den Grundsteuermessbetrag).

Das bedeuten die Grundsteuerbescheide für Eigentümer:

Die beiden Bescheide erhalten Eigentümer per Post ab dem Jahr 2023 bis voraussichtlich 2025. Sie sind die Grundlage für die Festsetzung der Grundsteuer durch die Stadt oder Gemeinde. Damit informiert dich das Finanzamt also über die Berechnung deiner künftigen Grundsteuer.

Der Grundsteuerwertbescheid und der Grundsteuermessbescheid sind keine Zahlungsaufforderungen, du musst also nichts ans Finanzamt bezahlen. Doch du solltest die Briefe nicht einfach abheften, sondern die Daten überprüfen und ggf. Einspruch einlegen. Das ist deshalb so wichtig, weil gegen den endgültigen Grundsteuerbescheid kein Einspruch möglich ist.

Infografik: Grundsteuerbescheide im Überblick

Grundsteuerwertbescheid Grundsteuermessbescheid Infografik

Einspruch gegen den Grundsteuerwertbescheid

Du kannst gegen den Feststellungsbescheid über den Grundsteuerwert Einspruch einlegen. Das bedeutet, wenn du in diesem Bescheid einen Fehler entdeckst, kann dieser mithilfe des Einspruchs korrigiert werden. Ist also zum Beispiel bei der Wohnfläche oder der Grundstücksgröße ein Zahlendreher passiert, kannst du diesen mit dem Einspruch beseitigen.

Ob alles seine Richtigkeit hat, prüfst du am besten, indem du die Daten deines Informationsschreibens bzw. deiner Grundsteuer-Erklärung mit den Daten im Grundsteuerwertbescheid vergleichst.

Wichtig: Überprüfung nicht auf die lange Bank schieben

Der Grundsteuerwertbescheid ist die Grundlage aller weiteren Berechnungen. Deshalb nennt man diesen auch Grundlagenbescheid. Alle weiteren Bescheide, in denen der Grundsteuermessbetrag und die Grundsteuer berechnet werden, heißen Folgebescheide.

Ein Fehler in der Berechnung des Grundsteuerwertes (Grundlagenbescheid) lässt sich ausschließlich durch einen Einspruch gegen diesen Grundlagenbescheid beheben; ein Einspruch gegen den eigentlichen Steuerbescheid von der Gemeinde bringt nichts mehr. Er ist nur ein Folgebescheid und muss sich an den festgelegten Wert halten.

Warte also mit der Überprüfung der Berechnung nicht. Denn sonst kann es zu spät sein, um eine fehlerhafte Berechnung des Grundsteuerwertes noch zu korrigieren. Für den Einspruch hast du nur 1 Monat Zeit.

Diese Punkte solltest im Grundsteuerwertbescheid prüfen (Bundesmodell):

  • Gemarkung, Flurstücksnummer
  • Fläche des Grundstücks
  • Gebäudeart (zum Beispiel Einfamilienhaus)
  • Wohnfläche
  • Nutzfläche (= betrieblich genutzte Fläche)
  • Anzahl Garagen
  • Baujahr bzw. Restnutzungsdauer
  • Bodenrichtwert
  • Eigentümer

In Bundesländern mit eigenem Grundsteuermodell sind ggf. weniger Punkte zu prüfen. In Bayern zum Beispiel kommt es lediglich auf die Wohnfläche bzw. Nutzfläche und die Fläche des Grundstücks an, eventuell noch die Fläche der Garage.

Wie ermittelt sich der Grunsteuerwert?

Einspruch gegen den Grundsteuermessbescheid

Gegen den Feststellungsbescheid über den Grundsteuermessbetrag kannst du ebenfalls Einspruch einlegen. Das bedeutet, wenn du in diesem Bescheid einen Fehler entdeckst, kann dieser mithilfe des Einspruchs korrigiert werden.

Wichtig: Es darf sich aber nicht um einen Fehler handeln, der schon im ersten Bescheid über den Grundsteuerwert (Grundlagenbescheid) passiert ist. Denn: Ein Fehler in der Berechnung des Grundsteuerwertes (Grundlagenbescheid) lässt sich ausschließlich durch einen Einspruch gegen den Grundlagenbescheid beheben; ein Einspruch gegen den Grundsteuermessbescheid, der ja nur ein Folgebescheid ist, kann an der Berechnung des Grundsteuerwertes nichts ändern.

Diese Punkte solltest du im Grundsteuermessbescheid prüfen:

  • Grundsteuerwert: Wurde hier der richtige Betrag angesetzt oder steht da eine ganz andere Zahl, als im Grundsteuerwertbescheid genannt ist?
  • Steuermesszahl: Für Wohngebäude gilt in allen Grundsteuermodellen eine reduzierte Steuermesszahl.
  • Förderung nach dem Wohnraumförderungsgesetz: Wurde der Förderbescheid berücksichtigt? Dies wirkt sich auf die Steuermesszahl aus.
  • Denkmal: Handelt es sich bei dem Gebäude um ein Denkmal, gilt ebenfalls eine reduzierte Steuermesszahl.
  • Gemarkung, Flurstücksnummer

Bis zum 31.10.2022 müssen alle Eigentümer die Grundsteuer-Erklärung abgeben. Übrigens: Laut Stiftung Warentest errechnet WISO Grundsteuer als einziges Programm im Test den Grundsteuerwert.

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Wie lege ich Einspruch gegen den Grundsteuerwertbescheid und den Grundsteuermessbescheid ein?

Den Einspruch kannst du schriftlich oder zum Beispiel per E-Mail bei dem Finanzamt einreichen, das dir den Feststellungsbescheid zugeschickt hat. Die Adresse findest du auf dem Bescheid.

Achtung: Für den Einspruch hast du nur einen Monat Zeit. Worauf du noch den Formalien achten musst, zeigen wir in diesem Beitrag: Einspruchsfrist

Was kostet der Einspruch gegen den Grundsteuerwertbescheid?

Der Einspruch ist für dich kostenlos. Das Finanzamt verlangt dafür keine Verfahrensgebühren oder Ähnliches.

Was muss in dem Einspruch stehen?

Damit das Finanzamt mit deinem Schreiben etwas anfangen kann, musst du einige Formalien einhalten.

Das muss im Einspruchsschreiben genannt sein:

  • dein Name und deine Adresse
  • Aktenzeichen des Feststellungsbescheids
  • Bezeichnung des Bescheids
  • dass du Einspruch einlegst
  • Grund des Einspruchs: Du musst dem Finanzamt mitteilen, was deiner Ansicht nach an dem Feststellungsbescheid nicht stimmt.
Information zum Thema

Muster-Vorlagen für den Einspruch

Du willst Einspruch einlegen? Nutze als Formulierungshilfe unsere Muster-Vorlagen:

Was passiert nach dem Einspruch?

Das Finanzamt prüft zunächst, ob dein Einspruch zulässig ist. Wichtigstes Zulässigkeitskriterium ist, ob du die Einspruchsfrist eingehalten hast und das Einspruchsschreiben rechtzeitig beim Finanzamt eingegangen ist.

Anschließend beschäftigt sich das Finanzamt mit deinen Argumenten und entscheidet, ob der Einspruch begründet ist. Das Finanzamt hat 3 Möglichkeiten:

  • Dem Einspruch wird stattgegeben:
    Das bedeutet, du hast recht mit deinen Einwänden. Der Grundsteuerwert wird neu berechnet und du erhältst einen neuen Feststellungsbescheid über den Grundsteuerwert.
  • Der Einspruch wird als unbegründet zurückgewiesen:
    Das bedeutet, das Finanzamt folgt deinen Argumenten nicht und lehnt den Einspruch ab.
  • Dem Einspruch wird teilweise stattgegeben:
    In diesem Fall hat dein Einspruch nur zum Teil Erfolg und du erhältst ebenfalls einen neuen Feststellungsbescheid.

Lehnt das Finanzamt deinen Einspruch ganz oder zum Teil ab, bleibt dir nur eine Klage vor dem Finanzgericht. Um eine Klage einzureichen, hat man dann auch nur einen Monat Zeit. Und ab dann wird das Verfahren auch kostenpflichtig.

Was kann ich bei einem fehlerhaften Grundsteuerbescheid tun?

FAQ

Muss ich den Betrag im Grundsteuermessbescheid bezahlen?

Nein, den Betrag musst du nicht bezahlen. Den Grundsteuermessbescheid schickt dir das Finanzamt zur Information. Darin findest du die Grundlagenberechnung für die Grundsteuer, die ab 2025 bezahlt werden muss. Deshalb solltest du die Angaben darin gründlich überprüfen und bei Bedarf Einspruch einlegen.

An wen richte ich den Einspruch gegen den Grundsteuermessbescheid?

Schick den Einspruch an das Finanzamt, das dir den Feststellungsbescheid zugeschickt hat. Die Adresse findest du auf dem Bescheid.

Ist der Grundsteuermessbescheid das Gleiche wie der Einheitswertbescheid?

Der Grundsteuerwertbescheid ersetzt den bisherigen Einheitswertbescheid.

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