Fachliteratur absetzen

Fachliteratur absetzen

Wann sind die Kosten absetzbar?


Das Finanzamt erkennt längst nicht jede Rechnung aus dem Buchhandel an. Dies zeigt auch ein aktuelles Urteil: Ein Netzwerkadministrator bekam die Ausgaben für Computerzeitschriften gestrichen.

Bezeichnung „Fachbuch“ reicht nicht

Die Zeiten, in denen Finanzbeamte Belege anerkannten, auf denen lapidar „Fachbuch“ stand, sind lange vorbei.

Nur wer eine Quittung vorweisen kann, auf der neben dem Namen des Autors der Titel und der Verlag angegeben sind, hat überhaupt eine Chance.

Ob das Finanzamt dann die Kosten tatsächlich als Fachliteratur steuermindernd anerkennt, hängt davon ab, ob es gelingt, den beruflichen Bezug eindeutig darzulegen.

Ob es sich bei Fachliteratur um Fachbücher, Fachzeitschriften, Lose-Blatt-Sammlungen oder elektronische Medien wie CD-ROMs oder DVDs handelt, spielt keine Rolle.

Beruflich Nutzung vorausgesetzt

Die Kosten für Fachzeitschriften und Fachbücher können als Werbungskosten abgesetzt werden, wenn sie beruflich eingesetzt werden (z.B. Chemiebücher bei Chemielehrern). Sogar Börsenzeitschriften wurden bei einem Marketingmanager in der Autobranche anerkannt (Urteil des Finanzgericht München, Aktenzeichen 5 K 3379/08).

Tageszeitungen sind hingegen nicht absetzbar. Auch Magazinen wie „Der Spiegel“ und „Focus“ und selbst Wirtschaftsmagazinen wie „Capital“ und „Impulse“ versagt der Fiskus seinen Segen.

Tipp

Auch die Fahrtkosten zum Kauf von Fachliteratur sind abzugsfähig – mit 30 Cent je Kilometer.

Allgemeine Literatur

In Bezug auf allgemeinbildende Literatur (z.B. schöngeistige Bücher) hat der BFH entschieden, dass die Kosten dafür absetzbar sind, wenn die Literatur ausschließlich oder überwiegend beruflich eingesetzt wird. Dazu zählt beispielsweise bei Lehrern nicht nur der Unterricht, sondern auch dessen Vor- und Nachbereitung (Aktenzeichen VI R 53/09). Gegebenenfalls sind die Kosten mit dem beruflichen Anteil aufzuteilen.

Arbeitslose, die sich durch Fachliteratur beruflich auf dem Laufenden halten, können ihre Ausgaben als vorab entstandene Werbungskosten steuerlich geltend machen.

Das aktuelle Urteil

Nun bekam auch ein Netzwerkadministrator seine angesetzten Ausgaben gekürzt: Er gab in seiner Steuererklärung 896 Euro Werbungskosten für Fachzeitschriften an. Darunter Zeitschriften wie PC Magazin, C´t oder PC Welt. Doch die Richter erkannten die Kosten nicht an.

Begründung: Die Zeitschriften enthielten zum beachtlichen Teil Artikel, die auch für private Computernutzer von Interesse seien, zum Beispiel in Bezug auf Computerspiele oder E-Bay. Auch dienten die Zeitschriften nicht der Vermittlung von Fachwissen, da sie in einer für Laien leicht verständlichen Sprache abgefasst und auch für den Privatgebrauch von Interesse seien. (Finanzgericht Münster,  Aktenzeichen 5 K 2767/13 E).

 

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