Freigrenzen beim Pfändungsschutz

Freigrenzen beim Pfändungsschutz

Erhöhung ab Juli 2019


Der Pfändungsschutz stellt sicher, dass Schuldner auch bei einer Pfändung des Arbeitseinkommens ihr Existenzminimum sichern und die gesetzlichen Unterhaltspflichten erfüllen können. Diese Grenze wird nun zum 01.07.2019 erhöht.

Turnusmäßge Anpassung

Die Höhe der Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen wird regelmäßig an die Entwicklung des steuerlichen Grundfreibetrages für das sächliche Existenzminimum angepasst. Zuletzt wurden diese Freigrenzen zum 01.07.2017 erhöht.

Monatlich knapp 1.180 €

Nun gibt das Bundesjustizministerium bekannt, dass ab dem 01.07.2019 die Pfändungsfreigrenzen für Arbeitseinkommen und Renten erhöht werden. Der monatlich unpfändbare Grundbetrag steigt von 1.133,80 Euro auf 1.178,59 Euro.

Dieser Betrag erhöht sich, wenn gesetzliche Unterhaltspflichten zu erfüllen sind. Wenn Schuldner mehr verdienen als den so ermittelten pfändungsfreien Betrag, verbleibt ihnen vom Mehrbetrag bis zu einer Obergrenze ebenfalls ein bestimmter Anteil.

So hoch sind die Pfändungsfreigrenzen

Bei den 1.178,59 Euro monatlich bleibt es jedoch nicht. Dieser Betrag erhöht sich um

  • 443,57 Euro für die erste unterhaltsberechtigte Person und
  • 247,12 Euro für die zweite bis fünfte Person.

So erhöht sich der maximal unpfändbare Betrag bei fünf unterhaltsberechtigten Personen auf bis zu 2.610,63 Euro monatlich.

Der übersteigende Betrag ist unpfändbar

  • zu 30 Prozent, wenn der Schuldner keiner Person Unterhalt gewährt,
  • zu 50 Prozent für die erste unterhaltsberechtigte Person und
  • zu je weiteren 10 Prozent für die zweite bis fünfte unterhaltsberechtigte Person.

Was passiert mit dem übersteigenden Betrag?

Alles, was über 3.613,08 Euro pro Monat liegt, wird vollständig an die Gläubiger abgeführt – unabhängig von der Anzahl der unterhaltsberechtigten Personen.

Die verbesserten Pfändungsfreigrenzen gelten auch für das sogenannte Pfändungsschutzkonto („P-Konto“). Auf diesem Konto erhält ein Schuldner für sein Guthaben einen automatischen Basispfändungsschutz in Höhe seines Pfändungsfreibetrages. Jeder Kunde kann von seiner Bank oder Sparkasse verlangen, dass sein Girokonto als P-Konto geführt wird.

1 comment

eigener Kommentar
  1. 1
    Stephan Meier

    Guten Tag,
    Ihr Beitrag im Hinblick auf den erhöhten Pfändungsschutz ist ja interessant. Nur verstehe ich nicht dass keiner diese Ungerechtigkeit im Verhältnis der Gehalts-/Rentenpfändung
    zum („erzwungenen“ P-Konto) kritisiert.
    Der Gesetzgeber gibt jeden 3. Euro bei Pfändung an der „Quelle“ also Lohn oder Rente dem Schuldner. Das macht ja auch Sinn.
    Pfändet der Gläubiger aber direkt das Einkommen vom P-Konto so erhält der Gläubiger meines Wissens nur den niedrigeren Sockelbetrag wenn das Einkommen darüber liegt.
    Macht bei meiner Mutter über 200 Euro aus! Was soll diese Pfändungstabelle wenn sie doch mit Kontopfändung umgangen werden kann??
    Dies ist ungerecht und willkürlich. Ein schlauer Gläubiger wird immer nur das Konto pfänden, niemals das Gehalt. Ein dummer Gläubiger pfändet den Lohn beim Arbeitgeber und es kommt die Pfändungstabelle ins Spiel mit erhöhtem Pfändungsfreibetrag. Auch ohne Unterhaltsverpflichtungen.
    Man sollte hier eine Petition einreichen für eindeutigere und gerechtere Gesetze.

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