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Hochwasser-Kosten von der Steuer absetzen

Holen Sie das Finanzamt mit ins Boot


Die Unwetter und massiven Regenfälle haben im Sommer vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen massive Schäden hinterlassen. Wenigstens eine positive Nachricht gibt es: Sie können Hochwasser-Kosten von der Steuer absetzen. Für Betroffene gibt es aber auch weitere finanzielle Entlastungen und Erleichterungen. Wir haben die wichtigsten steuerlichen Hilfen für Sie zusammengefasst.

Kurz & knapp

  • Die Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz veröffentlichten Steuererleichterungen für Opfer des Hochwassers
  • Betroffene können sowohl Hochwasser-Kosten absetzen als auch von weiteren Steuererleichterungen profitieren
  • Auch Selbstständige und Unternehmer, deren Betriebe vom Hochwasser betroffen waren, können von steuerlichen Vorteilen profitieren

Hochwasser-Kosten absetzen Infografik

Hochwasser-Kosten absetzen

Ob zerstörtes Eigentum oder Gebäudeschäden – die Flut war nicht nur mental eine große Belastung für die Opfer, sondern auch finanziell. Ein kleines Trostpflaster: Durch die anfallenden Kosten können Sie immerhin Steuern sparen und so wenigstens einen Teil des Geldes zurückbekommen.

Wie gebe ich die Kosten in der Steuererklärung an?

Alle Kosten, die Ihnen durch die Flut entstanden sind, können Sie als außergewöhnliche Belastung in Ihre Steuererklärung eintragen. Diese Angaben machen Sie in der Anlage Außergewöhnliche Belastungen.

Achtung Steuer Hinweis IconAußergewöhnliche Belastungen wirken sich erst dann aus, wenn sie die zumutbare Eigenbelastung übersteigen. Das ist ein Eigenanteil, der abhängt von Ihrem Einkommen, Familienstand und der Anzahl Ihrer Kinder. Erst, wenn die Kosten oberhalb dieser Grenze liegen, können Sie damit Steuern sparen.

Am einfachsten geht das mit WISO Steuer: Denn das Programm übernimmt für Sie die Rechnerei und die Suche nach Formularen. Einfach ein paar Angaben machen, WISO Steuer trägt alles in die richtige Zeile Ihrer Steuererklärung ein.

Welche Hochwasser-Kosten kann ich absetzen?

Sind Sie vom Hochwasser betroffen, können Sie in Ihre Steuererklärung folgende Kosten eintragen:

  • Abriss und Entsorgung von Bauschutt
  • Wiederaufbau bzw. Reparatur
  • Baumaterial
  • Notwendiger Hausrat (Möbel, Elektrogeräte, Kleidung etc.)
Info GlühbirneFormulare suchen für außergewöhnliche Belastungen? Nicht mit WISO Steuer. Denn hier beantworten Sie lediglich ein paar Fragen. Das Programm trägt dann alles an die richtige Stelle in Ihrer Steuererklärung ein. So sparen Sie nicht nur Geld – sondern auch wertvolle Zeit.

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Stundungen, Vorauszahlungen und Ermäßigungen

Durch Hochwasser-Kosten Steuern sparen ist schonmal eine gute Sache. Doch es gibt auch weitere Möglichkeiten, wie Sie von Steuererleichterungen finanziell profitieren können.

Blitz IconAber: Die Steuererleichterungen gelten nur für diejenigen, die tatsächlich und in nicht unerheblichem Maß von der Flutkatastrophe betroffen sind. Es reicht also nicht, dass Sie in den betroffenen Gebieten wohnen, aber selbst keinen Schaden erlitten haben. Mehr Infos und Steuererleichterungen finden Sie in den Katastrophenerlässen der Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz.

Steuern stunden lassen

Sie müssen Steuern nachzahlen bzw. hätten sie bereits nachzahlen müssen? Dann können Sie die Steuern bis zum 31.01.2022 stunden lassen – und zwar ganz ohne Zinsen.
Was das bedeutet? Sie müssen die Steuern, die Sie dem Finanzamt schulden, erst bis Ende Januar 2022 zahlen. So können Sie das Geld erstmal behalten und für anfallende Renovierungsarbeiten oder wichtige Anschaffungen verwenden.

Dafür müssen Sie bis spätestens 31.10.2021 bei Ihrem zuständigen Finanzamt schriftlich einen formlosen Antrag stellen. Darin erklären Sie, in welchem Umfang Sie von der Flutkatastrophe betroffen sind.

Mindern Sie Ihre Vorauszahlungen

Zahlen Sie Einkommensteuer- oder Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen? Dann können Sie bei Ihrem zuständigen Finanzamt einen Antrag auf Herabsetzung der Vorauszahlungen stellen. Auf diese Weise können Sie die Höhe der Vorauszahlungen nach unten anpassen, um so kurzfristig mehr Geld zur Verfügung zu haben.

Dafür stellen Sie ebenfalls bis zum 31.10.2021 einen formlosen Antrag.

Keine Säumnisgebühren

Finanzämter in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wurden dazu angehalten, keine Säumnisgebühren für betroffene Opfer zu erheben. Sie müssen bis zum 31.01.2022 keine Säumnisgebühren auf Steuern zahlen, die zwischen dem 14.07.2021 und dem 31.10.2021 fällig wären.

Antrag auf Lohnsteuerermäßigung

Den Antrag kann grundsätzlich jeder stellen. Für Opfer der Flutkatastrophe, die kurzfristig finanzielle Hilfe benötigen, lohnt er sich besonders.

Denn: Ihre hohen außergewöhnlichen Belastungen können Sie auf Antrag jetzt schon berücksichtigen lassen. Dadurch wird Ihre monatliche Lohnsteuer reduziert und Sie haben im Monat mehr Netto vom Brutto. Sie müssen auf Ihren Steuervorteil durch die hohen Hochwasser-Kosten also nicht erst bis zum nächsten Jahr warten.

Download Icon Hochwasser-Kosten absetzenLaden Sie hier den Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung herunter.

Hilfen vom Arbeitgeber

Arbeitgeber können betroffenen Mitarbeitern unter die Arme greifen: Mit einer steuerfreien Unterstützung bis zu einem Betrag von 600 Euro. Wird diese Summe überschritten, muss ein besonderer Notfall vorliegen. Dieser ist aber bei den Unwetter-Betroffenen in jedem Falle gegeben.

Sie können bei Ihrem Arbeitgeber aber auch einen Kredit beantragen. In diesem Fall bleiben die Zinsvorteile für Sie steuerfrei. Einzige Voraussetzung: Das Darlehen übersteigt nicht die Schadenshöhe.

Hochwasser-Kosten absetzen: Hilfen für Selbstständige

Auch Selbstständige, deren Betriebe von der Flutkatastrophe betroffen sind, können von Hilfen profitieren.

Zerstörte Buchführungsunterlagen

Sie haben durch die Flut Ihre Buchführungsunterlagen verloren? Dann sollen Ihnen daraus steuerlich keine negativen Folgen entstehen. Wichtig ist, dass Sie die zerstörten Unterlagen möglichst schnell dokumentieren und dem Finanzamt gegenüber glaubhaft machen.

Sonderabschreibungen

Betroffene Selbstständige können für den Wiederaufbau von Betriebsgebäuden sowie für Anschaffungen neuer Betriebsgegenstände Sonderabschreibungen bilden. Dabei gilt:

  • Für die Kosten für den Wiederaufbau von Betriebsgebäuden können Sie von Sonderabschreibungen bis zu 30 Prozent profitieren
  • Für die Kosten für Anschaffungen können Sie von Sonderabschreibungen bis zu 50 Prozent profitieren
Blitz IconWichtig: Sie müssen innerhalb von 3 Wirtschaftsjahren nach der Flutkatastrophe mit dem Wiederaufbau beginnen bzw. die abgeschriebenen Betriebsgüter anschaffen.

Hochwasser-Kosten absetzen: Mit Spenden Steuern sparen

Sie sind zwar nicht betroffen, möchten Betroffene aber mit einer Spende unterstützen? Für Spenden an Flutopfer gibt es ebenfalls Lockerungen. So benötigen Sie – unabhängig von der Höhe der Spende – keine Spendenbescheinigung. Es genügt, wenn Sie dem Finanzamt auf Nachfrage einen Kontoauszug oder einen Überweisungsbeleg vorzeigen. Mehr dazu lesen Sie hier: Spenden absetzen

Steuererklärung mit WISO Steuer

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