Kommt die Home-Office-Pauschale?

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Für einige hieß es aufgrund von Corona: ab ins Home-Office! Für viele gilt das immernoch. Egal, ob Arbeitszimmer oder zweckentfremdeter Küchentisch: plötzlich werden Privaträume auch beruflich genutzt. Können die anteiligen Kosten für Miete oder Strom dann als Werbungskosten abgezogen werden? Die Hoffnung schwindet leider schnell. Denn nur Wenige erfüllen die strengen Anforderungen der Finanzverwaltung. Doch die Regierung scheint den Arbeitnehmern nun entgegen zu kommen: Kommt nun endlich eine Home-Office-Pauschale? Erfahren Sie hier mehr!

***AKTUELLES***

20.09.2020

Die Bundesfinanzminister der Länder Hessen (Michael Boddenberg, CDU) und Bayern (Albert Füracker, CSU) bringen den Vorschlag für die Home-Office-Pauschale im Bundesrat ein. Der Vorschlag beinhaltet:

    • Pauschale in Höhe von 5 Euro für jeden vollen Tag im Home-Office
    • Maximal 600 Euro im Jahr
    • Ohne weitere Anforderungen an den Arbeitsplatz

Der Vorschlag wird in der kommenden Woche im Finanzausschuss des Bundesrates diskutiert.

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Im Eifer des Gefechts und aus Platzgründen war es denjenigen ohne häusliches Arbeitszimmer wohl selten möglich, noch schnell eines herzurichten. Und so mussten alternative „Arbeitsecken“ nach und nach mit den nötigen Gerätschaften ausgestattet werden. Sicherlich haben einige Arbeitgeber ihre Angestellten hierbei unterstützt und Arbeitsmittel bereitgestellt oder Kosten erstattet. Wie sieht es aber mit den Kosten für den zusätzlichen privaten Stromverbrauch oder den Internetkosten während der Home-Office-Zeit aus?

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Kann ich das Home-Office steuerlich absetzen?

Grundsätzlich gilt: Beruflich veranlasste Ausgaben sind als Werbungskosten abzugsfähig. Für Arbeitsmittel, wie Laptop, Drucker, Bildschirme, … ist das relativ einfach. Nutzen Sie die Gerätschaften ausschließlich beruflich, dürfen Sie die Kosten komplett als Werbungskosten angeben.  Ab einem gewissen Kostenpunkt geschieht das im Wege der AfA.

Komplizierter wird es jedoch bei anteiligen laufenden Kosten. Wie viel Strom verbrauchen Sie zusätzlich beruflich, seit Sie im Home-Office arbeiten? Wie viel Miete entfällt auf den Bereich Ihrer Wohnung, den Sie als Arbeitszimmer nutzen? Die gute Nachricht ist: Grundsätzlich können Sie auch diese Kosten absetzen. Steuerlich gelten hier die Vorschriften für den Abzug eines häuslichen Arbeitszimmers. Hierfür gibt es jedoch – und das ist die schlechte Nachricht – strenge Voraussetzungen. Mehr über die bisherigen Regelungen lesen Sie in unserem Beitrag zum häuslichen Arbeitszimmer absetzen.

Für viele Leser waren die Erkenntnisse aus diesem Beitrag ernüchternd. Denn diejenigen, die die strengen Kriterien nicht erfüllen, bleiben auf Ihren Kosten sitzen. Das hielten auch wir von der Steuern-Sparen-Redaktion für mehr als ungerecht. Das nahmen wir zum Anlass, uns direkt mit der Frage nach Erleichterungen für die steuerliche Absetzbarkeit des Home-Office-Platzes an das Bundesministerium der Finanzen zu wenden.

Ist die Home-Office-Pauschale eine Lösung?

Auch von anderen Seiten wurden Rufe nach einer steuerlichen Erleichterung laut. Doch in den zahlreichen Maßnahmen- und Konjunkturpaketen suchte man steuerliche Entlastungen beim Home-Office bisher vergeblich. Dabei scheint die Lösung in Form einer Home-Office-Pauschale einleuchtend. Die Home-Office-Pauschale könnte ähnlich wie der Arbeitnehmer-Pauschbetrag aussehen: Jedem, der aus dem Home-Office arbeitet, steht eine Home-Office-Pauschale zu. Erfüllt er zudem die Voraussetzungen für den Abzug der tatsächlichen Kosten (häusliches Arbeitszimmer), kann er auch die höheren tatsächlichen Kosten abziehen.

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Lernen Sie die wichtigsten Pauschalen für Ihre Steuererklärung kennen!

Hessen als Vorreiter für die Home-Office-Pauschale

Was lange als Wunschgedanke von Arbeitnehmern reifte, fasste der hessische Finanzminister Michael Boddenberg im Juli dann endlich in Worte. Er schlug als erster eine Home-Office-Pauschale vor. Konkret stellte er sich die Home-Office-Pauschale so vor: Für jeden Tag, den ein Arbeitnehmer im Jahr 2020 im Home-Office arbeitete, könne er 5 Euro als Werbungskosten ansetzen. Allerdings sei die Pauschale begrenzt  auf maximal 600 Euro im Jahr. Der Vorteil: Die Pauschale sei nicht daran geknüpft, dass der Arbeitnehmer zu Hause ein abgegrenztes und rein beruflich genutztes Arbeitszimmer besitzt.

Trotzdem sollen die bestehenden Vorschriften zum häuslichen Arbeitszimmer nicht berührt werden. Das heißt diejenigen, die die Voraussetzungen erfüllen, könnten die Kosten für das Arbeitszimmer über die Home-Office-Pauschale hinaus absetzen.

Auch die Regelungen zum Arbeitnehmer-Pauschbetrag blieben unberührt. Das heißt, dass sich die Home-Office-Pauschale auch nur dann auswirkt, wenn all Ihre Werbungskosten im Jahr insgesamt 1.000 Euro übersteigen.

Kommt die Home-Office-Pauschale?

Die Home-Office-Pauschale, wie sie Hessens Finanzminister vorschlägt, klingt vielversprechend. Sie wäre ein Lichtblick für alle, die Ihren Esstisch über Nacht zum Arbeitsplatz gemacht oder schnell noch einen Schreibtisch neben das Bett gezimmert haben. Denn das sind Beispiele, in denen das Finanzamt das häusliche Arbeitszimmer eigentlich ablehnt.

Nach unserem bisherigen Kenntnisstand scheint auch die Regierung dem Vorschlag positiv gegenüber zu stehen. Doch endgültig lässt sich leider noch nicht sagen, ob, wann und in welcher Form die Home-Office-Pauschale eingeführt wird.

Alle Updates zur Home-Office-Pauschale: Natürlich auf Steuern-Sparen

Wir von Steuern-Sparen haben es uns zur Aufgabe gemacht, Sie regelmäßig mit den neusten Tipps und Tricks aus dem Steuerrecht zu versorgen. Da uns das Thema sehr am Herzen liegt, nehmen wir diese Aufgabe selbstverständlich auch für die Home-Office-Pauschale wahr! Alle laufenden Entwicklungen rund um die Home-Office-Pauschale  lesen Sie hier in diesem Beitrag.

Unser Tipp für Sie

Die Steuererklärung für 2019 haben Sie bereits abgegeben? Dann heißt es für Sie erstmal zurücklehnen und auf den Bescheid warten. Doch nach der Steuer ist vor der Steuer: Nehmen Sie sich doch jetzt schon etwas Arbeit für die Steuererklärung 2020 ab. Notieren Sie sich am besten, an welchen Tagen Sie 2020 im Home-Office arbeiten bzw. gearbeitet haben! So kommen Sie nächstes Jahr nicht ins Grübeln. Falls die Home-Office-Pauschale also verabschiedet wird, haben Sie bestens vorgesorgt und lassen sich keinen Cent entgehen!

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