Bogen rund

Reisen für den Beruf

Mit Partner im Gepäck


Immer mehr vermischt sich die private Sphäre mit der beruflichen. Arbeitnehmer lesen ihre beruflichen Nachrichten am Wochenende. Auch das Reisen aus beruflichem Anlass kann genutzt werden, um sich zu erholen oder privaten Interessen nachzugehen. Das gelingt noch besser, wenn der Partner gleich mitkommt.

Die Aufwendungen für eine gemischte Reise, die privaten und beruflichen Zwecken dient, können nach der neueren Rechtsprechung zum Teil bei der Steuer angesetzt werden.

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Aufteilung der Kosten

Solche gemischten Kosten können meist aufgeteilt werden. Strittig bleibt der Maßstab für die Aufteilung. Wie ist es mit den Ausgaben für die Hin- und Rückreise? Mit dieser Frage hat sich der Große Senat des Bundesfinanzhofs bereits vor zwei Jahren befasst. Demnach können Kosten grundsätzlich nach dem Maßstab der beruflich und privat veranlassten Zeitanteile aufgeteilt werden. In Einzelfällen kann auch ein anderer Aufteilungsmaßstab erforderlich sein.

Lange Zeit war der Ansatz von Kosten für „gemischte“ Reisen nicht möglich. Sobald eine Reise nicht ausschließlich oder fast ausschließlich aus beruflichen Gründen  angetreten wurde, lehnte das Finanzamt den Ansatz der Kosten in der Erklärung ab. Es war der Auffassung, dass eine Trennung zwischen privaten und beruflichen Kosten in einem solchen Fall nicht möglich sei. Auch im Fall einer Autorin lehnte das Finanzamt den Ansatz von Kosten als Betriebsausgaben für verschiedene Reisen ab.

Der Fall

Eine nebenberuflich selbstständige Autorin reiste zu Recherchezwecken unter anderem nach Australien und Neuseeland. Dort recherchierte sie für Ihren Roman. Vier Tage verbrachte sie im Stadtarchiv von Auckland und unternahm außerdem Stadtbesichtigungen und Ausflüge. Nachdem das Finanzamt die Kosten für die Reise auch deshalb nicht anerkannt hatte, weil die Autorin als Schriftstellerin noch keine Einnahmen erzielt hat, klagte die Autorin.

Die Richter des Finanzgerichts erkannten daraufhin die Kosten für sechs Tage Recherche voll an und die Kosten für die Hin- und Rückreise teilten sie nach Zeitanteilen auf.

Der Partner im Gepäck

Diese Auffassung der Richter des Finanzgerichts bestätigten auch die Richter des Bundesfinanzhofs. Außerdem waren die Richter der Auffassung, dass es nicht zum Abzugsverbot oder zu einem geringeren steuerlichen Ansatz der Kosten kommt, wenn der Partner mitreist.

Bundesfinanzhof III B 21/12

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