Renovierung direkt nach Wohnungskauf

Renovierung direkt nach Wohnungskauf

Beseitigung nachträglicher Schäden sofort absetzbar


Gute Nachrichten für Vermieter: Kosten zur Beseitigung von Schäden, die der Mieter in einer gerade erst angeschafften Wohnung mutwillig verursacht hat, sind sofort abzugsfähig.

Wann sind Renovierungskosten absetzbar?

Setzen Sie eine Immobilie instand oder modernisieren Sie diese, sind die dabei entstehenden Kosten grundsätzlich Erhaltungsaufwand. Die Ausgaben können Sie dann sofort als Werbungskosten absetzen, wenn das Haus oder die Wohnung vermietet wird.

Doch aufgepasst! Falls die Kosten innerhalb von drei Jahren nach dem Erwerb höher sind als 15 Prozent der Anschaffungskosten, handelt es sich um so genannte anschaffungsnahe Herstellungskosten. Nachteilige Folge: Sie müssen die Ausgaben den Anschaffungskosten hinzurechnen und dürfen diese nur im Wege der Abschreibung absetzen.

Diese Regelung gilt ebenfalls für Instandsetzungsmaßnahmen zur Beseitigung verdeckter – im Zeitpunkt der Anschaffung des Gebäudes jedoch bereits vorhandener – Mängel. Gleiches gilt für die Beseitigung von bei Anschaffung des Gebäudes angelegter, aber erst nach dem Erwerb auftretender altersüblicher Mängel und Defekte.

Ausgaben sofort als Erhaltungsaufwand absetzbar

Nun hat der Bundesfinanzhof entschieden, dass die Instandsetzungskosten – trotz Überschreitung der 15-Prozent-Grenze – keine anschaffungsnahen Herstellungskosten darstellen, die abzuschreiben sind. Vielmehr sind solche Kosten Erhaltungsaufwand und in voller Höhe sofort als Werbungskosten absetzbar.

Denn Kosten für Instandsetzungsmaßnahmen zur Beseitigung eines Schadens, der im Zeitpunkt der Anschaffung noch nicht vorhanden war, sondern nachweislich erst zu einem späteren Zeitpunkt durch das schuldhafte Handeln eines Dritten am Gebäude verursacht worden ist, sind nicht den anschaffungsnahen Herstellungskosten zuzuordnen (Aktenzeichen IX R 6/16).

Der entschiedene Fall

Die Klägerin erwarb zum 01.04.2007 eine Eigentumswohnung, die sich zu diesem Zeitpunkt in einem mangelfreien Zustand befand. Zugleich übernahm sie das bestehende Mietverhältnis. Im September 2008 kündigte sie dann dem Mieter. Dann die böse Überraschung: Der Mieter hinterließ die Wohnung in einem beschädigten Zustand (eingeschlagene Scheiben, Schimmelbefall, zerstörte Bodenfliesen, Wasserschaden). Die Vermieterin musste zur Beseitigung dieser Schäden rund 20.000 Euro bezahlen.

Diese Kosten machte sie sodann als sofort abzugsfähige Werbungskosten in Ihrer Steuererklärung geltend. Das Finanzamt jedoch wollte sie als anschaffungsnahe Herstellungskosten mittels Abschreibung berücksichtigen. Doch nun gaben die Finanzrichter der Klägerin recht- die kann die gesamten Kosten im Jahr der Zahlung als Erhaltungsaufwendungen absetzen.

1 comment

eigener Kommentar

+ Kommentar hinterlassen