Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau

Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau

Wieder auf der Agenda


Nach monatelangen Verhandlungen und Anpassungen kommt sie nun doch: die befristete Sonderabschreibung für die Anschaffung oder Herstellung neuer Mietwohngebäude. Dem hat der Bundesrat am 26.06.2019 zugestimmt. Vom Deutschen Bundestag gab es bereits im November 2018 grünes Licht.

Investitionen in den Wohnungsbau gewünscht

Der Wohnungsmarkt ist knapp. Die Mieten steigen. Nach wie vor mangelt es an bezahlbarem Wohnraum – vor allem für Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen. Nur verstärkter Wohnungsneubau kann die Nachfrage decken.

Deshalb will die Bundesregierung private Investitionen im Bau von Mietwohnungen im unteren und mittleren Mietpreissegment ankurbeln. Als Maßnahme hat sie die befristete Sonderabschreibung für die Anschaffung oder Herstellung neuer Mietwohngebäude auf den Weg gebracht.

Die steuerliche Regelung soll ergänzend zu den von den Ländern initiierten Förderprogrammen laufen. Zu finden sein wird die neue Sonderabschreibung in Paragraph 7 b des Einkommensteuergesetzes.

Voraussetzungen für die neue Sonderabschreibung

Die Förderung kann ausschließlich für neue – d. h. bisher nicht vorhandene Wohnungen in Anspruch genommen werden.

Förderfähig sind z. B.:

  • Wohnungen einer bisher nicht ausgebauten Dachetage, im Gebäude, das bereits über vermietete Wohnungen verfügt
  • Umbauten an bestehenden, bisher gewerblich genutzten Gebäuden, wenn hierdurch neue Mietwohnungen entstehen

Nicht förderfähig sind z. B.:

  • Wohnungen, die zur „vorübergehenden Beherbergung von Personen“ genutzt werden, beispielsweise Ferienwohnungen
  • Verlegung von Wohnraum
  • Erweiterung der Wohnfläche innerhalb eines Gebäudes
  • Wohnungen zur betrieblichen oder Eigennutzung

Die Sonderabschreibung soll im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den folgenden 3 Jahren bis zu 5 Prozent jährlich betragen. Sie mindert neben der regulären linearen Abschreibung die Steuer.

Weitere Voraussetzungen sind:

  • Durch Baumaßnahmen wird auf Grund eines nach dem 31. August 2018 und vor dem 1. Januar 2022 gestellten Bauantrags oder einer in diesem Zeitraum getätigten Bauanzeige neuer, bisher nicht vorhandener Wohnraum in einem Gebäude geschaffen. Dieser ist für die entgeltliche Überlassung zu Wohnzwecken geeignet und erfüllt die Voraussetzungen des § 181 Absatz 9 des Bewertungsgesetzes erfüllt; hierzu gehören auch die zu einer Wohnung gehörenden Nebenräume.
  • Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten je Quadratmeter Wohnfläche übersteigen nicht 3.000 Euro.
  • Die Wohnung dient im Jahr der Anschaffung oder Herstellung und in den folgenden neun Jahren der entgeltlichen Überlassung zu Wohnzwecken.

Die Bemessungsgrenze für die Sonderabschreibung ist auf höchstens 2.000 Euro je Quadratmeter begrenzt.

Die Sonderabschreibung wird rückgängig gemacht, wenn die Kosten zum Zeitpunkt der Anschaffung oder Herstellung zwar unter der Begrenzung liegen, jedoch binnen der ersten drei Jahre nach Ablauf des Anschaffungsjahres, überschritten werden.

Befristeter Steuervorteil

Die Maßnahme ist in zwei Richtungen befristet: Zum einen sind nur solche Investitionen begünstigt, für die ein Bauantrag zwischen dem 1. September 2018 und dem 31. Dezember 2021 gestellt wird. Zum anderen ist die Inanspruchnahme der Sonderabschreibungen letztmalig im Jahr 2026 möglich.

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