Antrag auf Überprüfung des Steuereinbehalts

Wann Sie diesen stellen sollten


Folgende Fälle sind hierbei denkbar:

  • Der Sparer-Pauschbetrag wurde wegen einer ungünstigen Verteilung der Freistellungsaufträge nicht voll ausgenutzt.
  • Die abzugsverpflichtete Bank hat die Bemessungsgrundlage für die Kapitalertragssteuer falsch ermittelt.
  • Ausländische Quellensteuern wurden im Abzugsverfahren nicht berücksichtigt, z.B. fiktive Quellensteuern, Quellensteuern aus Staaten, mit denen kein Doppelbesteuerungsabkommen besteht.
  • Im Falle von Veräußerungsgeschäften wurden im Abzugsverfahren nicht alle Anschaffungs-und Veräußerungsnebenkosten berücksichtigt.
  • Das Kreditinstitut hat bei steuerfreien Veräußerungsgewinnen Kapitalertragssteuer mangels Kenntnis des Anschaffungsdatums einbehalten, z.B. bei Zertifikaten ohne Rückzahlungsgarantie.
  • Im Falle einer Schenkung hat das Kreditinstitut mangels Unterrichtung den Übertragungsvorgang als steuerpflichtiges Veräußerungsgeschäft eingestuft.
  • Ein nicht ausgeglichener allgemeiner Verlusttopf oder Aktien-Verlusttopf bei einem Kreditinstitut soll mit positiven Erträgen eines anderen Kreditinstitutes ausgeglichen werden (bei einem Zweitdepot beim gleichen Institut wird normalerweise einmal gegen Jahresende eine bankinterne Verlustverrechnung erfolgen).
  • Das Kreditinstitut hat im Falle eines Depotwechsels mangels Kenntnis der Anschaffungskosten eine zu hohe Ersatzbemessungsgrundlage angesetzt. Ist diese ausnahmsweise niedriger als der tatsächliche Veräußerungsgewinn (mehr als 500 Euro Unterschied im Kalenderjahr), muss der Gewinn nachversteuert werden.

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2 Kommentare

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  1. 1
    Sürig, Manfred

    steuerliche Berücksichtigung eines Totalverlustes: In Ihrem Steuermagazin 1/2019 preisen Sie auf Seite 26 ff die neue Rechtslage, die durch das Urteil des BFH VIII R 13/15 vom 24.10.2017 bei Totalverlusten aus Kapitalanlagen entstanden sein soll. Nach meiner Erfahrung ist das leider in der Praxis nicht der Fall. Die Finanzverwaltung hat das Urteil nicht veröffentlicht, damit es von den Finanzbehörden nicht angewendet wird. Weil angeblich in derselben Rechtsfrage ein ähnliches Verfahren anhängig sein soll (BFH AZ IX R 17/18) wurden alle Widersprüche erst einmal in Wartestand versetzt und nicht entschieden. Inzwischen ist das angeblich anhängige Verfahren aber mit Beschluß vom 3.9.2019 ohne Urteil in der Sache abgeschlossen worden. Da dieser Beschluß auch nicht im Bundessteuerblatt veröffentlicht wird, bleiben alle Widersprüche auf Ewigkeit bei den Finanzbehörden unentschieden liegen, bis die Steuerpflichtigen versterben. Hierauf sollten Sie in Ihrem Steuermagazin auch einmal hinweisen.

    • 2
      Alexander Müller

      Sehr geehrter Herr Sürig,
      vielen Dank für Ihr Kommentar. Die beiden von Ihnen angeführten Verfahren des BFH sind in der Tat interessant. Das erste (VIII R 13/15) gilt nach wie vor. Bei dem zweiten Urteil (IX R 17/18) kam es zu keinem Urteil, da die Begründung zu spät eingereicht wurde. Die Klage wurde daher abgewiesen.
      Natürlich müssen die Finanzämter die Einsprüche abarbeiten. Eventuell wird aber auch mit einer Allgemeinverfügung gearbeitet, damit dann alle Fälle einheitlich behandelt werden. Aber darüber haben wir derzeit keine Kenntnisse. Trotzdem nehmen wir die Anregung für mögliche Artikel gerne auf.
      Übrigens hat der Gesetzgeber reagiert: das erste Urteil des BFH gilt auch für die Finanzverwaltung. Private Verluste auf der Vermögensebene werden steuerlich berücksichtigt. Nur wurde ab 2020 in §20 Abs.6 S.6 eine “Abzugsbeschränkung” von derartigen Verlusten eingebaut. Pro Jahr nur 10.000€, der Rest wird erst in späteren Jahren verrechnet. Gleichzeitig gilt aber nach wie vor die Beschränkung der Verlustverrechnung, d.h. Verluste aus Kapitalvermögen dürfen nur mit Gewinnen aus Kapitaleinkünften verrechnet werden. Nach wie vor sichert sich der Gesetzgeber also bei den Kapitaleinkünfte ab und will die steuerlichen Auswirkungen bei Verlusten begrenzen.
      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist bei steuernsparen.de

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