Keine Hoffnung für Kapitalanleger

Keine Hoffnung für Kapitalanleger

Kein Abzug der tatsächlichen Kosten


Liegt Ihr persönlicher Steuersatz unter 25 Prozent? Dann können Sie die so genannte Günstiger-Prüfung beantragen. Doch tatsächliche Ausgaben werden nicht mehr anerkannt.

Abgeltungsteuer – und Abzugsverbot

Mit einem Kreuz auf der Anlage KAP Ihrer Steuererklärung ist der Antrag gestellt: Ihre Kapitalerträge werden dann – statt mit 25 Prozent – mit Ihrem niedrigeren Steuersatz besteuert.

Doch nun entschied der Bundesfinanzhof, dass es hier nicht möglich ist, Werbungskosten anzusetzen – auch wenn man diese durch Belege nachweisen kann. Statt dessen wird nur der Sparer-Pauschbetrag berücksichtigt.

Erst noch Hoffnung

Kürzlich noch entschied das Finanzgericht Baden-Württemberg zur Freude der Anleger und bejahte den Abzug der Kosten. „Das objektive Nettoprinzip gilt auch bei der Abgeltungsteuer“, so die Richter. Der Gesetzgeber habe mit der Einführung der Abgeltungsteuer keinen Systemwechsel im Sinne einer Abkehr dieses Prinzips gewollt (Aktenzeichen 9 K 1637/10).

Nun endgültig kein Abzug

Doch nun hat der Bundesfinanzhof das anlegerfreundliche Urteil der Vorinstanz verworfen: Bei der Veranlagung zum individuellen Steuersatz ist es nicht möglich, tatsächliche Kosten gegen Nachweis anzusetzen. Nur der Sparer-Pauschbetrag wird berücksichtigt. „Auch im Falle der Günstiger-Prüfung findet die einschränkende Regelung zum Verbot des Abzugs der tatsächlich entstandenen Werbungskosten Anwendung“ (Aktenzeichen VIII R 13/13).

Nach Auffassung der Richter ist die Ermittlung der Kapitaleinkünfte auch bei der Günstiger-Prüfung vorzunehmen, und das Abzugsverbot von tatsächlichen Werbungskosten ist Teil des Gesetzes. Die Günstiger-Prüfung sei als Billigkeitsmaßnahme zu verstehen, mit der Anleger, deren Steuersatz niedriger liegt als 25 Prozent, eine weitere Begünstigung erfahren. Diese soll aber nicht dazu führen, dass die derart Begünstigten vollumfänglich aus dem System der Abgeltungsteuer ausscheiden.

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