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Künstliche Befruchtung mindert Steuer

Wann gibts den Steuervorteil?


Ausgaben für eine künstliche Befruchtung gehören steuerlich zu den Krankheitskosten und sind damit steuerlich abzugsfähig. Auch Alleinstehende können diese Ausgaben absetzen – eine Heirat ist keine Voraussetzung.

Bis zu 50 Prozent werden erstattet

An den Kosten einer künstlichen Befruchtung beteiligt sich die gesetzliche Krankenversicherung für drei Versuche mit jeweils 50 Prozent der Kosten. Anspruch haben Frauen zwischen 25 und 40 Jahren und Männer bis 50 Jahre.

Dies gilt aber nur dann, wenn die Partner miteinander verheiratet sind und ausschließlich Ei- und Samenzellen der Ehepartner verwendet werden.

Unverheiratet? Kein Zuschuss von der Krankenkasse

Dass nicht verheiratete Paare keinen Zuschuss der Krankenversicherung bekommen, hat das Bundesverfassungsgericht als verfassungsrechtlich in Ordnung befunden. Der Gesetzgeber dürfe nämlich “die Ehe auch wegen ihres besonderen Rahmens als eine Lebensbasis für ein Kind ansehen, die den Kindeswohlbelangen mehr Rechnung trägt als eine nichteheliche Partnerschaft” (Urteil des Bundesverfassungsgerichts, Aktenzeichen 1 BvL 5/03).

Regelung bestätigt

Nun hat das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg die Gesetzesregelung bestätigt und entschieden, dass unverheiratete Paare für eine künstliche Befruchtung keine Kostenerstattung der Krankenkasse erhalten. Dies gelte auch dann, wenn die Krankenkasse eine Satzungsänderung beschließe und den Kreis der Begünstigten auf “versicherte Paare in auf Dauer angelegter Lebensgemeinschaft” erweitere (Urteil des Landessozialgericht Berlin-Brandenburg, Aktenzeichen L 1 KR 435/12 KL).

Nach Auffassung der Richter lässt es das Gesetz zwar zu, dass eine Krankenkasse in ihrer Satzung zusätzliche Leistungen in der fachlich gebotenen Qualität auch im Bereich der künstlichen Befruchtung vorsehe. Der Gesetzgeber habe die Leistung der künstlichen Befruchtung aber aus sachlichen Gründen bewusst und ausdrücklich auf Eheleute beschränkt, was das Bundesverfassungsgericht für unbedenklich erklärt habe. Dieser gesetzliche Rahmen dürfe über eine Satzungsänderung einer Krankenkasse nicht zur Disposition gestellt werden. Das Gericht hat wegen der grundsätzlichen Bedeutung die Revision zum Bundessozialgericht zugelassen.

Kosten in der Steuererklärung ansetzen

Wenn also Lebensgemeinschaften keine Kostenerstattung ihrer Krankenkasse bekommen, so können Sie die Kosten der künstlichen Befruchtung aber doch steuerlich als außergewöhnliche Belastungen absetzen.

Der Bundesfinanzhof hat nämlich im Jahre 2007 seine bisherige enge Sicht geweitet: Auch unverheiratete empfängnisunfähige Frauen dürfen jetzt die Kosten für eine In-vitro-Fertilisation steuermindernd als außergewöhnliche Belastung absetzen, sofern sie in einer festen Partnerschaft leben. Und zwar für eine homologe Insemination mit dem Samen des Partners (BFH-Urteile, Aktenzeichen III R 47/05 und III R 30/07).

Tragen Sie alle Ausgaben im Zusammenhang mit der künstlichen Befruchtung im Mantelbogen der Steuererklärung in Zeile 67 ein.

 

Steuerberatung?

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