Nachteilige Regelung bei Leiharbeit

Nachteilige Regelung bei Leiharbeit

Was gilt ab 2014?


Die derzeit rund 820.000 Leih- oder Zeitarbeitnehmer sind in mehrfacher Hinsicht schlechter gestellt als fest angestellte Mitarbeiter. Jetzt bringt Ihnen auch noch das Steuerrecht ab 2014 eine nachteilige Regelung.

Auswärtstätigkeit

Leiharbeitnehmer stehen bekanntlich nicht in einem Arbeitsverhältnis zum Entleiher, sondern zum Verleiher. Sie sind typischerweise stets bei Kunden ihres Arbeitgebers tätig. Sie haben keine regelmäßige Arbeitsstätte, weil der Betrieb des Entleihers keine dauerhafte betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers darstellt. Sie üben also eine Auswärtstätigkeit aus. Jede neue Einsatzstelle gilt als neue Auswärtstätigkeit (Aktenzeichen VI R 18/12).

 Bisher: Voller Ansatz der Fahrtkosten

Die Folge: Leiharbeitnehmer konnten bisher mangels regelmäßiger Arbeitsstätte ihre Fahrten zu den Einsatzstellen zeitlich unbegrenzt mit der höheren Dienstreisepauschale (30 Cent je Fahrt-km) absetzen.  Auch möglich war der Ansatz tatsächlichen Kosten. Oder Sie bekamen die Ausgaben vom Arbeitgeber steuerfrei erstattet. Falls sie mehr als acht Stunden von zu Hause abwesend waren, stand ihnen auch ein Verpflegungspauschbetrag von sechs Euro zu – allerdings nur für die ersten drei Monate an jeder neuen Einsatzstelle.

Neues Reisekostenrecht

Ab 01.01.2014 tritt ein neues Reisekostenrecht in Kraft. Dies betrifft auch Leih- und Zeitarbeitnehmer. Anders als bisher die regelmäßige Arbeitsstätte muss die „erste Tätigkeitsstätte“ künftig nicht mehr nur eine ortsfeste Einrichtung des Arbeitgebers sein. Sie kann auch die betriebliche Einrichtung eines Kunden oder eines verbundenen Unternehmens sein. Voraussetzung: Der Arbeitnehmer muss dort dauerhaft zugeordnet sein.

Als längerfristige Tätigkeit gilt die Beschäftigung, wenn sie

  • unbefristet („bis auf Weiteres“)
  • für die Dauer des Dienstverhältnisses
  • oder über einen Zeitraum von 48 Monaten hinaus ist.

Ab 2014: Nur noch Pendlerpauschale

Das bedeutet: Leiharbeitnehmer können bei längerfristiger Tätigkeit in einem Betrieb des Entleihers, an den sie dauerhaft zugeordnet sind, ihre Fahrten nur noch mit der Entfernungspauschale (30 Cent je Entfernungs-km) absetzen. Verpflegungspauschbeträge und Reisenebenkosten werden nicht mehr berücksichtigt. Der Arbeitgeber kann nicht mehr die gesamten Reisekosten steuerfrei erstatten. Er kann Fahrtkostenzuschüsse gewähren und diese pauschal mit 15 Prozent versteuern.

Keine Änderung gibt es für die Zeitarbeitnehmer, die lediglich für eine kürzere Dauer in Betrieben der Kunden tätig werden. Sie üben weiterhin eine Auswärtstätigkeit aus und können daher ihre Fahrten mit der Dienstreisepauschale sowie bei mindestens achtstündiger Abwesenheit ab 2014 einen Verpflegungspauschbetrag von 12 Euro täglich in den jeweils ersten drei Monaten an derselben Einsatzstelle als Werbungskosten absetzen.

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