Photovoltaik-Anlage: Eigenverbrauch & Steuern – das müssen Sie wissen

Auf Deutschlands Dächern Steuern sparen!


Mittlerweile ist Sie von vielen Wohnhäusern nicht mehr wegzudenken: die Photovoltaik-Anlage. Denn die Solaranlage liefert nicht nur unabhängig grünen Strom, sondern auch einen profitablen Zuverdienst. Und obendrauf lassen sich mit den Solar-Panels auch noch eine Menge Steuern sparen. Von A wie Abschreibung bis Z wie Zufluss der Einnahmen – hier lesen Sie alles, was Sie zur Photovoltaik-Anlage wissen müssen.

Die Photovoltaik-Anlage: Ihr Gewerbebetrieb

Sie haben bereits Solarpanels auf dem Dach oder überlegen noch, ob eine Solaranlage das Richtige für Sie ist? Damit sind Sie nicht allein. Egal ob auf dem eigenen Dach, auf dem Gebäude des Nachbarn oder als Gemeinschaftsprojekt – die Photovoltaik-Anlage ist eine beliebte und profitable Möglichkeit der alternativen Stromerzeugung. Aus reinem Sonnenlicht wird mithilfe von Solarzellen Energie gewonnen: zur Selbstnutzung oder zum Verkauf.

Auch der Staat hielt das für eine tolle Idee. Mit bestimmten Vorschriften, wie z. B. der garantierten Einspeisevergütung, unterstützt er Betreiber solcher Anlagen. Also eigentlich leicht verdientes Geld, oder? Wäre da nicht wie immer die Steuer und ihre ach so komplizierten Vorschriften. Wenn Sie den Strom verkaufen, zählt Ihre Photovoltaik-Anlage als Ihr Gewerbebetrieb.

So etwas wie ein extra „Photovoltaik-Gesetz“ gibt es aber leider nicht. Die Regelungen zur Photovoltaik-Anlage müssen Sie vielmehr aus verschiedenen Steuergesetzen entnehmen – aber welche sind für Sie wichtig? Im Folgenden erhalten Sie alle Informationen, die Sie benötigen, um sicher in die Steuererklärung zu starten.

Liebhaberei

Wenn Sie nicht vorhaben, mit Ihrer Photovoltaik-Anlage auf Dauer einen Gewinn zu erzielen, spricht man von Liebhaberei. Dann werden sowohl die Einnahmen, aber auch die Ausgaben bzw. Verluste aus dem Photovoltaik-Betrieb steuerlich nicht berücksichtigt. Im Zweifel müssen Sie dem Finanzamt glaubhaft machen können, dass Sie trotz anfänglicher Verluste einen Gewinn erzielen möchten. Ähnlich ist es, wenn Sie den Strom rein privat nutzen möchten. Dann liegt aus steuerlicher Sicht kein Gewerbebetrieb vor. Es bleibt ihr privates Vergnügen.

Solarzellen auf dem Dach – und nun?

Zuerst einmal zur Gemeinde. Wenn Sie eine Photovoltaik-Anlage betreiben, müssen Sie dies der Stadt mitteilen. Die Anlage stellt nämlich einen eigenen Gewerbebetrieb dar. Somit ist eine Gewerbeanmeldung erforderlich. Die Info wird dann direkt ans Finanzamt weitergeleitet. Allerdings verzichten viele Gemeinden darauf, wenn die Photovoltaik-Anlage eine gewisse Größe nicht überschreitet. Am besten bringen Sie das vorher bei Ihrer Gemeinde in Erfahrung – so sparen Sie sich Formulare und Gebühren.

Dem Finanzamt müssen Sie in diesem Fall aber dann selbst mitteilen, dass Sie Ihre Photovoltaik-Anlage in Betrieb nehmen. Dazu müssen keine bestimmten Formvorschriften erfüllt sein – ein normaler Brief genügt. Jetzt ist das Finanzamt an der Reihe. In den nächsten Tagen oder Wochen erhalten Sie per Post einen Fragebogen. Hier werden Ihre persönlichen Daten, die Art Ihres Gewerbes, die Höhe der Umsätze und des erwarteten Gewinns abgefragt. Anhand dieses Fragebogens kann das Finanzamt prüfen, welche Steuererklärungen Sie abgeben müssen. Außerdem kann Ihnen für die Photovoltaik-Anlage eine separate Steuernummer erteilt werden.

Infografik: Photovoltaik-Anlage & Steuern

 

Die Photovoltaik-Anlage in der Einkommensteuer

Die Photovoltaik-Anlage wird dann steuerlich wichtig, wenn Sie sie nicht nur rein privat nutzen. Sehr wahrscheinlich nutzen Sie nämlich nur einen Teil des Stroms selbst. Den anderen Teil verkaufen Sie vermutlich an einen Stromkonzern. Der zahlt Ihnen für die Stromlieferung Abschläge. Diese Abschläge sind ein gerngesehener Nebenverdienst. Man spricht dabei von der Einspeisevergütung. Die Höhe der Vergütung ist gesetzlich geregelt. Sie bekommen Sie garantiert ausgezahlt – und zwar für 20 Jahre!

Die Einnahmenüberschussrechnung zur Gewinnermittlung

Allerdings sind diese Einnahmen auch für das Finanzamt interessant: Sie sind nämlich steuerpflichtig. Da die Photovoltaik-Anlage einen Gewerbebetrieb darstellt, erzielen Sie durch den Stromverkauf Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Dabei handelt es sich um eine Gewinneinkunftsart. Sie müssen also für jedes Jahr einen Gewinn ermitteln. In der Regel dürfen Sie Ihren Gewinn mit der Einnahmenüberschussrechnung, kurz EÜR, ermitteln. Dabei erfassen Sie Ihre Betriebseinnahmen und Ihre Betriebsausgaben und errechnen daraus den Gewinn. Die EÜR dürfen Sie dann anwenden, wenn Ihr jährlicher Gewinn nicht höher als 60.000 Euro ist. Gleichzeitig darf Ihr Jahresumsatz nicht höher als 600.000 Euro sein.

Verlust

Sind die Betriebsausgaben höher als die Betriebseinnahmen entsteht Ihnen ein Verlust. Der Verlust kann, wenn das Finanzamt keine Liebhaberei vermutet, mit anderen Einkünften verrechnet werden – das spart Steuern! Sind im Steuerjahr Ihre Gesamteinkünfte im Jahr negativ, können Sie den Verlust in spätere Jahre mitnehmen. Dann wird er mit einem späteren Gewinn verrechnet.

Einkommensteuererklärung: Welche Anlagen sind wichtig?

Die Einnahmenüberschussrechnung geben Sie in der Anlage EÜR der Steuererklärung an. Der Gewinn wird dann automatisch aus der Anlage EÜR in die Anlage G (Einkünfte aus Gewerbebetrieb) übertragen.

Betriebseinnahmen bei der Photovoltaik-Anlage

Bei der EÜR werden Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben erfasst. Betriebseinnahmen aus dem Betrieb Ihrer Photovoltaik-Anlage sind die Erlöse, die Sie aus dem Stromverkauf haben. Verkaufen Sie den Strom umsatzsteuerpflichtig, zählt auch die Umsatzsteuer zu den Betriebseinnahmen. Sie haben folgende Möglichkeiten Ihren Strom zu verkaufen:

Garantierte Einspeisevergütung

Die Einspeisung ins Netz des Netzbetreibers ist die beliebteste Option. Hier hat der Gesetzgeber nämlich die garantierte Einspeisevergütung festgelegt. Diese Vergütungen sind Ihre Betriebseinnahmen.

Direktvermarktung

Für viele Neuanlagen ist keine Einspeisevergütung vom Netzbetreiber vorgesehen. Vielmehr muss der Strom direkt am Markt angeboten werden. Das gilt vom 1.8.2014 bis zum 1.1.2016 für Anlagen mit einer Leistung von mehr als 500 kW. Ab dem 1.1.2016 wurde die Grenze gesenkt: Jetzt sind auch Betreiber von Anlagen mit mehr als 100 kW Leistung zur Direktvermarktung verpflichtet. Zusätzlich zu dem Preis, den Sie für den Strom am Markt erhalten, wird Ihnen eine Marktprämie gezahlt.

Verkauf an Mieter

Natürlich können Sie den Strom auch direkt an die Endnutzer verkaufen: Bei einem Mietshaus könnten das zum Beispiel die Mieter sein. Die Einnahmen für den Stromverkauf werden dann aber nicht automatisch Vermietungseinkünfte. Sie müssen Sie weiterhin in der EÜR angeben.

10- Tage- Regel

Bei den Einnahmen für die Stromlieferung handelt es sich um regelmäßig wiederkehrende Einnahmen. Das heißt: Hier greift die 10-Tage-Regel! Abschläge, die Sie innerhalb von 10 Tagen vor und nach dem 31.12 erhalten haben, müssen Sie in dem Jahr angeben, in das sie wirtschaftlich gehören. Das gilt aber nur dann, wenn die ursprüngliche Fälligkeit der Zahlung auch innerhalb der 10 Tage liegt.

Betriebsausgaben bei der Photovoltaik-Anlage

Den Betriebseinnahmen stehen die Betriebsausgaben gegenüber. Das sind bei einer Photovoltaik-Anlage zum Beispiel Reparatur- und Wartungskosten, Versicherungspolicen und die Absetzung für Abnutzung, kurz AfA. Natürlich geht mit einer Photovoltaik-Anlage auch eine Menge Papierkram und Bürokratie einher. Anteilig können Sie z. B. die Kosten für Büromaterial oder Telefon angeben. Wenn Sie umsatzsteuerpflichtige Einnahmen erzielen, zählen auch geleistete Umsatzsteuerbeträge zu den Betriebsausgaben.

Photovoltaik und AfA?

Im Dach oder auf dem Dach? Das war lange die Frage. Nach neuer Rechtsprechung muss man hier aber nicht mehr unterscheiden: Sowohl auf dem Dach aufgesetzte, als auch in das Dach integrierte Solaranlagen sind selbstständige Wirtschaftsgüter. Das heißt, dass sie unabhängig vom Gebäude abnutzbar sind. Die AfA kann also separat erfolgen. Eine Photovoltaik-Anlage hat in der Regel eine Nutzungsdauer von 20 Jahren. Die Anschaffungskosten der Anlage, inklusive Wechselrichter, Montagekosten und weiteren Anschaffungs-Nebenkosten, müssen also auf 20 Jahre verteilt werden. Diese Abschreibungs-Methode nennt man lineare AfA.

Lineare Abschreibung

Die Anschaffungskosten werden bei der linearen AfA in gleichbleibenden Jahresbeträgen über die Nutzungsdauer verteilt. Bei der Photovoltaik-Anlage dürften Sie also jedes Jahr 5 Prozent der Kosten als Betriebsausgaben ansetzen. Die AfA muss allerdings monatsanteilig berechnet werden: Haben Sie die Anlage erst im Dezember 2019 angeschafft, dürfen Sie für da Jahr 2019 auch nur 1/12 des jährlichen AfA-Betrags angeben. Daraus ergibt sich dann auch, dass im letzten Abschreibungsjahr entsprechend nur 11/12 anzusetzen sind.

Grundlage für die Abschreibung sind die Netto-Anschaffungskosten, wenn Sie umsatzsteuerpflichtige Umsätze erzielen. Verzichten Sie jedoch auf die Umsatzsteuerpflicht, können Sie die Abschreibung vom Bruttobetrag berechnen.

Zuschüsse

Haben Sie Zuschüsse zu Ihrer Solaranlage erhalten? Zur Berechnung der AfA müssen Sie die Zahlung von den Anschaffungskosten abziehen. Die Kosten haben Sie nämlich nicht vollständig selbst getragen. Deswegen dürfen Sie auch nur die gekürzten Betriebsausgaben ansetzen.

Sonderabschreibung

Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, innerhalb der ersten fünf Jahre eine besondere Abschreibung zu nutzen: Die Sonderabschreibung. Sie ist ein beliebtes Mittel, um die Höhe des steuerlichen Gewinns in den Anfangsjahren zu senken. Ziel der Sonderabschreibung ist, kleine und mittlere Unternehmen in den Anlaufjahren Ihres Unternehmens steuerlich zu entlasten. Aber wie genau funktioniert das? Sie können 20 Prozent der Anschaffungskosten auf fünf Jahre verteilen. Und zwar zusätzlich zur bereits berechneten AfA! Wie Sie die 20 Prozent auf die fünf  Jahre aufteilen, ist Ihnen überlassen. Sie können die Sonderabschreibung auch bereits im ersten Jahr komplett aufbrauchen. Nach „Verbrauch“ der Sonderabschreibung müssen die „normalen“ AfA-Beträge allerdings neu auf die verbleibende Nutzungsdauer verteilt werden. Am Ende muss sich die Anlage nämlich vollständig amortisieren – also den Wert „Null“ haben. Ein negativer Wert ist nicht möglich.

Beispiel

Sie kaufen am 01.01.2020 eine Photovoltaik-Anlage für 25.000 Euro. Sie verkaufen 100 % des Stroms an den Netzbetreiber. Für die Jahre 2021-2024 möchten Sie die Sonderabschreibung anwenden. Und zwar in den ersten beiden Jahren je 5 %, im dritten Jahr 8 % und im letzten Jahr 2 %. Die planmäßige AfA pro Jahr wären 25.000 Euro / 20 Jahre = 1.250 Euro / Jahr. Folgende AfA-Beträge dürften Sie pro Jahr als Betriebsausgaben ansetzen:

JahrWert am 1.1.Planmäßige AbschreibungSonderabschreibungGesamt- AfAWert am 31.12.
202025.000 Euro1.250 Euro01.250 Euro23.750 Euro
202123.750 Euro1.250 Euro1.250 Eur0
(25.000 Euro x 5 %)
2.500 Euro21.250 Euro
202221.250 Euro1.250 Euro1.250 Euro
(25.000 Euro x 5 %)
2.500 Euro18.750 Euro
202318.750 Euro1.250 Euro2.000 Euro
(25.000 Euro x 8 %)
3.250 Euro15.500 Euro
202415.500 Euro1.250 Euro500 Euro
(25.000 x 2 %)
1.750 Euro13.750 Euro
Ab dem 01.01.2025 müssen Sie die jährliche AfA neu berechnen. Die Restnutzungsdauer beträgt 15 Jahre: 13.750 Euro / 15 Jahre = 917 Euro / Jahr. Bis zum Jahr 2040 dürfen Sie jährlich nur noch 917 Euro als Abschreibung absetzen.

Durch die Sonderabschreibung lassen sich vor allem in den Anfangsjahren Steuern sparen. Allerdings müssen Sie zunächst einige Voraussetzungen erfüllen, um die Regelung zu nutzen:

  • Sie müssen tatsächlich Einnahmen haben (Verkauf von Strom).
  • Die Anschaffungskosten müssen niedriger als 235.000 Euro sein.
  • Sie müssen die Anlage Ihren Betriebsvermögen zuordnen.

Zuordnung zum Betriebsvermögen

Das Finanzamt erkennt die Zuordnung Ihrer Photovoltaik-Anlage dadurch, dass Sie die Einnahmen und Ausgaben dazu in der Steuererklärung angeben. Zusätzlich können Sie aber auch vorab einen Brief ans Finanzamt schreiben. In diesem informieren Sie dann darüber, dass Sie die Anlage Ihrem Betriebsvermögen zuordnen.

Erst sparen, dann anschaffen: Der Investitionsabzugsbetrag

Es kommt noch besser: Nicht nur durch die (Sonderabschreibung) mindert sich Ihr steuerpflichtiger Gewinn. Es gibt eine Möglichkeit, wie Sie schon vor der Anschaffung der Photovoltaik-Anlage Steuern sparen können. Und zwar mit dem Investitionsabzugsbetrag, kurz IAB. Bereits drei Jahre vor der Anschaffung können Sie bis zu 40 Prozent der erwarteten Anschaffungskosten steuermindernd ansetzen. Aber wie genau sehen hier die Regeln aus?

Folgende Regeln müssen Sie beachten:

  • Sie müssen die Photovoltaik-Anlage innerhalb der nächsten drei Jahre tatsächlich anschaffen.
  • Im Jahr der Anschaffung darf der IAB nicht mehr abgezogen werden.
  • Sie dürfen maximal 40 Prozent der voraussichtlichen Anschaffungskosten (netto) abziehen.
  • Insgesamt dürfen Sie maximal 200.000 Euro als IAB bilden.
  • Das Finanzamt muss bereits wissen, dass Sie die Photovoltaik-Anlage anschaffen wollen.

Übrigens

Mit IAB und Sonderabschreibung sparen Sie doppelt: Wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen, dürfen Sie beide Regelungen anwenden.

Auflösung des IAB

Natürlich hat der Staat nichts zu verschenken. Deswegen müssen Sie im Jahr der Anschaffung den IAB wieder als Einnahme hinzurechnen. Und zwar in der Höhe, in der Sie ihn zuvor als Betriebsausgabe angesetzt haben. Was Sinn und Zweck davon ist? Ganz einfach: Im Jahr vor der Anschaffung können Sie so einen Verlust aus dem noch nicht vorhandenen Betrieb mit Ihren übrigen Einkünften verrechnen. Das spart Steuern. Im Anschaffungsjahr rechnen Sie den IAB zwar wieder gewinnwirksam hinzu. Allerdings erzielen Sie im ersten Jahr vermutlich sowieso noch keinen großen Gewinn. Deshalb wirkt sich die Hinzurechnung im besten Fall hier steuerlich nicht drastisch aus.

Minderung der Anschaffungs- und Herstellungskosten

Außerdem gibt es noch einen Trick: Gleichzeitig mit der Hinzurechnung können Sie die AfA-Bemessungsgrundlage gewinnwirksam mindern. Das bedeutet im Klartext: Sie rechnen den IAB zwar dem Gewinn hinzu. Gleichzeitig mindern Sie die AfA-Bemessungsgrundlage in der gleichen Höhe. Das stellt eine Gewinnminderung dar. Für die AfA bedeutet das allerdings, dass Sie nicht auf die ursprünglichen Anschaffungskosten berechnet wird. Von denen muss dann nämlich erst der IAB abgezogen werden. Auf den geminderten Betrag wird dann die AfA neu berechnet.

Beispiel

Sie planen, sich im Jahr 2021 eine Photovoltaik-Anlage zur ausschließlichen Stromeinspeisung anzuschaffen. Sie haben sich bereits ein Angebot eingeholt und bestellt. Die Kosten betragen 29.750 Euro (brutto). Für das Jahr 2020 möchten Sie 40 Prozent der Anschaffungskosten als IAB abziehen. Der Gewinn im Jahr 2021 beträgt 2.000 Euro.

1. Bildung des IAB 2020
Nettoanschaffungskosten: 29.750 Euro / 1,19 = 25.000 Euro
Berechnung IAB: 25.000 x 40 % = 10.000 Euro
Gewinnminderung durch IAB: 10.000 Euro
2. Auflösung des IAB 2021
Gewinnerhöhung durch IAB: 10.000 Euro
3. Minderung der Anschaffungskosten 2021
Anschaffungskosten (netto): 25.000 Euro
Minderung durch IAB ( =Gewinnminderung): 10.000 Euro
Neue AfA-Grundlage: 15.000 Euro

Ist die Photovltaik-Anlage umsatzsteuerpflichtig?

In den meisten Fällen haben Sie die Wahl, ob Sie den Strom an den Netzbetreiber umsatzsteuerpflichtig verkaufen oder nicht. Umsatzsteuer heißt: Zusätzliche Steuererklärung und zusätzliche Kosten? Jein. In der Regel ist es für Sie sogar günstiger, sich für die Umsatzsteuer zu entscheiden. Wir erklären Ihnen, wieso:

Mit der Photovoltaik-Anlage zum Unternehmer

Sobald Sie regelmäßig Strom an den Netzanbieter verkaufen, werden Sie umsatzsteuerlich zum Unternehmer. Aber was genau heißt das? Das bedeutet:

  • Sie dürfen sich die Vorsteuer auf den Kaufpreis der Photovoltaik-Anlage zurückholen
  • Sie liefern als Unternehmer Strom. Für diese Stromlieferung müssen Sie 19 Prozent Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen.
  • Gleichzeitig dürfen Sie aber auch die Vorsteuer auf gezahlte Rechnungen vom Finanzamt zurückfordern.
  • Hierfür ist es aber erforderlich, dass Sie die Anlage auch Ihrem Unternehmen zuordnen.
  • Für die teilweise private Verwendung des Stroms, müssen Sie für diese Privatentnahme ebenfalls Umsatzsteuer an das Finanzamt bezahlen.
  • Die Umsatzsteuer müssen Sie in regelmäßigen Voranmeldungen und einer abschließenden Jahreserklärung dem Finanzamt mitteilen.

Das klingt erstmal nach viel Arbeit. Deshalb bietet Ihnen der Gesetzgeber das Wahlrecht, auf die Umsatzsteuer zu verzichten.

Was ist die Kleinunternehmerregelung?

Umsatzsteuer: Ja oder nein? Um dieses Wahlrecht nutzen zu können, darf Ihr Betrieb nicht zu groß sein. Bisher durfte Ihre Bruttoumsatz des Vorjahres dafür nicht mehr sein als 17.500 Euro. Diese Grenze wird aber ab 2020 angehoben: Jetzt können auch Unternehmen, die im Jahr 2019 einen Umsatz bis zu 22.000 Euro hatten, von der Kleinunternehmerregelung profitieren. Überschreiten Sie im nächsten Jahr die Grenze, werden Sie nicht sofort umsatzsteuerpflichtig. Solange Ihr Umsatz weiterhin unter 50.000 Euro im Jahr liegt, gilt eine Schonfrist: Erst im Jahr darauf müssen Sie die Umsatzsteuer abführen.

Wenn Sie sich für die Kleinunternehmerregelung entscheiden, bedeutet das für Sie:

  • Ans Finanzamt müssen Sie keine Umsatzsteuer abführen.
  • Dafür dürfen Sie sich aber auch keine Vorsteuerbeträge vom Finanzamt erstatten lassen.
  • Sie geben deshalb keine Erklärung oder Voranmeldung beim Finanzamt ab.
  • In der Ausgangsrechnung dürfen Sie keine Umsatzsteuer ausweisen (weder den Betrag noch den Steuersatz).
  • Sie sind für fünf Jahre an die Kleinunternehmerregung gebunden.

Aber nur, weil bei der Kleinunternehmerregelung keine Umsatzsteuer gezahlt werden muss, heißt das nicht, dass Sie dadurch sparen. Im Gegenteil: In der Regel bringt gerade die Option zur Umsatzsteuer Ihnen die größeren Vorteile.

Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung

Sie dürfen natürlich auch auf die Kleinunternehmerregelung verzichten. Man sagt dann, dass Sie zur Umsatzsteuer optieren. Aber wieso sollte das sinnvoll sein? Ganz einfach: Zwar müssen Sie dabei Umsatzsteuer ans Finanzamt abführen. Gleichzeitig dürfen Sie aber auch Vorsteuerbeträge zum Beispiel aus der Anschaffung der Anlage oder aus Reparaturkosten zurückfordern. Das kann sich lohnen: Sind Ihre Vorsteuerbeträge größer als die Umsatzsteuer, erhalten Sie eine Erstattung vom Finanzamt.

Umsatzsteuer oder Vorsteuer?

Bei Umsatzsteuer oder Vorsteuer handelt es sich nicht um zwei verschiedene Steuerarten. Beide bezeichnen dasselbe: nämlich die Umsatzsteuer. Allerdings jeweils aus einer anderen Perspektive: Als Umsatzsteuer bezeichnet der Unternehmer die Steuer, die er vereinnahmt. Und zwar dadurch, dass er Sie auf den (Netto)preis seiner Ware oder Dienstleistung erhebt. Diese vereinnahmte Umsatzsteuer muss er auch an das Finanzamt abführen.

Als Vorsteuer hingegen bezeichnet man die vom Unternehmen an andere Unternehmer gezahlte Umsatzsteuer. Z. B. für den Bezug von Waren oder Dienstleistungen. Diese gezahlten Vorsteuerbeträge meldet er ebenfalls dem Finanzamt und bekommt Sie erstattet. Der Sinn des Ganzen: Der Unternehmer soll durch die Umsatzsteuer nicht wirtschaftlich belastet werden. Sie soll lediglich dem Endverbraucher (Nicht-Unternehmer) in voller Höhe berechnet werden.

Die Option zur Umsatzsteuer kann finanziell ein großer Vorteil sein. Damit sind aber auch gewisse Pflichten verbunden:

  • In Ihren Ausgangsrechnungen müssen Sie die Umsatzsteuer ausweisen
  • Sie müssen die Umsatzsteuer ans Finanzamt erklären und abführen
  • Die Abschreibungen werden auf die Netto-Anschaffungskosten berechnet
  • Sie müssen Umsatzsteuer auf Ihren Privatverbrauch des Stroms zahlen

Übrigens

Der Netzbetreiber muss auf die Einspeisevergütung zusätzlich die Umsatzsteuer zahlen, wenn Sie sich für die Option entscheiden. Sie führen die Umsatzsteuer ans Finanzamt ab. An der Höhe der Vergütung, die für Sie übrig bleibt, ändert sich damit nichts.

Sie möchten auf die Kleinunternehmerregelung verzichten? Ihre Entscheidung müssen Sie dem Finanzamt mitteilen. Dafür reichen Sie einfach eine Umsatzsteuervoranmeldung ein. Außerdem können Sie dem Finanzamt Ihre Wahl auch in einem gesonderten Schreiben mitteilen.

Muss ich eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben?

Mit der Umsatzsteuer kommt die Pflicht zur Abgabe von regelmäßigen Voranmeldungen. Voranmeldungen sind wie bei einer Steuererklärung in bestimmten Abständen abzugeben. Darin teilen Sie dem Finanzamt mit, wieviel Umsatzsteuer Sie vereinnahmt haben (Einspeisevergütung) und zu welchem Steuersatz (in der Regel 19 Prozent). Außerdem erklären Sie, für welche Ausgaben Sie Vorsteuerbeträge geltend machen wollen. Umsatzsteuer und Vorsteuer werden dann miteinander verrechnet. Je nachdem, in welche Richtung daraus ein Überhang entsteht, heißt das für Sie: Nachzahlung oder Erstattung.

Wichtig

Die Umsatzsteuer-Voranmeldung müssen Sie immer abgeben. Ganz egal, ob Sie in dem Monat überhaupt Erlöse hatten oder nicht.

Vereinnahmtes vs. vereinbartes Entgelt

Welche Einnahmen müssen Sie erklären? Das, was Sie tatsächlich erhalten haben oder das, was vereinbart wurde? Man spricht hier von Ist- bzw. Soll-Versteuerung. Der Unterschied: Bei der Soll-Versteuerung ist der Zeitpunkt der Leistung (hier: Stromlieferung) ausschlaggebend. Ganz egal, wann  Ihnen eine Zahlung dafür zufließt. Das heißt, dass vereinbarte Entgelt wird besteuert. Die Soll-Versteuerung ist der Regelfall. Ausnahmsweise kann aber auch das vereinnahmte Entgelt versteuert werden. Wichtig ist also der Zahlungszeitpunkt. Das ist die Ist-Versteuerung. Sie kann angewendet werden, wenn der Vorjahresumsatz bzw. der Gesamtumsatz im Jahr der Eröffnung weniger betragen hat.

Die Ist-Besteuerung können Sie beim Finanzamt beantragen. Nach der Anmeldung Ihres Gewerbes schickt Ihnen das Finanzamt einen Fragebogen. Bereits hier haben Sie die Möglichkeit, die Ist-Versteuerung zu wählen.

Die Umsatzsteuer muss immer für den Voranmeldungszeitraum erklärt werden, indem entweder die Zahlung oder die Stromlieferung stattfand. Man sagt auch: Die Steuer entsteht mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums.

Tipp

Wir empfehlen Ihnen, sich für die Ist-Besteuerung zu entscheiden. Sie ist in der Regel mit weniger Verwaltungsaufwand verbunden. Außerdem zahlen Sie die Umsatzsteuer ans Finanzamt erst dann, wenn auch der Kunde seine Rechnung beglichen hat. So müssen Sie keinen „Vorschuss“ leisten.

Welche Fristen und Termine gibt es bei der Umsatzsteuer?

Die Umsatzsteuervoranmeldung müssen Sie im ersten und im zweiten Jahr immer monatlich abgeben. Die Übermittlung ist nur auf elektronischem Wege möglich. Und zwar haben Sie dafür nicht lange Zeit: Das Finanzamt erwartet Ihre Meldung schon bis zum 10. Tag des jeweils folgenden Monats. Die Umsatzsteuervoranmeldung für den Monat Januar müssen Sie also schon bis zum 10. Februar abgegeben haben – und auch zahlen. Die Zahlung muss innerhalb von drei Tagen nach dem 10. beim Finanzamt eingehen.

Ab dem dritten Jahr können Sie Glück haben: Die Voranmeldung müssen Sie nur noch vierteljährlich abgeben. Und zwar, wenn Sie im zweiten Jahr insgesamt 7.500 Euro oder weniger gezahlt haben (Umsatzsteuer minus Vorsteuer). Noch besser: Waren es insgesamt sogar weniger als 1.000 Euro, müssen Sie gar keine Voranmeldungen mehr abgeben. Dann genügt die Jahreserklärung.

Mehr Zeit verschafft die Dauerfristverlängerung

Die Frist bis zur Abgabe der Voranmeldung ist sehr knapp bemessen. Deshalb können Sie die Frist auf Antrag beim Finanzamt verlängern. Das nennt man Dauerfristverlängerung. Die Frist verschiebt sich dann um einen Monat. Die Voranmeldung Januar müsste dann erst bis zum 10. März erfolgen. Allerdings ist Eile geboten:  Der Antrag muss für die monatliche Voranmeldung bis zum 10. Februar des aktuellen Jahres erfolgen. Bei vierteljährlicher Zahlung bis zum 10. April. Im ersten Jahr Ihres Photovoltaik-Betriebs können Sie aber den Antrag jederzeit stellen.

Sonder-Vorauszahlung

Wenn Sie einen Antrag auf Dauerfristverlängerung stellen, wird eine Sonder-Vorauszahlung fällig. Die Frist verschiebt sich zwar um einen Monat. Trotzdem müssen insgesamt 12 Vorauszahlungen geleistet werden. Daher wird von der Summe der Vorauszahlungen im Vorjahr 1/11 berechnet. Deshalb spricht man auch von der 1/11-Vorauszahlung. Die Sonderzahlung müssen Sie bis zum 10. Februar leisten. Im ersten Jahr müssen für die Sonderzahlung die Umsätze geschätzt werden.

Was ist die Umsatzsteuererklärung

Als wären die monatlichen Voranmeldungen nicht genug, müssen Sie am Jahresende noch eine zusätzliche Erklärung abgeben: Die Umsatzsteuer-Jahreserklärung. Hierfür haben Sie bis zum 31. Juli des Folgejahres Zeit. Bis zu einer Umsatzsteuerlast von 1.000 Euro dürfen Sie auf die Voranmeldungen verzichten und müssen lediglich die Jahreserklärung abgeben.

Aber wozu der doppelte Aufwand bei regelmäßigen Voranmeldungen? Ganz einfach: Die Umsatzsteuererklärung stellt eine Zusammenfassung dar. Mit den monatlichen bzw. vierteljährlichen Anmeldungen leisten Sie regelmäßig Vorauszahlungen. Am Ende des Jahres wird aber mit der Umsatzsteuererklärung eine Art Kassensturz gemacht: Waren die Vorauszahlungen zu hoch? Dann können Sie mit einer Erstattung rechnen. Waren Sie aber zu niedrig, müssen Sie mit der Jahreserklärung nochmal drauflegen. Folgende Beträge werden in der Umsatzsteuer-Jahreserklärung verrechnet:

  • Alle Umsätze in einer Summe, jeweils getrennt nach 19- und 7-prozentiger Umsatzsteuer
  • Alle Vorsteuersteuerbeträge, die Sie gegenrechnen dürfen
  • Sämtliche Vorauszahlungen bzw. Erstattungen, die sich aus den Vorauszahlungen ergeben haben (inkl. 1/11-Vorauszahlung)

Achtung! Errechnen Sie in der Umsatzsteuer-Jahreserklärung eine Nachzahlung, dürfen Sie nicht zu lange warten. Die Zahlung ist einen Monat nach der Abgabe Ihrer Erklärung fällig. Sie erhalten dafür in der Regel keine gesonderte Zahlungserinnerung. Unsere Empfehlung für Sie: Richten Sie einen Lastschrifteinzug ein. So können Sie die Frist nicht versäumen.

Übersicht Umsatzsteuer

 ZyklusAbgabe (ohne Dauerfristverlängerung)Zahlung (Schonfrist: 3 Tage)
UmsatzsteuervoranmeldungMonatlich10. des Folgemonats10. des Folgemonats
UmsatzsteuervoranmeldungVierteljährlich
1. Quartal
2. Quartal
3. Quartal
4. Quartal

10. April
10. Juli
10. Oktober
10. Januar des Folgejahres

10. April
10. Juli
10. Oktober
10. Januar des Folgejahres
Umsatzsteuer- ErklärungJährlich31. Juli des FolgejahresEinen Monat nach Abgabe der Erklärung

Wichtig: Zuordnung der Photovoltaik-Anlage

Sie haben sich dazu entschieden, auf die Kleinunternehmerregelung zu verzichten und wollen jetzt den vollen Vorsteuerabzug nutzen? Dann wird folgendes entscheidend: die Zuordnung der Photovoltaik-Anlage. Als Zuordnung bezeichnet man die Entscheidung, die Sie über die unternehmerische Nutzung der Anlage treffen. Die hohen Vorsteuerbeträge aus den Anschaffungs- und Herstellungskosten erstattet das Finanzamt nur, wenn Sie die Anlage als Unternehmensvermögen zuordnen. Das ist möglich, wenn sie die Solaranlage zu mindestens 10 % zum Verkauf des Stroms nutzen.

Ihre Entscheidung müssen Sie dem Finanzamt auch mitteilen. Und zwar rechtzeitig: Spätestens mit der Umsatzsteuer-Jahreserklärung (Frist 31.7. des Folgejahres). Möglich ist auch, die Zuordnung schriftlich dem Finanzamt mitzuteilen. Ausreichend ist aber, dass Sie in den Voranmeldungen bzw. spätestens in der Jahreserklärung die Vorsteuer der Anschaffungs- und Herstellungskosten angeben. Damit weiß das Finanzamt Bescheid.

Achtung

Halten Sie die Frist zur Zuordnung Ihrer Photovoltaik-Anlage unbedingt ein. Wird sie nämlich versäumt, geht Ihnen der gesamte Vorsteuerbetrag aus den Anschaffungs- und Herstellungskosten verloren.

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Private Stromnutzung: Der Eigenverbrauch

Vermutlich haben Sie sich die Photovoltaik-Anlage nicht nur zum Stromhandel angeschafft. Vielmehr möchten Sie den selbst erzeugten Strom auch selbst nutzen. Wenn Sie den produzierten Strom teilweise verkaufen und teilweise selbst nutzen, spricht man bei der privaten Nutzung von Eigenverbrauch. Aber welche Auswirkungen hat der teilweise Eigenverbrauch auf die Betriebsausgaben oder den Vorsteuerabzug? Und wie berechnet man den Wert dieses Eigenverbrauchs?

So berechnen Sie den Eigenverbrauch für die Einkommensteuer

Zur Ermittlung Ihres steuerlichen Gewinns aus der Photovoltaik-Anlage werden die Betriebsausgaben von den Betriebseinnahmen abgezogen. Was aber, wenn Sie zwar alle Ausgaben als Betriebsausgabe absetzen, aber nur einen Teil von dem Strom verkaufen? Um das Gleichgewicht zu halten, muss der private Teil der Stromnutzung ebenfalls als Betriebseinnahme angegeben – und damit versteuert – werden. Zur Berechnung des Eigenverbrauchs haben Sie drei Möglichkeiten:

Pauschale Ermittlung

In der Regel akzeptieren es die Finanzämter, wenn Sie den Eigenverbrauch mit 20 Cent pro Kilowattstunde (kWh) ansetzen.

Fiktiver Einkaufspreis

In manchen Fällen ist die Pauschale allerdings nachteilig für Sie. Das ist dann der Fall, wenn der Preis pro kWh tatsächlich geringer ist als 20 Cent. Hierfür müssen Sie wissen, wieviel Sie für den Strom zahlen müssten, wenn Sie ihn direkt vom kaufen würden. Diesen Preis multiplizieren Sie dann mit den privat verbrauchten kWh.

Auf Grundlage der Anschaffungs- und Herstellungskosten

Als dritte Möglichkeit können Sie einen individuellen monatlichen Wert anhand der Anschaffungs- und Herstellungskosten ermitteln. Dafür addieren Sie die Betriebsausgaben, die sich im Jahr aus Abschreibung, Finanzierungszinsen und sonstigen Ausgaben, die die Anschaffung der Anlage betreffen, ergeben. Dazu müssen Sie das Verhältnis des Eigenverbrauchs zum insgesamt produzierten Strom ermitteln. Daraus ergibt sich eine Prozentzahl, die Sie mit den zuvor ermittelten Betriebsausgaben multiplizieren.

Wichtig

Der Eigenverbrauch ist nur bei teilweiser privater Stromnutzung wichtig. Verkaufen Sie den Strom zu 100 Prozent an den Netzbetreiber, müssen Sie selbstverständlich keine Beträge für den Eigenverbrauch versteuern.

So berechnen Sie den Eigenverbrauch für die Umsatzsteuer

Auch bei der Umsatzsteuer ist der Eigenverbrauch zu berücksichtigen. Denn: Wenn Sie die Anlage Ihrem Unternehmen voll zuordnen, erhalten Sie den Vorsteuerabzug auf sämtliche Ausgaben. Für private Kosten dürfen Sie aber keine Vorsteuer geltend machen. Deswegen muss hier eine Korrektur für die Privatnutzung erfolgen. Man könnte natürlich die Vorsteuer um den Anteil der Privatnutzung kürzen. Allerdings wird hier in der Regel ein anderer Weg gegangen: Man rechnet stattdessen die Umsatzsteuer auf die private Lieferung hinzu. So ist der gesamt produzierte Strom umsatzsteuerpflichtig. Deshalb dürfen 100 Prozent der Vorsteuerbeträge gegengerechnet werden.

Zur Ermittlung der Umsatzsteuer auf den Privatverbrauch gibt es für Photovoltaik-Anlagen unterschiedliche Vorgehensweisen. Je nachdem, ob sie  bis zum oder ab dem 31.03.2012 in Betrieb genommen wurden.

Inbetriebnahme bis 31.03.2012

Für Photovoltaik-Anlagen, die Sie vor dem 31.03.2012 in Betrieb genommen haben, wurde vom Netzbetreiber der gesamte erzeugte Strom vergütet. Also auch der Strom, den Sie letztendlich privat genutzt haben. Deshalb konnte man für die Berechnung des Eigenverbrauchs fingieren, dass der gesamte Strom an den Netzbetreiber verkauft wurde. Die Umsatzsteuer wird dadurch abgeführt für:

(1) Einspeisevergütung des Netzbetreibers

(2) Vergütung für den selbstgenutzten Strom

(3) Differenz der Vergütungen für eingespeisten und selbstgenutzten Strom

Beispiel

Insgesamt produzieren Sie mit Ihrer Photovoltaik-Anlage 5.000 kWh Strom. Davon speisen Sie 3.000 kWh ein und verbrauchen 2.000 kWh selbst. Die Einspeisevergütung beträgt 43,01 Cent (netto) pro kWh. Die Vergütung für den selbstgenutzten Strom beträgt 25,01 Cent (netto) pro kWh.

Der gesamte produzierte Strom unterliegt der Umsatzsteuer:
5.000 kWh x 43,01 Cent = 2.150,50 Euro

Der Betrag teilt sich auf in:
(1) Einspeisevergütung
3.000 kWh x 43,01 Cent = 1.290,30 Euro
(2) Vergütung für selbstgenutzten Strom
2.000 kWh x 25,01 Cent = 500,20 Euro
(3) Differenz zwischen (1) und (2) für den selbstgenutzten Strom
43,01 Cent – 25,01 Cent = 18 Cent
2.000 kWh x 18 Cent = 360 Euro

Inbetriebnahme ab 31.03.2012

Haben Sie Ihre Anlage erst nach dem 31.03.2012 in Betrieb genommen, wird der Eigenverbrauch anders ermittelt. Das liegt daran, dass für jüngere Anlagen keine Vergütung mehr für den selbst genutzten Strom bezahlt wird. Da Sie keine Vergütung mehr erhalten, müssen Sie für den Eigenverbrauch einen fiktiven Umsatz errechnen. Im Umsatzsteuerrecht nennt man das auch unentgeltliche Wertabgabe. Den Anteil des privat genutzten Stroms ermittelt Sie, indem Sie vom gesamten erzeugten Strom den eingespeisten Strom abziehen. Diesen Anteil müssen Sie dann mit dem Preis des Stroms bewerten. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Pauschal mit 20 Cent pro kWh
  • Wenn Sie den Strom direkt von der Anlage nutzen, setzen Sie den Preis an, den Sie  beim Netzbetreiber zahlen müssten.
  • Falls Sie zusätzlich Strom von einem Energieversorger beziehen, setzen Sie den Preis an, den Sie tatsächlich für diesen Strom zahlen.

Das gute an den verschiedenen Möglichkeiten ist, dass Sie sich für die günstigere Variante entscheiden dürfen!

Wie viel Strom hat die Anlage produziert?

Das ist im Zweifel nur schwer festzustellen. Neue Anlagen von 10 – 1.000 kW haben häufig bereits eine entsprechende Messeinrichtung integriert. Mit dieser lässt sich die erzeugte Strommenge einfach feststellen. Haben Sie diese Einrichtung in Ihre Anlage nicht, gibt es eine Vereinfachung:
Als jährliche Leistung werden 1.000 kWh pro kW-Leistung angenommen. Hat Ihre Anlage also eine Leistung von 8 kW, beträgt die jährliche Leistung schätzungsweise 8.000 kWh. Die so errechnete Gesamtleistung muss in manchen Fällen zeitanteilig gekürzt werden. Und zwar für die Monate, in denen die Anlage nicht in Betrieb war (Anschaffungsjahr, Defekt, …).

 

Allerdings ist diese Bewertung ungenau. Es handelt sich dabei nämlich um eine sehr optimistische Schätzung der Leistung, die sich an den günstigsten Verhältnissen orientiert. In der Regel kann diese Leistung aber gar nicht erreicht werden. Denn die Höchstleistung wurde ohne Berücksichtigung von Abnutzung, Wetter und Jahreszeiten errechnet.

Ab 2019: Erleichterung bei der Gewerbesteuer

Aller guten Dinge sind drei: Neben Einkommensteuer und Umsatzsteuer spielt auch die Gewerbesteuer eine Rolle. Denn Sie erzielen gewerbliche Einkünfte. Aber es gibt eine gute Nachricht: Seit dem 1.1.2019 müssen Sie für kleine Photovoltaik-Anlagen keine  Gewerbesteuererklärung mehr abgeben. Sie ist nur noch erforderlich, wenn Sie eine Anlage mit einer Leistung von mehr als 10 kW betreiben. In den meisten Fällen liefert die Gewerbesteuererklärung für die Photovoltaik-Anlage nämlich sowieso ein Ergebnis von Null. Der Freibetrag, bis zu dem keine Steuer fällig wird, liegt nämlich bei einem Gewerbe-Ertrag von 24.500 Euro.

Sie betreiben eine Anlage mit einer Leistung von mehr als 10 kW? Sie sind jetzt zwar dazu verpflichtet, die Erklärung auszufüllen und abzugeben. Aber selbst, wenn Sie über dem Freibetrag liegen: die Gewerbesteuer kann weitgehend auf die Einkommensteuer angerechnet werden. Insofern sind Sie nur durch den Mehraufwand belastet.

Wann fällt Grunderwerbsteuer an?

Hatte ich nicht gesagt, aller guten Dinge sind drei? Vollständigkeitshalber soll an dieser Stelle trotzdem noch die Grunderwerbsteuer angesprochen werden. Diese muss gezahlt werden, wenn Sie ein Grundstück kaufen. Aber was gilt, wenn auf dem Grundstück eine Photovoltaik-Anlage vorhanden ist (z.B. auf dem Dach des Gebäudes)? Unterliegt Sie dann auch der Grunderwerbsteuer? Auch hier gilt wie so oft: Es kommt drauf an, ob der Strom…

… allein zur Selbstversorgung genutzt wird

In diesem Fall zählt die Anlage als Bestandteil des Gebäudes. Sie müssen den Teil des Kaufpreises herausrechnen, der auf die Solaranlage entfällt. Denn: Der Preis für die Anlage zählt zu den Kosten dazu, auf die Sie Grunderwerbsteuer zahlen müssen.

… ganz oder teilweise ins Netz eingespeist wird

Wenn der Strom auch nur zu einem Teil an den Netzbetreiber verkauft wird, liegt eine gewerbliche Tätigkeit vor. Die Anlage zählt damit als Betriebsvorrichtung. Das heißt: Sie ist unabhängig von Gebäude oder Grundstück zu betrachten und unterliegt nicht der Grunderwerbsteuer.

… durch Dachziegel-Photovoltaik-Anlagen produziert wird

Bei Dachziegel-Photovoltaik-Anlagen sind die Solarzellen direkt in den Ziegeln integriert. Damit kann die Anlage nicht unabhängig als Betriebsvorrichtung angesehen werden. Vielmehr gehört Sie untrennbar zum erworbenen Grundstück und Gebäude mit dazu. Und deswegen ist auch hier der Anteil des Kaufpreises, der für die Solaranlage gezahlt wird, grunderwerbsteuerpflichtig.

In der Regel: Keine Bauabzugsteuer

Bauabzugsteuer muss von Unternehmen gezahlt werden, die Bauleistungen in Auftrag geben. Da Sie durch den Stromverkauf Unternehmer sind, kommt für Sie also auch die Bauabzugsteuer in Betracht. Die Errichtung sowie Reparaturen an der Photovoltaik-Anlage zählen als Bauleistungen. Die Steuer beträgt 15 Prozent des Preises für die Bauleistung. Das bedeutet also, dass Sie 15% des Rechnungsbetrags nicht an den Handwerker bezahlen, sondern direkt an das Finanzamt des Handwerkers. Dazu haben Sie auch nur bist zum 10. des Folgemonats Zeit. Der Handwerker erhält im Umkehrschluss nur 85% der Rechnung von Ihnen.

Tipp

Fragen Sie den Auftragnehmer nach einer gültigen Freistellungsbescheinigung. Lassen Sie sich eine Kopie geben. Liegt alles vor, müssen Sie die Bauabzugssteuer nicht ans Finanzamt zahlen und alles läuft wie gewohnt.
Rechnungsbeträge bis zu 5.000 Euro sind von der Steuer befreit. Bei Vermietern gilt sogar eine Grenze von 15.000 Euro.

Was gilt beim Batteriespeicher?

Das ist natürlich eine tolle Idee: Den selbst produzierten Strom einfach speichern und jederzeit verfügbar haben. Das geht mit einem Batteriespeicher. Und die Option wird immer beliebter. Erst recht, da die garantierte Einspeisevergütung immer weiter sinkt. Aber gibt es für Batteriespeicher besondere steuerliche Regeln?

Nachträglicher Einbau

Wurde Ihr Batteriespeicher erst nachträglich eingebaut, sieht es steuerlich nicht so gut aus. Sowohl die Finanzämter als auch die Finanzgerichte sagen hier klar: das ist Eigenverbrauch. Die Batterie gehört damit nicht zum Gewerbebetrieb der Photovoltaik-Anlage, sondern ist rein privat. Als Folge dürfen Sie die Kosten für Kauf, Einbau und  Batteriewechselrichter nicht steuerlich geltend machen.

Nur wenn Sie die Anlage vor dem 1.4.2012 in Betrieb genommen haben, können Sie die Aufwendungen ansetzen. Für diese älteren Anlagen gilt auch die oben beschriebene Fiktion, dass der gesamte Strom an den Netzbetreiber verkauft wird. Also sowohl die tatsächliche Einspeisung als auch der Eigenverbrauch. Daher gelten auch Batteriespeicher für diese Anlagen ausschließlich als unternehmerisch genutzt. Deshalb können Sie die Kosten dafür absetzen.

Zeitgleicher Einbau

Sie planen, eine neue Photovoltaik-Anlage zu bauen? Dann macht es womöglich Sinn, direkt einen Batteriespeicher mit einzuplanen. Zur steuerlichen Behandlung gibt es allerdings bisher leider keine klare Linie:

Die Bundesländer gehen teilweise völlig unterschiedlich mit diesem Thema um. Teilweise wird der Batteriespeicher nur dem privaten Bereich zugeordnet. Die Folge ist, dass Sie die Kosten überhaupt nicht bei der Steuer ansetzen können. Für andere Bundesländer kommt es darauf an, an welcher Stelle in der Anlage der Batteriespeicher tatsächlich eingebaut wird.

Gute Aussichten haben Sie, wenn der Batteriespeicher vor dem Wechselrichter eingebaut wird. Auf diese Weise können Sie argumentieren, dass die Batterie ein untrennbarer Bestandteil der gesamten Photovoltaik-Anlage ist. Der Vorteil ist, dass die Kosten für den Batteriespeicher zusammen mit den Anschaffungskosten der Anlage berücksichtigt werden können. Und zwar nicht nur die Anschaffungskosten, sondern auch die Umsatzsteuer.

Lieber nachfragen

Da es bisher (Stand Anfang 2020) keine einheitlichen Regelungen gibt, fragen Sie vorsichtshalber direkt bei Ihrem Finanzamt nach.

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Steuerberatung?

Einzelfragen zu Ihrer Steuererklärung darf leider nur ein Steuerberater beantworten. Wir freuen uns jedoch über Lob und Kritik und nehmen Ihre Anregungen gerne für zukünftige Beiträge auf.
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10 Kommentare

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  1. 1
    Walter Hanz

    Soweit ich das verstanden habe, muss ich mindestens 0,20€ je kWh selbst verbrauchten Strom aus der PV-Anlage steuerlich ansetzen. Bei mir entfallen Darlehenszinsen, weil ich die PV-Anlage mit meinen Privatmitteln reealisiert habe. So komme ich mit AfA von 20 Jahren, Wartungs- und Instandhaltungskosten auf einen kWh-Preis von 0,10€; Warum muss ich Umsatrzsteuer für meinen selbst genutzten Strom auf der Basis von 0,20€ ansetzen und nicht von den tatsächlichen Selbstkosten von 0,10€/kWh?

    • 2
      Carina Hagemann

      Guten Tag Herr Hanz,

      der pauschale Ansatz von 20 Cent je kWh sind ist eine Möglichkeit, die Privatnutzung pauschal anzusetzen.
      Sie können aber auch eine andere Bewertungsmethode wählen, wenn diese für Sie günstiger ist.
      Sie interessieren sich vermutlich für die Ermittlung „Auf Grundlage der Anschaffungs- und Herstellungskosten“.
      Diese und weitere Optionen finden Sie Abschnitt zum Eigenverbrauch.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von steuernsparen

  2. 3
    A. Müller

    Hallo,
    akzeptiert die Steuerbehörde bei der Einkommenssteuererklärung bei der Berechnung des Eigenverbrauchs nach einem Jahr die Methode zu wechseln? Zum Beispiel im Anschaffungsjahr nach der „Pauschalen Ermittlung“ und ab dem zweiten Jahr auf „Grundlage der Anschaffungs- und Herstellungskosten“?

    • 4
      Alexander Müller

      Hallo Herr Müller,
      vielen Dank für Ihre Frage. Ja, Sie können sich jedes Jahr neu entscheiden, welche Berechnungsmethode Sie ansetzen möchten. Man kann daher immer die günstigste Variante wählen.
      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist bei steuernsparen

  3. 5
    Ralf Imhof

    Wenn der 52 Gigawatt-Deckel bleibt, gibt es keine Einspeisevergütung mehr. Besteht dann nicht die Gefahr, dass die Finanzverwaltung PV-Anlagen als Liebhaberei einstuft? Es bestehen ja keine Gewinnaussichten mehr.

    • 6
      Alexander Müller

      Hallo Herr Imhof,
      interessante Frage! Noch ist der Deckel laut Bundesnetzagentur ja nicht erreicht. Aber ich eigentlich besteht ja auch sowas, wie ein Rückwirkungsverbot bzw. Vertrauensschutz. Daher denke ich, dass es dann eine neue gesetzliche Regelung geben wird.
      Viele Grüße,
      Alexander Müller
      Tax Specialist bei steuernsparen

    • 8
      Carina Hagemann

      Sehr geehrter Herr Diemer,

      leider darf ich Sie aus rechtlichen Gründen nicht steuerlich beraten. Im Allgemeinen ist es aber so, dass sich der Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung dann lohnt, wenn hohe Vorsteuerbeträge geltend gemacht werden. Allerdings ist man für 5 Jahre an diese Entscheidung gebunden. Danach kann man erneut entscheiden. Beim Wechsel zur Kleinunternehmerregelung muss darüber hinaus aber eventuell die Vorsteuer berichtigt werden. Der Vorsteuerberichtigungszeitraum beträgt für auf dem Dach aufgesetzte Photovoltaikanlagen 5 Jahre. Für dachintegrierte Anlagen 10 Jahre. D. h.: Wenn innerhalb dieses Vorsteuerberichtigungszeitraums die Vorsteuer aus den Anschaffungskosten geltend gemacht wurde, muss der Vorsteuerabzug korrigiert – also gekürzt – werden. Passiert der Wechsel von Umsatzsteuerpflicht zu Kleinunternehmerregelung allerdings außerhalb des Vorsteuerberichtigungszeitraums bleibt der Vorsteuerabzug für die Anschaffungskosten unberührt. Aber Achtung: Der Vorsteuerberichtigungszeitraum ist monatsbezogen zu betrachten. Der Wechsel zur Kleinunternehmerregelung hingegen ist nur zum Jahresende zu stellen. Deshalb kann es sein, dass mit dem Wechsel 6 bzw. 11 Jahre gewartet werden muss, damit die Vorsteuer nicht berichtigt werden muss.

      Viele Grüße
      Carina Hagemann
      Tax Specialist bei steuernsparen

  4. 9
    R. Knoll

    Gibt es diese Möglichkeit der „Vereinfachten Gewinnermittlung für eine Photovoltaik-Anlage“ auch in der Software „Steuersparbuch?“ Wenn ja, wie beginne ich damit?

    • 10
      Carina Hagemann

      Guten Tag,

      bei Fragen zum WISO steuer:Sparbuch können Sie sich gerne an unser Kundencenter wenden. Unsere Software-Spezialisten helfen Ihnen gerne weiter.

      Grundsätzlich kann das Wiso Sparbuch aber diese Funktion. Unter „Gewinneinkünfte“ müssen sie dafür „Gewerbetrieb“ auswählen. Dann kann man beim ersten Betrieb die Photovoltaik auswählen. Neben der EÜR kann das Programm auch automatisch die jährliche Umsatzsteuererklärung dort ausfüllen.

      Viele Grüße,
      Carina Hagemann von steuernsparen

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