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Schenkungssteuer

Mit frühzeitiger Planung Steuern sparen


Sie möchten Vermögen verschenken? Dann sollten Sie das alle 10 Jahre tun. Wer sich früh mit seinem Vermögen beschäftigt, kann den Beschenkten bares Geld sparen! Was dahinter steckt und wie Sie die Schenkungssteuer noch sparen können, lesen Sie hier.

Kurz & knapp

  • Bei der Schenkung wird Vermögen zu Lebzeiten übertragen
  • Mit den Freibeträgen und der 10-Jahres-Regel lassen sich eine Menge Schenkungssteuer sparen
  • Die Schenkung wird mit einem Steuersatz zwischen 7 und 50 Prozent versteuert

Was ist eine Schenkung?

Wird Vermögen von einer Person auf eine andere – zum Beispiel an Kinder – ohne eine Gegenleistung übertragen, spricht man von einer Schenkung. Das Prinzip ist ähnlich wie bei der Erbschaftssteuer, doch es gibt einen Unterschied:

  • Bei einer Schenkung wird das Vermögen schon zu Lebzeiten übertragen.
  • Bei der Erbschaft wird das Vermögen eines Verstorbenen an einen Lebenden übertragen.

Auf die Schenkung wird eine Steuer erhoben – die Schenkungssteuer. Ebenso wie die Erbschaftssteuer ist sie im Erbschaftssteuer- und Schenkungssteuergesetz (ErbStG) festgehalten. Denn für beide Steuern gelten ähnliche Regeln.

Die Schenkungssteuer muss jeder zahlen, der von einer anderen Person eine Zuwendung erhält und dafür keine Gegenleistung erbringen muss.

Erbschaftssteuer – was Erben wissen müssen

Wie viel Schenkung ist steuerfrei?

So hoch ist der persönliche Freibetrag

Schenkungssteuer persönlicher Freibetrag Infografik

Planen Sie Ihr Vermögen an andere zu übertragen, sollten Sie die Freibeträge nicht außer Acht lassen. Denn hier liegt ein großes Steuer-Sparpotenzial. Je nachdem wie eng das Verwandtschaftsverhältnis ist, fallen die Freibeträge mitunter sehr großzügig aus. Der Freibetrag gilt pro Erbe und pro Person. Fällt die Schenkung höher aus als der jeweilige Freibetrag, fällt die Steuer auf diesen Differenzbetrag an.

Diese persönlichen Beträge bleiben bei Schenkungen steuerfrei:

    • Ehe- und Lebenspartner: 500.000 Euro
    • Kinder und Enkel (sofern die Eltern der Enkel verstorben sind): 400.000 Euro
    • Enkel, wenn deren Eltern noch leben: 200.000 Euro
    • Eltern und Großeltern: 100.000 Euro
    • Alle in Schenkungssteuerklasse II und III: 20.000 Euro
Info GlühbirneDas Besondere bei der Schenkungssteuer:
Die Freibeträge können Sie jede 10 Jahre erneut nutzen.

Steuererklärung mit WISO SteuerSo hoch ist der Freibetrag für Hausrat und andere bewegliche Güter

Für Geschenke zum Geburtstag gibt es auch steuerliche Befreiungen, sofern diese im üblichen Wert verschenkt werden. Damit fällt keine Steuer an für:

  • Übliche Geschenke zum Geburtstag oder anderen sozialen Ereignisse
  • In der Steuerklasse I: Hausrat, Wäsche und Kleidungsstücke bis zu 41.000 Euro
  • In der Steuerklasse I: Andere Gegenstände wie Autos, Schmuck oder Elektronikgeräte bis zu 12.000 Euro
  • In der Steuerklasse II und III: Hausrat, Wäsche und Kleidungsstücke und andere bewegliche Gegenstände bis 12.000 Euro

Freibeträge mehrfach nutzen: mit der 10-Jahres Regel

Eine Schenkung können Sie schon lange vor dem Erbfall machen. Das lohnt sich, wenn Sie zum Beispiel ein größeres Vermögen vererben wollen, welches die Freibeträge überschreiten würde. Denn bei Schenkungen stehen die Freibeträge den Beschenkten alle 10 Jahre erneut zu. So können Sie an dieselbe Person im 10-Jahres-Turnus Vermögen in der Höhe des Freibetrags steuerfrei verschenken.

Wird ein großes Vermögen dagegen erst im Todesfall übertragen, kann die Erbschaftsteuer für die betreffenden Personen sehr teuer werden. Im Erbfall werden konsequenterweise aber auch Schenkungen der letzten 10 Jahre zum steuerpflichtigen Vermögen dazugerechnet. Um das zu vermeiden ist es besser, das Vermögen „häppchenweise“ in Form von Schenkungen zu übertragen.

Info GlühbirneUnser Tipp: Achten Sie bei Schenkungen genau auf die 10-Jahres-Regel und dokumentieren Sie Zahlungen. Denn vor allem bei regelmäßigen Schenkungen passiert es schnell, dass die Freibeträge zu früh überschritten werden.

Beispiel:

Stefan überweist seiner Tochter monatlich 4.000 Euro. Zum Unterhalt ist er nicht verpflichtet. Ein Versorgungsfreibetrag steht seiner Tochter nicht zu, da sie älter als 27 Jahre alt ist. Über 10 Jahre betrachtet erhält sie also 480.000 Euro. Ihr persönlicher Freibetrag liegt bei 400.000 Euro. Seine Tochter müsste also 80.000 Euro versteuern.

Kettenschenkung – schenken quer über die Familie

Eine beliebte Möglichkeit, die Schenkungssteuer zu vermeiden ist die sogenannte Kettenschenkung. Zu dieser Lösung greifen Schenkende, um ein großes Vermögen wie eine Immobilie zu übertragen. Dabei wird die Schenkung nicht auf einen Schlag, sondern über eine dritte „Mittelsperson“ übertragen, dem ein größerer steuerlicher Freibetrag zusteht. Diese verschenkt danach das Vermögen an die eigentlich begünstigte Person.

Beispiel:

Die Oma von Stefan möchte ihm eine Schenkung in Höhe von 350.000 Euro machen. Da der Freibetrag für Stefan bei 200.000 Euro liegt, würde er rund 150.000 Euro versteuern müssen. Um das zu vermeiden, überträgt die Oma das Vermögen zunächst auf die Mutter von Stefan. Da das Verwandtschaftsverhältnis von Mutter und Tochter enger ist, gilt auch ein höherer Freibetrag von 400.000 Euro. Im Anschluss überträgt Stefans Mutter den Betrag steuerfrei an Stefan.

Allerdings ist Vorsicht geboten. Denn für Kettenschenkungen gelten strenge Regeln. Sie sind nur dann rechtmäßig, wenn das Finanzamt keine unmittelbare Zuwendung vom ersten Glied an das letzte Glied in der Schenkungskette vermutet. Das heißt, die Mittelperson muss selbst bestimmen können, wann und wie viel sie weitergibt. Dafür hat der Bundesfinanzhof einige Voraussetzungen festgelegt (BFH-Urteil vom 18.07.2013, II R 37/11). Vor allem folgende Punkte sind dabei wichtig:

  • Die Mittelsperson darf nicht zur Weitergabe der Schenkung verpflichtet sein.
  • Die erste Schenkung muss bereits ausgeführt sein, bevor die zweite Schenkung vereinbart wird.

Wie hoch ist die Schenkungssteuer?

Wer eine Schenkung erhält, die über den Freibeträgen liegt, muss Steuern zahlen. Wie hoch diese ausfallen, verrät der Schenkungssteuersatz. Er richtet sich nach dem Wert der Schenkung und dem Grad der Verwandtschaft. Der Schenkungsbetrag, der den jeweiligen Freibetrag übersteigt, wird mit 7 bis 50 Prozent versteuert.

Welcher Steuersatz für wen gilt, bestimmt die Steuerklasse, in die die Begünstigten eingeteilt werden. Insgesamt gibt es dafür 3 Steuerklassen. Diese haben aber nichts mit der Lohnsteuerklasse zu tun, sondern richten sich bei der Schenkungs- und Erbschaftssteuer nach dem Verwandtschaftsverhältnis. Je enger es ist, desto niedriger der Steuersatz.

Diese Steuerklassen gibt es

  • Steuerklasse I: Ehepaare, Lebenspartner, Kinder, Enkel, Stiefkinder, Adoptivkinder, Urenkelkinder, Eltern, Großeltern
  • Steuerklasse II: Geschwister, Nichten und Neffen, Stiefeltern, Schwiegerkinder
  • Steuerklasse III: Nicht verwandte Personen (auch Lebensgefährten zählen dazu)

So hoch ist der Steuersatz

Wert des steuerpflichtigen Vermögens Steuersatz in der Steuerklasse I (%)Steuersatz in der Steuerklasse II (%)Steuersatz in der Steuerklasse III (%)
bis 75.000 Euro71530
bis 300.000 Euro112030
bis 600.000 Euro152530
bis 6.000.000 Euro193030
bis 13.000.000 Euro233550
bis 26.000.000 Euro274050
über 26.000.000 Euro304350

Eltern schenken an Kinder, Kinder schenken an Eltern

Schenkungen an Kinder und Stiefkinder sowie an Kinder vorverstorbener Kinder bleiben bis zur Höhe von 400.000 Euro steuerfrei. Enkel erhalten immerhin noch bis zu 200.000 Euro steuerfrei.

Beispiel:

Stefanie schenkt ihrem Sohn Marc 415.000 Euro. Der Freibeitrag für Marc beträgt 400.000 Euro. Das bedeutet, die den Freibetrag übersteigenden 15.000 Euro muss er versteuern. Da Marc als Kind von Stefanie in die Steuerklasse I fällt, liegt der Steuersatz für den Schenkungsbetrag bei 15 Prozent. Somit beträgt die fällige Schenkungssteuer 2.250 Euro.

Hätte Stefanie Marc zunächst nur 400.000 Euro geschenkt und die übrigen 15.000 Euro erst nach Ablauf von 10 Jahren, könnten sie sich die Schenkungssteuer sparen.

Wie sieht es aber aus, wenn Kinder ihre Eltern beschenken? Oft wird bei Schenkungen nicht mitbedacht, dass die Eltern steuerlich anders behandelt werden als etwa Kinder oder Enkel.

Während Kinder in die Steuerklasse I einsortiert sind und ihnen damit großzügige Freibeträge zustehen, betragen diese für Eltern oder Großeltern weitaus weniger. Will ein Kind seiner Mutter oder seinem Vater eine Schenkung machen, stehen jedem Elternteil nur 20.000 Euro Freibetrag zu.

Weiterlesen: Streit ums Erbe vermeiden — mit dem Berliner Testament

Was muss ich bei Immobilien beachten?

Sind Sie Eigentümer einer Immobilie, können Sie diese steuerfrei an Ihren Ehe- bzw. eingetragenen Lebenspartner verschenken. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie das Haus oder Wohnung nach der Schenkung gemeinsam als Ihr Eigenheim nutzen. Für Ihre Kinder gibt es diese Option nicht, für sie gilt der übliche Freibetrag. Nicht vergessen: Auch bei einer Schenkung muss immer ein notarieller Vertrag gemacht werden.

An Nießbrauch denken

Verschenken Sie Ihre Wohnung oder Haus, können Sie sich mit dem sogenannten Nießbrauchrecht ein lebenslanges Nutzungsrecht sichern. Damit dürfen Sie die Immobilie weiter selbst bewohnen und auch vermieten.

Und das Gute: Dank Nießbrauch sparen Sie auch die Schenkungssteuer. Denn dabei wird der Nießbrauchswert vom Gesamtwert der Schenkung abgezogen. Auf diese Weise verringert sich der zu versteuernde Betrag und somit die Schenkungssteuer.

Vertragliche Konditionen für den Nießbrauchsvorbehalt können Sie übrigens individuell festlegen.

Schenkungssteuer Nießbrauch Beispiel

Muss ich die Schenkung beim Finanzamt melden?

Sowohl Schenkende als auch Beschenkte müssen das Finanzamt über die Schenkung informieren. Dazu haben Sie nach Erhalt 3 Monate Zeit.

Ausnahme: Ein Notar hat die Schenkung bereits beurkundet. In diesem Fall kümmert er sich um die Meldung beim Finanzamt.

Nach der Meldung fordert Sie das zuständige Finanzamt dazu auf, eine Schenkungssteuererklärung abzugeben. Dafür haben Sie 1 Monat Zeit. Im Anschluss erhalten Sie den Schenkungssteuerbescheid, aus dem hervorgeht, ob Sie Schenkungssteuer zahlen müssen oder nicht.

WISO Steuer Software für Steuererklärung

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